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Für Dominik Gassner ist "Tradition etwas ­Lebendiges"

In Österreich arbeitet Warner Music Austria mit dem jungen Künstler Dominik Gassner, der in der Tradition des Austro-Pop mit urbanen Sounds aufwartet. MusikWoche sprach mit dem Sänger und Autoren, der derzeit in Mannheim wohnt, über sein Musikverständnis.

25.11.2022 10:24 • von Dietmar Schwenger
Lebt derzeit in Mannheim: der Österreicher Dominik Gassner (Bild: Doris Himmelbauer)

In Österreich arbeitet Warner Music Austria mit dem jungen Künstler Dominik Gassner, der in der Tradition des Austro-Pop mit urbanen Sounds aufwartet. MusikWoche sprach mit dem Sänger und Autoren, der derzeit in Mannheim wohnt, über sein Musikverständnis.

___Wie kam die Zusammenarbeit mit Warner Music Austria zustande, fühlen Sie sich dort gut aufgehoben?

Wir haben uns quasi gesucht und gefunden. Mir war es wichtig, ab Kapitel eins meiner künstlerischen Laufbahn und der ersten Veröffentlichungen meiner eigenen Songs Partner an meiner Seite zu haben, die meine Ideen und Visionen verstehen und gemeinsam mit mir vorantreiben. Bei Warner Music ist genau das der Fall! Ich fühl' mich super aufgehoben und weiß, dass es nicht dem Standard entspricht, diesen Weg so nachhaltig und zielstrebig mit einer Major Company zu gehen.

___Inwiefern sehen Sie sich sich in der Tradition des Austro-Pop, während Sie ja in Ihrer Musik urbane Sounds, moderne Beats und zeitgenössische Arrangements verwenden?

Ich liebe meine Heimat, aber ich wollte auch schon immer raus in die Welt. Um genau zu sein: Raus aus meinem Tal. Und deswegen fühlt es sich auch einfach natürlich und richtig an, diese zwei Welten in meinen Songs, in meinen Produktionen zu vereinen. Tradition muss ja nicht zwingend gleich »konservativ« sein ... Vielleicht sollten wir generell aufhören, immer nur in schwarz oder weiß zu denken. Für mich ist Tradition etwas Lebendiges. Allein schon deshalb, weil sie nur bestehen kann, wenn sie durch kommende Generationen weitergetragen wird. Und genau so ist es eben im Austro-Pop. Marianne Mendt, Rainhard Fendrich, Wolfgang Ambros haben auch Musik ihrer Zeit gemacht ... und das versuche ich im österreichischen Dialekt nun auch.

___Wie fühlt man sich als Wanderer zwischen den Welten, sprich zwischen Österreich und Deutschland? Hat Ihre Zeit in Osnabrück und Mannheim auch musikalische Spuren hinterlassen?

Nach meiner Matura, dem österreichischen Abitur, bin ich direkt nach Wien gezogen, um dort Gesang zu studieren. Zwei Jahre habe ich das auch gemacht und dann doch gemerkt, dass ich nochmal raus muss: Ich bin nicht der Typ fürs »richtige« Ausland. Also war klar, dass es für mich in irgendein anderes - deutschsprachiges - Land gehen muss. Als ich dann in Osnabrück ankam, ist mir gleich aufgefallen, dass es wohl doch ein wenig anders ist als daheim, und man in der Bäckerei nicht mal eben so einfach einen »Faschingskrapfen« bestellen kann, sondern »Berliner« sagen muss, um zu kriegen, was man will. Musikalisch hat mich meine Studienzeit im Ausland auf jeden Fall geprägt. Mir ging es lange hauptsächlich darum, meine gesanglichen Fähigkeiten auszubauen und meine Stimme noch besser kennenzulernen. Im Verlauf meines Studiums habe ich mich dann immer mehr mit mir als Künstler auseinandergesetzt. Und egal, wie oft ich ins Hochdeutsche oder Englische abgebogen bin - gelandet bin ich immer wieder beim Dialekt. So träume ich, so fluche ich ... so bin ich authentisch!

___Bislang sind von Ihnen eine EP und Singles erschienen. Ist auch ein Album geplant, ist das für Sie überhaupt noch zeitgemäß?

Ich glaube, dass die meisten KünstlerInnen auf ein Album hinarbeiten. Vor allem, weil man in Alben, besser als in Singles, Welten kreieren kann. Es erlaubt, auch mal eine komplexere Geschichte zu erzählen, die man nicht unbedingt in ein Drei-Minuten-Singles-Gewand zimmern muss. Ich korrigiere: 2,5 Minuten oder besser noch weniger, wenn es nach Spotify geht. Vielleicht ist das klassische Zwölf-Track Album momentan eher für große, etablierte Acts reserviert, und Newcomer wie ich sind gezwungen, sich im schnelllebigen und algorithmusbestimmten Streaming-Markt zu platzieren. Trotzdem: Ein Album kommt, wenn auch nicht morgen.

___Was steht für Sie an im neuen Jahr? Wie wichtig ist dabei für Sie, auch in Deutschland Präsenz zu zeigen?

Auch in Deutschland präsent zu sein, ist für mich total wichtig. Denn überall da, wo es Menschen geben könnte, die meine Musik feiern - dort will ich hin! Wenn ich einen neuen Song fertig geschrieben habe, checke ich auch sofort, ob man die Lyrics auch über die österreichische Grenze hinaus verstehen kann. Die nächste Single wird es gleich zu Beginn des nächsten Jahres geben, die ich, so viel kann ich schon mal verraten, mit Freunden unter der Sonne Fuerteventuras geschrieben habe. Darüber hinaus sind natürlich schon jetzt einige Live-Termine, Radio- und TV-Shows für 2023 in Vorbereitung, und ich freue mich wirklich auf jede neue Möglichkeit, die sich ergibt! Wenn ich also gerade nicht im Studio meine nächsten Singles recorde, schreibe ich neue Songs - für mich oder eben auch für andere InterpretInnen. Ich freu' mich schon jetzt aufs nächste Jahr, denn das wird sicherlich abwechslungsreich und bestimmt nicht langweilig.