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BPI-Verbandschef kündigt Abschied an

Nach 25 Jahren in Diensten verschiedener Musikbranchenverbände, davon allein 15 an der Spitze der britischen BPI, will sich Geoff Taylor neu orientieren. Ab 2023 strebe er eine Rolle im kommerziellen Bereich an, kündigte der scheidende BPI-CEO am 4. August an.

04.08.2022 10:58 • von
Will den Fall der Lobbyarbeit ad acta legen: Geoff Taylor, hier bei den BRIT Awards 2016 (Bild: Mary McCartney)

Nach 25 Jahren in Diensten verschiedener Musikbranchenverbände, davon allein 15 an der Spitze der britischen BPI, will sich Geoff Taylor neu orientieren. Ab 2023 strebe er eine Rolle im kommerziellen Bereich an, kündigte der scheidende BPI-Boss am 4. August 2022 an - gerade einmal gut zwei Wochen nach der Bekanntgabe, dass mit YolanDa Brown nun eine Musikerin und Komponistin als Vorsitzende an die Spitze des Musikindustrieverbands rückt.

Vor seiner Zeit in der Musikbranche hatte sich der Rechtsanwalt Geoff Taylor bei der Kanzlei Wilmer, Cutler and Pickering, heute WilmerHale, auf EU- und Wettbewerbsrecht spezialisiert, war dann von 1997 bis 2003 als Deputy General Counsel und Director of Litigation and Regulatory Affairs erstmals für die Londoner IFPI-Zentrale tätig, wechselte 2004 für zunächst zwei Jahre als General Counsel zur BPI, wo er unter anderem das Vorgehen gegen Filesharer betreute, übernahm für weitere zwei Jahre erneut Aufgaben bei der IFPI, bevor er schließlich im März 2007 den Posten des CEO bei der BPI übernahm.

In einem Statement bezeichnete Taylor es als ein "großes Privileg", die BPI "in einer Zeit des Umbruchs für die britische Musikszene" geleitet zu haben. Nach der jüngst erfolgten Ernennung von YolanDa Brown zur neuen Vorsitzenden und angesichts des im kommenden Jahr anstehenden 50. Jubiläum der Organisation aber habe es sich für ihn angefühlt, als würde BPI ein neues Kapitel aufschlagen.

"Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass 15 Jahre an der Spitze des BPI für jeden halbwegs vernünftigen Menschen genug sind und dass es jetzt an der Zeit ist, meine Erfahrungen in einem kommerziellen Umfeld direkter einzusetzen", sagte Taylor. "Ich habe mich bereit erklärt, bis Anfang 2023 zu bleiben, um unsere neue Vorsitzende YolanDa Brown bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger zu unterstützen."

Text: Knut Schlinger