Livebiz

Lieberberg und Michow streiten über Rückkehr der Livebranche

Während Marek Lieberberg, CEO und Managing Director Live Nation GSA, betont, dass die Livebranche "mit Vehemenz" zurückgekehrt sei, sieht BDKV-Präsident Jens Michow die Lage der Kulturveranstaltungswirtschaft als kritisch.

02.08.2022 13:15 • von Dietmar Schwenger
Haben ihre eigenen Ansichten zur Zukunft der Branche: Marek Lieberberg (links) und Jens Michow (Bild: Live Nation, Klaus Westermann)

Während Marek Lieberberg, CEO und Managing Director Live Nation GSA, im Gespräch mit der "dpa" positive Aspekte betont, warnt BDKV-Präsident Jens Michow vor weiter anhaltenden Gefahren und Risiken für die Veranstaltungswirtschaft.

"Tatsache ist, dass die Livebranche mit Vehemenz zurückgekehrt ist und eine bisher nie gekannte Folge von Konzerten mit fantastischer Resonanz über die Bühne gegangen ist", sagte Lieberberg der "dpa". Als Veranstalter sei man zwar in der Verantwortung, die Entwicklung zu beobachten und gegebenenfalls Test- und Maskenpflicht wieder einzuführen.

Doch solange es keine behördlichen Lockdowns gebe, würden Live-Veranstaltungen fortgesetzt, so Lieberberg weiter. Für den Live-Nation-Chef steht fest, dass man grundsätzlich lernen müsse, mit der Pandemie zu leben, "statt in obsolete Verbote zu flüchten". Interesse und Nachfrage der Fans seien weiter vorhanden.

Michow warnt jedoch, dass aktuell ausverkaufte Häuser vor allem auf vor der Pandemie getätigten Kartenverkäufe basierten. Diese würden den Unternehmen keine neuen Umsätze bringen. Derzeit seien daher trotz ausverkaufter Hallen oder Festivals teils bereits große Verluste erwirtschaftet worden, sagte Michow, der auch in Anspielung auf Inflation und Krieg erklärte: "Die Rahmenbedingungen für wirtschaftlich profitable Veranstaltungen sind miserabel".

Skeptisch zeigt sich Michow auch in Hinblick auf Herbst oder Winter: "Neuerliche Abstandsregeln und Kapazitätsbeschränkungen wären für das Veranstaltungsgeschäft tödlich". Er hofft, dass Lockdowns künftig ausbleiben: "Da leider davon ausgegangen werden muss, dass Corona oder auch andere Pandemien uns noch lange, wenn nicht zukünftig immer begleiten werden, hoffe ich nicht, dass die Politik immer wieder mit den gleichen Maßnahmen reagiert."