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Opus Klassik fürs Lebenswerk an Valentin Silvestrov, Claudia Roth hält Laudatio

Der Opus Klassik setzt mit der Verleihung der Trophäe fürs Lebenswerk in diesem Jahr ein politisches Zeichen: Die Auszeichnung geht an Valentin Silvestrov. Der wurde 1937 in Kiew geboren und gilt als der wohl bekannteste Komponist der Ukraine. Die Laudatio auf Silvestrov will Claudia Roth halten, Staatsministerin für Kultur und Medien.

27.09.2022 12:38 • von
Der Preisträger der Trophäe fürs Lebenswerk 2022 steht fest: der Opus Klassik geht in dieser Kategorie an den ukrainischen Komponisten an Valentin Silvestrov (Bild: Monique Wüstenhagen)

Der Verein zur Förderung der Klassischen Musik setzt beim  Opus Klassik 2022  mit der Verleihung der Trophäe fürs Lebenswerk ein politisches Zeichen: Die Auszeichnung geht an Valentin Silvestrov. Der wurde 1937 in Kiew geboren und gilt als der wohl bekannteste Komponist der Ukraine. Im Zuge von Putins Angriffskrieg floh er aus seinem Heimatland und lebt derzeit im Exil in Berlin. Die Laudatio auf Silvestrov beim Opus Klassik will Claudia Roth halten, Staatsministerin für Kultur und Medien.

Das gab das ZDF am 27. September 2022 bekannt, kurz vor dem 85. Geburtstag des Künstlers. Der Sender begleitet den Opus Klassik erneut als Medienpartner und zeigt die Verleihung, die am 9. Oktober im Konzerthaus Berlin steigt, am selben Tag zeitversetzt ab 22.15 Uhr.

Valentin Silvestrov wurde am 30. September 1937 in Kiew geboren, fand im Alter von 15 Jahren zur Musik und "eignete sich seine Kenntnisse vor allem autodidaktisch an", wie es in einer Biografie auf den Onlineseiten des Schott-Musikverlags heißt. Von 1955 bis 1958 besuchte Silvestrov während einer Ausbildung zum Bauingenieur eine Kiewer Abendschule für Musik und studierte anschließend am Konservatorium seiner Heimatstadt Komposition und Kontrapunkt. Von 1970 bis 2022 lebte Silvestrov als freischaffender Komponist in Kiew.

Der Bayerische Rundfunk veröffentlichte kürzlich über sein Label BR-Klassik zum 85. Geburtstags des ukrainischen Komponisten dessen "Requiem für Larissa" in einem Livemitschnitt vom 17. Juni 2011 aus der Münchner Herz-Jesu-Kirche mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks und dem Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Andres Mustonen. Das Requiem schrieb Silvestrov nach dem Tod seiner Ehefrau, der Musik- und Literaturwissenschaftlerin Larissa Bondarenko.

Am 30. September steht zudem bei ECM Records die Veröffentlichung von "Maidan" an. Mit dem Album setzt Valentin Silvestrov seine langjährige Zusammenarbeit mit dem Label fort, die bereits Alben wie "Sacred Songs" und "Sacred Works" hervorbrachte. "Maidan" bringt eine Aufführung aus der St.-Michaels-Kathedrale aus dem Jahr 2016 mit dem  Kyiv Chamber Choir unter der Leitung von Mykola Hobdych. 

Text: Knut Schlinger