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Silverpark wissen, wie Musik und Wirtschaft von einander lernen können

Bei seinem ersten Besuch auf der MusikWoche-Couch erzählt der Silverpark-Sänger Claus Lehner, wie Musik und Wirtschaft gegenseitig von einander lernen können, und wie er Al Di Meola zur Mitarbeit am zweiten Album der Münchner Formation gewann.

23.09.2022 13:25 • von Dietmar Schwenger
Weiß aus seiner Arbeit als Geschäftsführer einer Immobilienfirma, dass die Digitalisierung neue Zielgruppen erschließen kann: Claus Lehner von Silverpark (Bild: MusikWoche)

Bei seinem ersten Besuch auf der MusikWoche-Couch erzählt der Silverpark-Sänger Claus Lehner, wie Musik und Wirtschaft gegenseitig von einander lernen können, und wie er Al Di Meola zur Mitarbeit am zweiten Album der Münchner Formation gewann.

"Wir können von der Musik und den Musikern lernen", sagt Claus Lehner, der neben seinen Aktivitäten für die von ihm gegründete Band Silverpark als Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft Dawonia arbeitet. "Denn ein Künstler hat ja diesen Dauer-Loop aus Kreativitätsnotwendigkeit. In der Wirtschaft aber war es lange Zeit vielmehr so, dass wir eher aus der Stabilität arbeiten, wir brauchen stabile Geschäftsmodelle. Aber seit zehn, 20 Jahren sind wir ja im Dauer-Change, deswegen hilft der Kreativitätsansatz der Musiker dem Management." Umgekehrt könne das Management Strukturen in die Kreativität einbringen. "Beide Pole helfen einander", philosophiert Lehner.

Dieser nachdenkliche Ansatz spiegelt sich auch in der sanften, aber groovenden Singer/Songwriter-Musik seiner Band wider, in der er der einzige Nicht-Musikprofi sei. "Mein Traum war es immer, Musiker zu werden, aber meine Mutter war dagegen, sodass ich Architektur studiert habe. Aber vor zehn Jahren habe ich den Produzenten Evert van de Wal kennengelernt und mit ihm meine Musikträume verwirklicht." Auf dem zweiten Album, an dem er drei Jahre lang gearbeitet habe, gibt es zudem einen besonderen Gast: den Jazz-Gitarristen Al Di Meola, mit dem Lehner über Social Media Kontakt aufgenommen hatte, bevor er ihn Ende 2021 in den USA in dessen Studio besuchte. "

Binnen zweier Stunden hat er eine fantastische Gitarrenspur für unsere Bearbeitung des Leonard-Cohen-Songs 'Chelsea Hotel' aufgenommen. Darüber habe ich mich sehr gefreut, denn er arbeitet ja nur selten mit Gesangsbands." Lehner selber bezeichnet sich als "ein Kind der 70er-Jahre", die Singer/Songwriter jener Zeit hätten ihn beeinflusst. "Wir machen Musik, die an diese Zeit erinnert."

Das Album "Endless Sleep" von Silverpark erscheint am 23. September bei Tabwater im Vertrieb von Alive.