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Bundesgerichtshof Karlsruhe gibt CTS Eventim Recht

Ticketingportale wie CTS Eventim müssen nicht für Konzertabsagen etwa wegen Corona haften. Das Bundesgerichtshof Karlsruhe hat die Klage einer Frau abgewiesen, die nach einer derartigen Absage den Wert ihrer gekauften Konzertkarten von CTS Eventim ausgezahlt bekommen wollte.

11.08.2022 11:17 • von Dietmar Schwenger
Setzte sich vor Gericht durch: Klaus-Peter Schulenberg, CEO CTS Eventim (Bild: CTS Eventim)

Ticketingportale wie CTS Eventim müssen nicht für Konzertabsagen etwa wegen Corona haften. Das Bundesgerichtshof Karlsruhe hat die Klage einer Frau abgewiesen, die nach einer derartigen Absage den Wert ihrer gekauften Konzertkarten von CTS Eventim ausgezahlt bekommen wollte. Die Haftung liegt beim örtlichen Veranstalter, stellte das Gericht nun klar. Ein Portal wie CTS Eventim sei lediglich die Verkaufsstelle und nicht der Veranstalter.

Die Klägerin hatte 2019 für gut 300 Euro fünf Tickets erworben für ein Konzert, das am 21. März 2020 in Berlin stattfinden sollte und dann pandemiebedingt ausfiel. Einen Wertgutschein des Veranstalters lehnte die Klägerin ab und forderte stattdessen das Geld von CTS Eventim zurück.

Dass der Ticketanbieter üblicherweise nicht für die Durchführung der Veranstaltung hafte, da er seinen Teil des Vertrags erfüllt habe, wenn er die Eintrittskarten aushändige, sei "einem verständigen durchschnittlichen Erwerber" auch bekannt, so das Gericht. In dem konkreten Fall hatte CTS Eventim sogar die Abwicklung übernommen und die von der Bundesregierung extra eingeführten Gutscheine angeboten, worauf sich die Frau aber nicht eingelassen hatte. Das wäre aber "zumutbar" gewesen, fand das Gericht.

Die Klägerin habe also die Möglichkeit ausgeschlagen, "im Ergebnis vollständig - wenn auch vorübergehend nur in Form eines Wertgutscheins - für den Ausfall der Veranstaltung entschädigt zu werden".