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Zwei Drittel der viralen TikTok-Hits werden durch organische Inhalte ausgelöst

Einer Studie der Beratungsagentur ContraBrand zufolge sind bei zwei Dritteln der viralen Hits auf TikTok weder Werbung noch bezahlte Influencer im Spiel. Stattdessen stammen sie durch sogenanntes organisches Posting von Acts und anderen TikTok-Usern.

30.09.2022 15:31 • von Dietmar Schwenger
Wertet die TikTok-Charts aus: Sean Taylor, Co-Founder ContraBrand (Bild: ContraBrand)

Einer Studie der Beratungsagentur ContraBrand zufolge sind bei fast zwei Dritteln der viralen Hits auf TikTok weder Werbung noch bezahlte Influencer im Spiel. Stattdessen werden sie durch sogenanntes "organisches" Posting von Acts und anderen TikTok-Usern verbreitet. Die Analyse der wöchentlichen Charts von TikTok im ersten Halbjahr 2022 zeige, dass von den Titeln, die in den Top 200 von TikTok landeten und dann über eine Million Spotify-Streams erreichten, 63,8 Prozent dies ausschließlich ohne bezahlte Hilfe geschafft habrn. Künstlergenerierte Inhalte (AGC) sorgten für 35,5 Prozent dieser Hits, während Influencer-Marketing und bezahlte Anzeigen nur in 9,1 Prozent beziehungsweise 2,5 Prozent der Fälle für den Erfolg verantwortlich waren.

Der Bericht von ContraBrand stellt zudem fest, dass 56 Prozent der 208 Acts, deren Tracks in der Studie ausgewertet wurden, nicht bei einem Label unter Vertrag waren. Künstler ohne Labels übertrafen auch jene von Major- und Indie-Labels, wenn es darum ging, wie oft Acts im Durchschnitt einen TikTok-Hit erzielten, bevor der Meilenstein von 100.000 TikTok-Aufrufen erreicht wurde. Ein weiteres Ergebnis, dass sich Beharrlichkeit auszahlt. Vor ihrem ersten TikTok-Hits waren die Uploader mindestens 18 Monate lang auf der Plattform aktiv.

Die Studie mit dem Titel "How Artists Are Going Viral On TikTok in 2022" wurde durch die Analyse der 20 wöchentlichen Top-200-Ländercharts von TikTok erstellt. In die Wertung kamen Titel, die vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2022 dort vertreten waren. Die Studie befasste sich speziell mit Tracks, die mit mindestens einer Million Aufrufen zu den meistgestreamten Songs der jeweiligen Acts in ihrem Spotify-Kanal wurden.

"Wir haben 2020 erstmals die Kraft von Inhalten festgestellt, die Acts selber erstellt haben", sagt ContraBrand-Mitbegründer Sean Taylor. "Seitdem sind die Kosten, um einen Song zu etablieren, für unsere Kunden drastisch gesunken. Es ist wohl die leistungsfähigste Methode für aufstrebende Künstler, nicht nur eine Fangemeinde aufzubauen, sondern auch Streams zu bekommen und online Merchandise zu verkaufen, ohne jemals auf Tour gehen zu müssen."