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VIA zum zehnten Mal verliehen

Nach zwei Pandemie-Ausgaben kehrte der VIA dieses Jahr zurück ins Schmidts Tivoli in Hamburg. Am 22. September ehrte der VUT dort sieben Künstler:innen, Musikunternehmer:innen und Projekte. Unter anderem gewann die Rapperin Nashi44 in der Kategorie "Beste*r Newcomer*in" - und Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda erhielt von Nina "Fiva" Sonnenberg eine Praktikumsbescheinigung in Sachen Moderation.

22.09.2022 22:22 • von Jonas Kiß
Runde Sache: die Sieger:innen, Laudator:innen und VUT-Vorstände mit Kultursenator Carsten Brosda (links) und Moderatorin Nina Sonnenberg (rechts) auf der VIA-Bühne (Bild: MusikWoche)

Am 22. September 2022 ehrte der Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT) sieben Künstler:innen, Musikunternehmer:innen und Projekte mit dem zehnten VIA (VUT Indie Award).

Mit den Preisen zeichnet der Verband herausragende Talente aufgrund von "Qualität, Neuartigkeit und unabhängig vom kommerziellen Erfolg" aus. Nach zwei Ausgaben mit pandemiebedingter digitaler sowie hybrider Durchführung kehrte der VIA dieses Jahr zurück ins Schmidts Tivoli in Hamburg.

Ebenfalls mit dabei war auch Carsten Brosda: Hamburgs Senator für Kultur und Medien steuerte im Anschluss an das Grußwort der VUT-Vorsitzenden Birte Wiemann eine Eröffnungsrede bei, in der er dennoch einen Bogen von Ton Steine Scherben über Tocotronic und den Begriff Solidarität bis zum Thema Freiheit schlug, wobei er betonte, dass Freiheit eben nicht das sei, was jemand für sich reklamiere, sondern das, was man miteinander schaffen müsse, damit möglichst alle so leben können, wie sie wollen.

Im Anschluss an diesen für seine Verhältnisse eher kurzen Beitrag, übernahm Brosda zudem Seite an Seite mit Nina Sonnenbergdie Moderation für die erste Preiskategorie, und schloss dabei an eine im Vorjahr zu später Stunde bei der VIA-Verleihung geschlossene Abmachung an.

Danach wurde die viet-deutsche Rapperin Nashi44 aus Berlin-Neukölln von der Jury zur Gewinnerin in der Kategorie "Beste*r Newcomer*in" gewählt. Seit diesem Jahr erfolgt die Ermittlung der Nominierten und Gewinner*innen in einem umgestalteten Abstimmungsverfahren: Die finale Entscheidung über die Shortlists der einzelnen Kategorien und die Preisträger*innen treffen neu gebildete Fachjurys.

Die Fachjury für die Kategorie "Bester Act" votierte für Perera Elsewhere als Preisträgerin. Fachjurorin und Musikverlegerin Anika Jankowsi hielt die Laudatio auf das diesjährige "Beste Album". Der Preis ging an Sophia Kennedy für "Monsters".

In der Kategorie "Bestes Label" gewann das Hamburger Label Bureau B, das sich in seinem dreizehnjährigen Wirken mit Veröffentlichungen unter anderem von Faust, Hans-Joachim Roedelius, Conny Plank, Kreidler und Von Spar "zu einem der führenden Vertreter der experimentellen und elektronischen Popmusik entwickelt hat", wie der VUT betont. Das Bureau B-Team nahm den Preis von Fachjuror und Labelbetreiber Maurice Summen entgegen. Die Fachjurorinnen der Kategorie "Best New Music Business" Katja Lucker und Evyonne Muhuri zeichneten das Team von Black Artist Database mit einem VIA aus.

Zum "Besten Experiment" wurde in diesem Jahr das Avatar-Konzert der Band Messer gewählt. Die freie Journalistin und Wissenschaftlerin Aida Baghernejad überreichte den Preis an Hendrik Otremba und Philipp Wulf (Messer), Gloria Schulz (Konzept und Gestaltung) und Jenny Bohn (Burg Hülshoff - Center for Literature).

Den VIA-Sonderpreis für besondere Verdienste für die unabhängige Musikbranche, der von VUT-Vorstand und Geschäftsstelle gemeinsam vergeben wird, ging in diesem Jahr an den Verein Musiker ohne Grenzen. VUT-Vorstandsmitglied und Musiker Frank Spilker überreichte den Preis an die Vereinsgründer Frederik Köller und Jan Dellwisch.

Vor Ort im Publikum waren zahlreichen Gäste aus der unabhängigen Musikwirtschaft. Nina "Fiva" Sonnenberg führte als Moderatorin durch den Abend.

"Zur zehnten und damit Jubiläumsedition des VIA mit frischem Rebranding konnten wir für das generalüberholte Abstimmungsprozedere in jedem Bereich hochkarätige Mitglieder für die neu berufenen Fachjurys gewinnen", erklärt Birte Wiemann, Vorstandsvorsitzende des VUT: "Was die Umstellung nicht geändert hat: Wir konnten mindestens ebenso hochkarätige Gewinner*innen ehren und einmal mehr das Scheinwerferlicht auf unsere weiterhin unglaublich produktive und kreative Independent-Musiklandschaft mit ihren Künstler*innen, Labels und Projekten richten. Das macht uns jedes Jahr wieder sehr stolz, wobei die runde Zehn mit dem Rückblick auf die strahlenden Gewinner*innen der letzten Jahre wie Antilopen Gang, Audiolith, Noga Erez, Grönland Records, Boy, The Notwist oder Staatsakt, neben denen sich die 2022er Gewinner*innen qualitativ nahtlos einreihen, noch mal ein Quäntchen draufsetzt."

Alexander Schulz, CEO Reeperbahn Festival, freut sich, "dass die Jubiläumsausgabe zum zehnten Indie Award des VUT im Rahmen des Reeperbahn Festivals stattfindet: "Gleichzeitig ist dieser Preis ein enorm wichtiges Signal dafür, dass die Bewertung musikalischer Inhalte anhand ihrer Originalität und Qualität eine deutlich nachhaltigere Auszeichnung darstellt, als sich ausschließlich an Absatzzahlen zu orientieren. Allein die Anerkennung und Bewertung durch das erneut hochkarätig besetzte Gremium ist ein Prädikat für sich."