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Reeperbahn und Keychange präsentieren neue Studie

Das Reeperbahn Festival hat als Partner der Initiative Keychange eine Studie präsentiert, in der "die Relevanz von Geschlechterausgewogenheit auf die Nutzung von Musikangeboten aus Sicht von Nutzer*innen" untersucht wurde.

22.09.2022 12:09 • von Jonas Kiß
Stellten die Studie bei einer Pressekonferenz vor (von links): Andreas Hombach (KANTAR), Moderatorin Aida Baghernejad, Merle Bremer (Keychange) und Alexander Schulz (Reeperbahn Festival) (Bild: MusikWoche)

Das Reeperbahn Festival hat am 22. September 2022 als Partner der Initiative Keychange eine Marktforschungsstudie präsentiert, in der "die Relevanz von Geschlechterausgewogenheit auf die Nutzung von Musikangeboten aus Sicht von Nutzer*innen" untersucht wurde.

Nachdem bei der ersten Keychange-Studie, die 2021 vom Reeperbahn Festival in Kooperation mit der MaLisa Stiftung durchgeführt wurde, die Geschlechterverteilung in allen Teilmärkten der deutschen Musikkultur und Musikwirtschaft im Fokus stand, wechselte die Initiative Keychange bei der zweiten Studie die Perspektive und lies den "Einfluss von geschlechterausgewogenen Angeboten bei den Kaufentsscheidungen der Nutzer*innen" genauer untersuchen. Betrachtet wurden dabei "Wahrnehmung und Erwartung der Musiknutzer*innen an die Segmente Live, Radio, Streaming und Tonträger, aus denen sich wichtige Trends für die Musikwirtschaft erkennen lassen".

In der von der Kulturjournalistin und Podcasterin Aida Baghernejad moderierten Pressekonferenz sprachen Reeperbahn Festival-Geschäftsführer Alexander Schulz, Keychange-Projektleiterin Merle Bremer und Andreas Hombach, Director der Insights Division bei KANTAR und Leiter der Studie, über die Ergebnisse.

Merle Bremer freut sich, dass das Brancheninteresse an begleitender Forschung auch dieses Mal wieder sehr groß war: "Um die Entwicklung der Erwartungen und die Wahrnehmungen von Musikangeboten durch die Nutzer*innen in Bezug auf Geschlechterausgewogenheiten im Trend weiter beobachten zu können, werden wir die Erhebung in einem regelmäßigen Turnus wiederholen und weitere Empfehlungen an die Hersteller*innen aussprechen."

Laut Claudia Roth, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, zeige die Studie, dass es in der Musikbranche immer noch keine Chancengleichheit gebe: "Und sie zeigt: Das Publikum ist längst weiter. Gerade jungen Menschen ist es wichtig, dass alle Geschlechter in der Musik, die sie konsumieren, repräsentiert werden. Die Branche muss systematische Diskriminierung endlich abbauen."

Die komplette Studie halten die Veranstalter:innen der Reeperbahn online bereit.

Im Anschluss an die Pressekonferenz stellten Anna Groß von der MaLisa Stiftung und Matthias Dengg von der GEMA auf dem Panel "Das Ende vom Buddy Business?" die Ergebnisse ihrer gemeinsam erhobenen Studie "Gender in Music - Charts, Werke und Festivalbühnen" vor und diskutieren mit Merle Bremer (Keychange) und Francis Gay (WDR Cosmo) wirksame Initiativen und Strategien für eine gerechtere Musikbranche.