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ESC-Jurys voten nicht mehr im Halbfinale

Wer ins Finale des nächsten Eurovision Song Contest einzieht, wird ab 2023 in Liverpool rein per Televoting entschieden. Daneben können nun auch Fans aus Ländern abstimmen, die kein eigenes Lied ins Rennen schicken.

23.11.2022 12:35 • von
Bekommt neue Regelungen: Der ESC 2023 in Liverpool (Bild: European Broadcasting Union)

Wer ins Finale des nächsten Eurovision Song Contest (ESC) in  der englischen Stadt Liverpool  einzieht, wird ab 2023 rein per Televoting entschieden. Daneben können nun auch Fans aus Ländern abstimmen, die kein eigenes Lied ins Rennen schicken.

Diese voten in einer kostenpflichtigen Online-Abstimmung, wie die Europäische Rundfunkunion (EBU) verkündete. Die Stimmen werden dann addiert, in der Sendung verkündet und fließen mit der gleichen Gewichtung wie das Voting eines Teilnehmerlandes in die Abstimmungen zum Halbfinale am 9. und 11. Mai und Finale am 13. Mai ein. Alle anderen Teilnehmerstaaten behalten den üblichen Modus operandi bei, auch per Televote und SMS zu wählen.

Im Halbfinale wird nun sogar ausschließlich über das Televoting entschieden, welche zehn Acts jeweils aus der ersten und zweiten Show ins Finale kommen. Das Juryvoting entfällt. Im ESC-Finale macht die Entscheidung der Jury wie zuvor 50 Prozent des Endergebnisses aus.

"In seiner 67-jährigen Geschichte hat sich der Eurovision Song Contest ständig weiterentwickelt, um relevant und spannend zu bleiben. Diese Änderungen würdigen die immense Popularität der Show, indem sie dem Publikum des größten Live-Musik-Events der Welt mehr Macht verleihen", verteidigt Martin Österdahl, Executive Producer ESC, die Entscheidung.

Grund für die Anpassungen seien zudem "Unregelmäßigkeiten" beim Juryvoting im zweiten Halbfinale, wie die EBU berichtete. Sechs Länder - Aserbaidschan, San Marino, Polen, Georgien, Rumänien und Montenegro - sollen ihre Acts gegenseitig hoch bewertet haben. Die EBU hatte damals entschieden, diese Stimmen nicht zu werten und durch berechnete Punkte zu ersetzen. Die jeweiligen Länder wiesen die Vorwürfe von sich.

Text: Lisa Nehrkorn