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Hans R. Beierlein verstorben

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist Hans R. Beierlein bereits am 5. August in seiner Münchener Wohnung im Alter von 93 Jahren gestorben. Er zählt zu den einflussreichsten Musikverlegern und Musikmanagern der letzten sechs Jahrzehnte in Deutschland.

16.08.2022 16:29 • von Norbert Schiegl
Mit 93 Jahren verstorben: Hans R. Beierlein (Bild: Montana Media)

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist Hans R. Beierlein bereits am 5. August in seiner Münchener Wohnung im Alter von 93 Jahren gestorben. Er zählt zu den einflussreichsten Musikverlegern und Musikmanagern der letzten sechs Jahrzehnte in Deutschland.

Hans Rudolf Beierlein, 1929 in Nürnberg geboren, hat in seiner langen Karriere die Entwicklung der deutschen Musikbranche maßgeblich mit beeinflusst. So gründete er 1959 die erste Musikfachzeitschrift "Musikmarkt". Im gleichen Jahr folgte der Musikverlag Edition Montana.

Von 1963 bis 1977 war Beierlein dann Manager von Udo Jürgens und baute ihn zu einem der größten Stars im deutschen Showgeschäft auf. Jürgens gratulierte Beierlein 2014 zu seinem 85. Geburtstag mit den Worten: "Er ist ein wirklich geniales Public-Relations-Naturtalent, und er versteht es, auf dem Medienklavier zu spielen, wie kein zweiter. Hans hat mit mir damals für Europa neue und einmalige Wege beschritten. Und er war der erste Manager, der wirklich an meine Fähigkeiten als Komponist geglaubt und mich darin bestärkt hat, meine eigenen Lieder zu singen. Damit hat er einen entscheidenden Grundstein zum Erfolg meiner Karriere gelegt."

Hans R. Beierlein war als Manager in seiner langen Karriere unter anderem auch für Heino, Reinhard Mey oder Michael Schanze tätig und engagiert sich nachhaltig für französischsprachige Künstler:innen wie Françoise Hardy, Gilbert Bécaud, Charles Aznavour und Johnny Hallyday.

1972 erwarb er in Paris für 12.500 Dollar die Musikverlagsrechte an der "Internationalen" für die Territorien der BRD und DDR, die bis 1989 Tantiemen an ihn zahlte.

Auch im TV-Bereich war Beierlein jahrzehntelang erfolgreich aktiv. Er war maßgeblich daran beteiligt, Volksmusik im TV-Programm zu etablieren. 1986 initiierte er unter anderem den "Grand Prix der Volksmusik" als Eurovisionssendung der deutschsprachigen Länder und er brachte den Sänger Florian Silbereisen als Moderator beim MDR ins Gespräch.

2000 wurde Hans R. Beierlein mit dem "Echo" als "Medienmann des Jahres" ausgezeichnet, 2002 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. 2010 folgte dann die "LEA-Trophäe fürs Lebenswerk". 2014 verkaufte Beierlein den Montana Musikverlag an BMG.

BMG-Chef Hartwig Masuch erklärte zum Tod von Hans R. Beierlein: "Wir nehmen Abschied von einem der Begründer der deutschen Musikwirtschaft. In seiner mehr als 50-jährigen Karriere hat Hans ein Schatzhaus der deutschsprachigen Musik aufgebaut und die Karrieren vieler der heute bekanntesten Künstler und Songwriter unterstützt und entwickelt."

Die Beisetzung hat auf Wunsch des Verstorbenen bereits in aller Stille stattgefunden.