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GEMA-Justiziar lobt Facebook in Lizenzfragen

Unter dem Namen Music Revenue Sharing brachte die Facebook-Mutter Meta jüngst ein Tool ans Netz, das eine Brücke zwischen nutzergenierten Videoinhalten einerseits und vorab lizenzierter Musik andererseits schlagen soll - mit entsprechender Vergütung der Rechteinhaber. GEMA-Justiziar Tobias Holzmüller wertet das als richtigen Schritt.

27.07.2022 11:49 • von
Songs von Acts wie Post Malone gehören bereits mit zum geklärten Katalog: Blick in den Rights Manager genannten Werkzeugkasten des neuen Facebook-Programms Music Revenue Sharing (Bild: about.fb.com, Screenshot)

Unter dem Namen Music Revenue Sharing brachte die Facebook-Mutter Meta jüngst ein Tool ans Netz, das eine Brücke zwischen nutzergenierten Videoinhalten auf der Plattform einerseits und vorab für die Nutzung in solchen UGC-Videos freigegebener Musik andererseits schlagen soll - mit entsprechender Vergütung der Rechteinhaber aus dem Musikgeschäft.

Über den sogenannten Rights Manager können dafür qualifizierte Creator auf einen Katalog an lizenzierter Musik zugreifen, um die in ihre Clips einzubinden. Werbeerlöse sollen dann nach einem fixen Schlüssel verteilt werden. 20 Prozent der so generierten Gelder sollen die UGC-Produzenten erhalten, die verbleibende Summe fließt an Rechteinhaber und den Meta-Konzern. Details zu dem Programm erläutert Facebook am 25. Juli 2022 in einem Blog-Posting und zeitgleich auf seinen Creator-Seiten.

Das Vorgehen des Konzerns sorgte bereits für ein gewisses Rauschen im Blätterwald. Auch GEMA-Justiziar Tobias Holzmüller verfolgt den Vorstoß von Facebook interessiert, und meldet in einem Beitrag bei Linkedin "gute Nachrichten von der Lizenzierungsfront": So habe Meta angekündigt, dass Künstler:innen, Autoren:innen und musikalische Rechteinhaber künftig für die Verwendung ihrer Werke in UGC-Videos auf Facebook nutzungsbasiert vergütet werden sollen.

Zwar sei abseits der ausgelobten Beteiligung von 20 Prozent für die Creator noch nicht klar, welchen Anteil der Werbeeinahmen Meta für sich selbst beanspruchen wolle, "aber der Mechanismus ist der richtige", betont Hozmüller: "Geben wir Uploadern und Influencern einen Anreiz, lizenzierte Musik in ihren Videos zu verwenden, um Zuschauer anzuziehen, und beteiligen wir die Musikrechteinhaber an diesen Erfolgen", umreißt Holzmüller den Vorgang.

Sein Fazit: "So funktionieren intelligente Lizenzvereinbarungen."

Text: Knut Schlinger