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Jamel rockt den Förster feiert Jubiläum

Am 12. und 13. August begehen Birgit und Horst Lohmeyer mit der 15. Ausgabe von Jamel rockt den Förster, dem "Festival für Demokratie und Toleranz", ein Jubiläum. Namhafte Acts, die indes im Vorfeld nicht verraten werden, wollen wieder mitwirken, um ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und -populismus zu setzen.

25.07.2022 15:22 • von Frank Medwedeff
Bleiben standhaft und erhöhen zum Jubiläum die Kapazität des Festivals: Birgit und Horst Lohmeyer (Bild: Charles Engelken)

Am 12. und 13. August begehen Birgit und Horst Lohmeyer auf dem Jameler Forsthof im Nordwesten Mecklenburgs mit der 15. Ausgabe von Jamel rockt den Förster, dem "Festival für Demokratie und Toleranz", ein Jubiläum.

Das Ehepaar rief das Festival 2007 ins Leben, "um zu zeigen, wie sich eine gezielte Besiedelung durch Neonazis auf das Gemeinwesen auswirkt, welche Gefahren von deren Agitationen ausgehen, und dass sich jede*r Einzelne durchaus gegen die Unterwanderung gesellschaftlicher Felder durch diese Menschenfeinde zur Wehr setzen kann". Für ihr zivilgesellschaftliches Engagement wurden die Lohmeyers vielfach ausgezeichnet, sahen sich aber in den 18 Jahren, in dem sie in Jamel leben, auch vielen Anfeindungen und Attacken, um sie zu vertreiben, ausgesetzt: Mehr als 50 Straftaten aus dem direkten Dorfumfeld wurden demnach in diesem Zeitraum an ihnen verübt.

"Wir wollen mit unserem nicht-kommerziellen, ehrenamtlich organisierten Festival zeigen, wie man sich - ganz entspannt und gewaltfrei - für Demokratie und gegen Rechtsextremismus und -populismus aussprechen kann", so Horst Lohmeyer. In diesem Jahr erwarte man deutlich mehr Besucher*innen als bislang, da die Veranstalter:innen das Live-Event konzeptionell auf eine Kapazität von 3500 Personen erweitert haben.

Resttickets für das 15-jährige Jubiläum gibt es noch unter www.forstrock.de. In den letzten Jahren haben Musiker*innen und Bands wie Die Toten Hosen, Die Ärzte, Fettes Brot, Madsen, Wolf Maahn, Kraftklub, Casper & Marteria, die Donots, die Beatsteaks, Max Herre, Herbert Grönemeyer oder Thees Uhlmann mit ihren Auftritten das Anliegen von Horst und Birgit Lohmeyer unterstützt und sich solidarisch mit ihnen erklärt.

Auch in diesem Jahr sollen wieder "prominente und hochkarätige Bands" der Einladung des Festival-Trägervereins GFS e.V. folgen. "Doch wer auftreten wird, halten wir wie gewohnt geheim, bis die Bands dann auf der Bühne stehen", bekräftigt Birgit Lohmeyer. "Zusätzlich gibt es wieder viele Infostände, Workshops, einen Film und zum ersten Mal eine Kleinkunstbühne für die Auftritte lokaler Künstler*innen im Rahmenprogramm."

Horst Lohmeyer ergänzt: "Wir sind stolz und glücklich, dass die Festivalgäste, unsere ehrenamtliche Helfer*innen-Crew und so viele fantastische Bands uns seit Jahren unterstützen. Das gibt uns die Kraft, um uns weiter gegen die Angriffe und Anfeindungen zu behaupten und der Ideologie der Neonazis weiter unser Engagement entgegenzusetzen."

Wer das Festival unterstützen möchte, könne auf jamelrockt.betterplace.org "mit wenigen Klicks eine Spende platzieren".