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Spotify glänzt zum Halbjahr mit Zuwächsen

Während Unternehmen wie Netflix angesichts der Großwetterlage Einbußen bei der Zahl der Kund:innen hinnehmen müssen, kann Spotify weiter zulegen. So meldet der Streamingdienst fürs zweite Quartal erneut prozentual zweistellige Zuwächse bei Abonnent:innen und Umsätzen. Zum Halbjahr steht unterm Strich sogar erneut eine schwarze Zahl, wenn auch nur im einstelligen Millionenbereich.

27.07.2022 13:11 • von
Weiter im Plus: während Netflix im Q2 fast eine Million verloren hat, kann Spotify die Zahl der zahlenden Premium-Kund:innen um weitere 14 Prozent steigern (Bild: Spotify-Präsentation, Screenshot)

Während manche Unternehmen angesichts der angespannten Großwetterlage deutliche Einbußen bei der Zahl der zahlenden Kund:innen hinnehmen müssen - Netflix zum Beispiel hatte im zweiten Quartal fast eine Million verloren - kann Spotify weiter zulegen. Der Streamingdienst meldete am 27. Juli 2022 kurz vor Handelsbeginn an der New Yorker Börse für das zweite Quartal erneut prozentual zweistellige Zuwächse bei Abonnent:innen und Umsätzen, und konnte in den meisten Bereichen die selbst gesteckten Erwartungen übertreffen.

In den drei Monaten von Anfang April bis Ende Juni erzielte das Spotify-Team um CEO Daniel Ek laut der aktuellen Zwischenbilanz (pdf) weltweit und über alle Angebotsformen hinweg Einnahmen von 2,864 Milliarden Euro, ein Umsatzplus von 23 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Die Einnahmen aus der Vermarktung des Musikabos wuchsen um 22 Prozent auf 2,504 Milliarden Euro, bei den Werbeerlösen im Free-Bereich ging es derweil im Vorjahresvergleich um 31 Prozent bergauf auf 360 Millionen Euro. Im Einnahmemix erreichten die Werbeerlöse damit laut Unternehmensangaben mit einem Anteil von nunmehr 13 Prozent "ein Allzeithoch".

Die Zahl der monatlich mindestens einmal aktiven Nutzer (MAUs) klettere im zweiten Quartal um 19 Prozent auf weltweit 433 Millionen, bei den Abonnent:innen zählte der Streamingdienst Ende des zweiten Quartals nun 188 Millionen, was einen Anstieg um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet. Die Zahl der aktiven Nutzer:innen des werbefinanzierten Einsteigermodells sprang schließlich um 22 Prozent auf 256 Millionen.

Obwohl Spotify das zweite Geschäftsjahresquartal mit einem operativen Vorsteuerverlust in Höhe von 194 Millionen abschloss, steht nach den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres unterm Strich erneut eine schwarze Zahl, zumindest, wenn man auf das den Eigentümern des Mutterunternehmens anzurechnende Ergebnis schaut: Schon im vergangenen Jahr hatte der Konzern für den Zeitraum von Anfang Januar bis Ende Juni 2021 einen kleinen Nettogewinn in Höhe von drei Millionen Euro ausweisen können. Fürs laufende Jahr verdoppelte sich dieser Wert nun auf sechs Millionen Euro.

Das jüngste Geschäftsjahr hatte Spotify mit einem operativen Plus in Höhe von 94 Millionen Euro abgeschlossen und dabei die Nettoverluste auf noch 34 Millionen Euro drücken können.

Text: Knut Schlinger