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BVMI-Vorstände nehmen Umsatzplus zum Halbjahr unter die Lupe

Der deutsche Musikmarkt verbuchte in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres ein Umsatzplus von 5,5 Prozent. In ersten Reaktionen werten die BVMI-Vorstände Frank Briegmann, Konrad von Löhneysen, Patrick Mushatsi-Kareba sowie Doreen Schimk und Fabian Drebes ebenso wie Verbandsmitglied Thorsten Freese das als erfreulichen Trend, ergänzen aber auch jeweils ganz eigene Ansätze zur Analyse der Zwischenbilanz.

11.08.2022 12:53 • von
Sieht den deutschen Musikmarkt auch in wirtschaftlich und gesellschaftlich herausfordernden Zeiten stabil aufgestellt: Frank Briegmann (Bild: Universal Music, Laurence Chaperon)

Der deutsche Musikmarkt verbuchte in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres ein Umsatzplus von 5,5 Prozent. In ersten Reaktionen werten die BVMI-Vorstände Frank Briegmann, Konrad von Löhneysen und Patrick Mushatsi-Kareba ebenso wie Verbandsmitglied Thorsten Freese das als erfreulichen Trend, ergänzen aber auch jeweils ganz eigene Ansätze zur Analyse der Zwischenbilanz.

Frank Briegmann, Chairman & CEO Universal Music Central Europe und Deutsche Grammophon: Der Deutsche Musikmarkt zeigt sich auch in wirtschaftlich und gesellschaftlich herausfordernden Zeiten weiterhin stabil. Das Marktwachstum unterstreicht: Musik ist unter jeden Umständen ein gefragtes Gut. Und das diversifizierte Angebot von Streaming über CD bis Vinyl trifft den Geschmack der Fans auf vielen Ebenen. Wir freuen uns darüber, mit hohen Charts-Marktanteilen diese Entwicklung weiter voranzutreiben und gratulieren all unseren Artists zu ihren Erfolgen, allen voran Rammstein und Glass Animals zum erfolgreichsten Album beziehungsweise zur erfolgreichsten Single des ersten Halbjahres.

___________"Musik ist unter jeden Umständen ein gefragtes Gut." Frank Briegmann, Universal Music,

Konrad von Löhneysen, Managing Director Embassy of Music und Embassy of Sound and Media: Wir freuen uns natürlich, dass wir, nach mehr als einer Dekade des Rückgangs, jetzt ein weiteres Halbjahr starken Wachstums sehen. Trotzdem müssen wir die Verteilungsentwicklung der Streamingerlöse weiter aufmerksam beobachten - Stichwort Longtail Streaming Fraud. Ich finde es beachtlich, dass Musikstreaming mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und auch die Musikliebhaber über 50 das Format angenommen haben. Das ist gut, aber im Vergleich zu anderen abobasierten Modellen in den Bereichen Sport oder Film ist unser Angebot immer noch zu günstig.

___________"Im Vergleich zu anderen abobasierten Modellen in den Bereichen Sport oder Film ist unser Angebot immer noch zu günstig." Konrad von Löhneysen, Embassy of Music.

Patrick Mushatsi-Kareba, CEO Sony Music Entertainment GSA: Unser Markt hat wieder bewiesen einer der weltweit spannendsten und komplexesten zu sein. Auch wenn sich die Wachstumsdynamik leicht verlangsamt hat, zeigt der generelle Trend weiter nach oben. Ferner zeigen jüngste Chartserfolge in Genres, die bisher nicht als streamingaffin galten, dass sich die Nutzerschaft weiter diversifiziert und das Marktpotenzial der Digitalisierung weiter ungebrochen ist.

_____________"Auch wenn sich die Wachstumsdynamik leicht verlangsamt hat, zeigt der generelle Trend weiter nach oben." Patrick Mushatsi-Kareba, Sony Music.

Thorsten Freese, CEO Believe Germany Group: Hierzulande finden endlich wieder erfolgreiche Festivals statt und der Wunsch nach Kultur und Musik scheint ungebremst. Das verhältnismäßig schwächere Wachstum des deutschen Musikmarkts scheint mir hingegen von struktureller Natur zu sein. Wir regen zusätzlich an, die hiesige Marktbetrachtung nicht nur auf Kategorien wie Umsatz und Wachstum zu beschränken. Vielmehr sollten wir als Branche die Bedeutung von KPIs (Key Performance Indicators) wie Internationales versus Local Repertoire deutlich höher gewichten und uns gemeinsam vornehmen, Deutschland weg vom Importmarkt zu entwickeln. Lasst uns die lokalen Künstler*innen visibler machen und besser supporten. Daraus entspringt automatisch eine höhere Wachstumsdynamik auf dem deutschen Musikmarkt.

___________"Lasst uns die lokalen Künstler*innen visibler machen und besser supporten." Thorsten Freese, CEO Believe Germany.

Doreen Schimk & Fabian Drebes, Co-Presidents Warner Music Central Europe: Wir freuen über das stabile Marktumfeld für unsere Künstler:innen und Teams und dass wir einen Teil dazu beigetragen dürfen. Mit Innovationskraft, Kreativität und Vertrauen werden wir als Warner Music Central Europe ein starker Partner bleiben. Dabei werden wir weiterhin in unsere Artists investieren und sie sicher durch die Komplexität des Marktes navigieren.

___________"Wir freuen über das stabile Marktumfeld für unsere Künstler:innen und Teams und dass wir einen Teil dazu beigetragen dürfen." Doreen Schimk & Fabian Drebes, Warner Music.

Der BVMI-Vorstandsvorsitzende Florian Drücke hatte dem deutschen Musikmarkt im Bereich Recorded Music im Gespräch mit MusikWoche zudem eine "insgesamt sehr stabile Dynamik" attestiert.

Zusammenstellung: Knut Schlinger