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Deutschland laut Studie beim Musikstreaming in der Weltspitze

Am 17. November legte die IFPI die jüngste Ausgabe ihrer Musiknutzungs-Studie "Engaging With Music" vor. Auf Basis der vom Dachverband auch für den deutschen Musikmarkt erhobenen Daten sieht der BVMI-Vorstandsvorsitzende Florian Drücke Deutschland inzwischen als Teil der Weltspitze, wenn es um die Nutzung von Premium-Abos geht.

17.11.2022 10:38 • von
Reichlich Details im Bild: unter anderem greift jeder vierte Mensch in Deutschland zu Musikabos (Bild: BVMI, IFPI, Engaging With Music 2022)

Am 17. November legte die IFPI die jüngste Ausgabe ihrer Musiknutzungs-Studie "Engaging With Music 2022" vor. "Ein weiteres Mal illustrieren die aktuellen IFPI-Daten sehr eindrücklich, wie wichtig Musik für die Menschen ist", bilanziert Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI) in einer ersten Reaktion auf Basis der vom internationalen Dachverband der Recorded-Music-Branche auch für den deutschen Musikmarkt erhobenen Daten. "Dass dabei Radio, Premium-Audio-Streaming, Videostreaming und physische Tonträger die Hauptquellen sind, spiegelt die aktuelle Nutzungsrealität, die hinsichtlich der Formate absolut inklusiv ist", meint Drücke und ergänzt: "Menschen hören Musik auf allen zur Verfügung stehenden Wegen."

Darüber hinaus streicht Drücke auch ein Highlight heraus: "Spannend für uns in Deutschland ist dabei, dass die Fans sich zunächst vergleichsweise viel Zeit genommen haben, um das Audio-Streaming in ihre Welt zu integrieren, dass wir aber inzwischen zur Weltspitze gehören, wenn es um die Nutzung von Premium-Abos geht."

Laut IFPI-Erhebungen bildet Deutschland inzwischen hinter Schweden, Großbritannien und den USA sowie noch vor Mexiko die Top 5 der Länder mit den meisten Premium-Account-Nutzer:innen weltweit: "Das verdeutlicht noch einmal, wie erfolgreich die Branche hierzulande ist", betont Drücke.

Aus den umfangreichen Daten der IFPI-Studie zur weltweiten Musiknutzung hat der BVMI zudem reichlich Details für den heimischen Musikmarkt ziehen können. So hören Menschen in Deutschland laut BVMI-Angaben inzwischen pro Woche 21 Stunden Musik. Das sind rund 90 Minuten mehr als vor Jahrfrist. 2021 hatte die IFPI die durchschnittliche wöchentliche Hördauer hierzulande noch auf 19,3 Stunden taxiert.

Das Radio liegt dabei laut der aktuellen Erhebung inklusive Onlineradiodiensten mit einem Wert von 27 Prozent in der Gunst der Nutzer:innen vorn, dicht gefolgt von kostenpflichtigen Premiumangeboten der verschiedenen Anbieter von Audiostreamingdiensten mit 25 Prozent. In der Nutzungsskala folgen Videostreaming mit 14 Prozent an dritter sowie gekaufte physische Tonträger oder Downloads mit zwölf Prozent an vierter Stelle, noch deutlich vor der Nutzung von Kurzform-Videoplattformen wie TikTop, die aber auch schon auf sechs Prozent kommen.

Dass solche Daten bei breiter angelegten Umfragen im Detail durchaus schwanken können, zeigt ein Vergleich mit dem Vorjahr: Da nutzten noch 22 Prozent der Befragten Radiosender oder Onlineradios als Musikabspielstation, also fünf Prozentpunkte weniger als nun angegeben; CDs, LPs und DVDs oder auch kostenpflichtig erworbene Downloads kamen vor Jahresfrist auf zehn Prozent, zwei Prozentpunkte weniger als aktuell.

Beim BVMI streicht man noch die Nutzung von Musik aus nicht lizenzierten Quellen heraus, wobei Deutschland hier "erfreulicherweise unter dem globalen Durchschnitt" liegt: Weltweit gaben demnach 30,4 Prozent der Befragten an, Musik über unlizenzierte oder illegale Wege zu hören. In Deutschland seien es hingegen nur 21 Prozent.

Für den Bericht "Engaging With Music"-Report ließ die IFPI in Zusammenarbeit mit den britischen Marktforschern von AudienceNet insgesamt 44.000 Onlinenutzer:innen zwischen 16 und 64 Jahren aus 22 der weltweit führenden Musikmärkte zu ihrem Nutzungsverhalten befragt. Ergebnisse aus Indonesien und Nigeria sind erstmals mit verbucht, Russland wurde hingegen aus dem Kreis ausgeschlossen. Bei der IFPI spricht man von nicht weniger als der größten Erhebung dieser Art.

Text: Knut Schlinger