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MCG bietet "einen perfekten Rahmen für pure Emotionen"

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Stadthalle Graz sprach MusikWoche mit dem Marketingchef der Betreibergesellschaft MCG über die Erfolge des Unternehmens in dieser Zeit, aber auch aktuelle Entwicklungen im Spielstättengeschäft.

10.08.2022 09:34 • von Dietmar Schwenger
Blickt auf 20 Jahre Stadthalle Graz zurück: Christof Strimitzer, Leitung Marketing MCG (Bild: Jörgler, MCG)

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Stadthalle Graz sprach MusikWoche mit dem Marketingchef der Betreibergesellschaft MCG, Christof Strimitzer, über die Erfolge des Unternehmens in dieser Zeit, aber auch aktuelle Entwicklungen im Spielstättengeschäft.

___Welches Fazit ziehen Sie nach diesen 20 Jahren?

Nach rund 5500 Veranstaltungen und 13 Millionen Besucher:innen in 20 Jahren ziehen wir ein sehr positives Fazit. Durch die Multifunktionalität der Stadthalle Graz wurden vielfältige Veranstaltungen von Messen über Kongresse bis hin zu Konzerten und Sportveranstaltungen sowie auch große TV-Formate bei uns umgesetzt. Blicken wir zurück, sind wir mächtig stolz, waren doch Stars wie Pink, Linkin Park, Die Ärzte, Udo Jürgens, Billy Talent, One Republic oder Muse bei uns zu Gast. So wie auch große TV-Shows wie »Wetten, dass...?« oder der »Silvesterstadl«. Auch die Durchführung der Handball-EM war in Graz' modernster Veranstaltungshalle möglich. Eine Vielfältigkeit, die uns und die Stadthalle besonders auszeichnen.

___Welche Rolle spielte die Musik in diesem Zeitraum für MCG?

Wie bereits erwähnt können wir einige Top-Acts aufzählen, die wir im Rahmen von großen Tourneen und Konzerten bei uns begrüßen durften. Den Auftakt in der neu erbauten Stadthalle machte im Jahre 2002 beispielsweise James Last. Somit spielt die Musik eine sehr große Rolle für unser Unternehmen. Wir bieten einen perfekten Rahmen für pure Emotionen. Das ist unser Kern¬geschäft, welches wir mit viel Leidenschaft tagtäglich vorantreiben.

___Heute stehen kommunale Spielstätten im Wettbewerb mit privatwirtschaftlich geführten Hallen: Wie sehen Sie MCG in diesem Spannungsfeld, und welche Vorteile ergeben sich daraus für die MCG?

Wir stehen in stetigem Austausch mit der Stadt Graz, was natürlich ein wichtiger Aspekt sowohl für uns, als auch für die Stadt selbst ist. Die Wertschöpfung für die Stadt Graz ist durch das Gesamtunternehmen der MCG mit rund 140 Millionen pro Jahr eine große und bedeutsame. Aus diesem Grund sehen wir dieses Zusammenspiel als Bereicherung, da wir Synergien bestmöglich nutzen können.

___Auch der Wettbewerb unter den Hallen wird härter - etwa mit Arenen, die zu Konzernen gehören, die zugleich im Veranstaltungs- und Ticketinggeschäft aktiv sind. Ist MCG für die Zukunft gut aufgestellt?

Wir sind auf jeden Fall gut aufgestellt. Im Jahr 2018 erweiterten wir unsere Kapazitäten in der Stadthalle Graz. Seither bieten wir Platz für bis zu 14.520 Gäste. Zudem wird auch unser Freigelände für viele große Open Airs genutzt. Das sieht man auch an unserem prall gefüllten Veranstaltungskalender für dieses und auch für die kommenden Jahre. Ein Bonus, der uns wohl für immer bleibt ist die perfekte Lage im Herzen der Landeshauptstadt. Nicht nur die Anreise gestaltet sich daher vorteilhaft - auch die umliegende Infrastruktur ist bestens nutzbar.

___Klimawandel und Energiewende stellen Spielstätten vor große Herausforderungen. So werden die Forderungen nach Nachhaltigkeit immer schärfer, während die Verteuerung auch von Energie die Betriebskosten weiter steigen lässt. Wie sehen Sie diese Entwicklung?

Natürlich spüren auch wir diesen Wandel und die sich daraus ergebenden Anpassungen. Doch Verantwortung zu übernehmen, gerade auch bei Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen, ist für uns seit jeher ein wesentlicher Teil der Unternehmensphilosophie. Im Sommer 2019 erneuerten wir zum Beispiel das komplette Lichtsystem in der Stadthalle Graz. 2021 widmeten wir uns der neuen Gebäudeleittechnik für die Halle A, den Messeturm sowie den Messe Congress Nord. Diese bietet eine energieeffizientere Steuerung von Heizung, Lüftung und Kälte. Um den unkontrollierbaren Leistungsverlust abzuhalten, wurde außerdem die Kältezentralen im Congress Graz generalsaniert - um nur einige Beispiele zu nennen. Viele weitere Projekte dahingehend sind auch für heuer beziehungweise für die Zukunft geplant, um gut gerüstet weiter zu machen. Wir müssen diese Entwicklung ohnedies hinnehmen, machen aber so gut es geht das Beste daraus, um uns immer weiter zu verbessern.

___Es gibt nun schon länger wieder Sold Out Awards, zugleich kann man eine gewisse Zurückhaltung bei den Kartenkäufern verspüren. Wie ist die Lage aktuell bei den jüngsten oder kommenden Shows in Ihren Spielstätten in Graz?

Die Lage geht in beide Richtungen. Einerseits sehen wir natürlich auch die Zurückhaltung der Kartenkäufer:innen. Andererseits gab und gibt es bei uns Konzerte, die nahezu ausverkauft über die Bühne gehen. Denn man bemerkt schon: die Leute möchten wieder pure Live-Emotionen erleben. Zuletzt begeisterten Nico Santos und Sarah Connor in der Freiluftarena B vor begeistertem Publikum. Hier ging der Trend eher zu spontanen Ticketkäufen kurz vor den Konzertterminen. Dies wird uns in dieser Form vielleicht auch noch eine Zeit bleiben. Viele kommende Konzerte und Acts boomen allerdings auch wieder im Langzeit-Vorverkauf. Es ist somit einheitlich schwer zu sagen, wie es zukünftig weitergehen wird. Wir sind uns aber sicher: LIVE ist immer noch LIVE - und das begeistert nach wie vor!