Livebiz

Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft befürchtet Absagen

Der Entwurf zum Infektionsschutzgesetz mache Großveranstaltungen unplanbar, kommentiert die Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft. Kein Veranstalter könne sich auf solch unkalkulierbare, unwirtschaftliche Unberechenbarkeit einlassen.

05.08.2022 14:21 • von Dietmar Schwenger

Der Entwurf zum Infektionsschutzgesetz mache Großveranstaltungen unplanbar, kommentiert die Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft. Kein Veranstalter könne sich auf solch unkalkulierbare, unwirtschaftliche Unberechenbarkeit einlassen. "Folge werden im Winter massenhafte Veranstaltungsabsagen und -abwanderungen ins Ausland sein", prognostiziert die Bundeskonferenz.

"Am 3. August 2022 hat die Bundesregierung das Infektionsschutzgesetzes im Entwurf schärfer gefasst", erläutert die Bundeskonferenz. "In Innenräumen sollen länderspezifisch Gastobergrenzen, FFP2-Masken und Abstand gelten. Das erzeugt erneut völlige Unberechenbarkeit: Wenn Veranstalter kurzfristig Kapazitäten reduzieren oder absagen müssten, weil Landesregierungen - noch dazu ohne klare Pandemiegraddefinitionen - eine Verschärfung feststellen, kann nicht seriös geplant werden."

Die Folge sei maximale Verunsicherung bei Konzertbesuchern, Konzertveranstaltern, Auftraggebern und Gästen von Veranstaltungen wie Messen, Kongressen, Events und weiteren Formaten. "Sollte der Entwurf nicht überarbeitet werden, sind umfassende Veranstaltungsabsagen ab Oktober die zwingende Konsequenz."

Der Verband befürchtet, dass die optionalen Ländermaßnahmen erneut zu einem Flickenteppich an Vorgaben führen, der nur eines bringe: Veranstaltungsstornierungen mangels Planungssicherheit. "Klar ist, dass die Branche damit ab Herbst wieder für mindestens sechs Monate deutliche Wirtschaftshilfen für ihren Fortbestand in Anspruch nehmen muss. Zudem hat sich Deutschland im europäischen Vergleich abermals für einen Sonderweg entschieden, der zur Abwanderung von Fachkräften und hochkarätiger Wirtschaftsveranstaltungen und Messen in Nachbarländer führt", betont Christian Eichenberger, Mitglied im Vertreter*innenrat der Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft.

Mike P, Mitglied im Vertreter*innenrat der Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft, unterstreicht, dass nun wiederum zum dritten Mal in Folge im Hoch der Indoor-Saison Maßnahmen ergriffen würden, statt auf Eigenverantwortung zu setzten. "Die Neuversion des Infektionsschutzgesetzes wird zudem zu einem erheblichen Wettbewerbsnachteil der deutschen Konzertveranstalter führen. Internationale Tournee-Produktionen werden nicht nach Deutschland kommen und deutsche Produktionen abermals abgesagt und verschoben."

Bereits jetzt liegen der Krieg in der Ukraine, die Energie- und Lebensmittelpreise und die Inflation schwer auf die Kaufstimmung für Konzertkarten im Herbst und Winter", so Heisel weiter. "Das Infektionsschutzgesetz in der aktuellen Version wird die Lust auf Konzerte weiter eindämmen. Deshalb müssen bereits jetzt Maßnahmen ergriffen werden und die bestehenden Hilfen wie Ausfallfond und Neustart Kultur müssen bis zum 30. März 2023 fortgeführt werden."

Die Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft versteht sich als Einrichtung, die die die Akteure der Branche - vom Soloselbstständigen über Technikdienstleister, Eventagenturen und Caterer bis hin zu großen Verbänden und Initiativen. Die Konferenz wird jährlich ausgerichtet und fand erstmalig im Oktober 2021 statt.