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Festivalwochenende: Dreistellig am Niederrhein und in Karlsruhe

Während das Parookaville eine Gesamtbesucherzahl von 225.000 meldet, kommt das Karlsruher Fest gar auf 260.000. Zudem pilgerten 60.000 Deichbrand-Fans nach Nordholz.

25.07.2022 13:37 • von Dietmar Schwenger
Fand wieder statt: Parookaville (Bild: Robin Böttcher, Moments Fotography)

"Vor 225.000 Besucher:innen aus über 40 Ländern sowie Millionen Zuschauer:innen im Stream gelang Deutschlands größtem Electronic Music Festival vom 22. bis 24. Juli 2022 am Airport Weeze mit Show-Highlights von Tiësto, Steve Aoki, Scooter und über 300 weiteren Acts eine fulminante Rückkehr bei perfektem Festivalwetter", teilt die veranstaltende Parookaville GmbH mit. An drei Show- und fünf Camping-Tagen inklusive PreParty am Donnerstag tanzten die sogenannten Parookaville-Citizens.

Neben Elektronik-Acts wie Robin Schulz hatten Bernd Dicks und sein Team für die sechste Ausgabe auch Querbeat, Blümchen und 257ers sowie als Überraschungsgast Olaf den Flipper gebucht. Dessen Flippers-Hit "Wir sagen danke schön" bezeichnet Parookaville als "inoffizielle Campsite-Hymne des Wochenendes".

Der Auftritt der Kölner Band Kasalla am Samstagabend brach der Veranstalter jedoch wegen zu großen Zuschauergedränges vorzeitig ab. "Es war sehr voll und sehr eng", berichtete eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur. (dpa) "Aber es herrschte keine Panik, niemand kletterte über Zäune oder Absperrungen." Der Abbruch sei nicht von Polizei-Seite erfolgt. Dagegen entschloss sich das Festival aus Sicherheitsbedenken "prophylaktisch" das Konzert der Band nach wenigen Liedern vorzeitig zu beenden, wie Veranstaltungssprecher Philip Christmann der dpa sagte. "Es war vor der relativ kleinen Bühne eine Kombination von großem Fanandrang und Durchgangsverkehr der anderen Besucher."

Insgesamt fällt das Fazit aber sehr positiv aus. "Wir haben drei Jahre für die Tonne geplant und durften jetzt endlich wieder unsere Lieblingsstadt für die Bürgerinnen und Bürger aufbauen", sagt Dicks als Co-Gründer und Co-Veranstalter. "Das ganze Team hat dafür extrem hart gearbeitet und wir wurden belohnt mit der puren Lebensfreude in der City und auf der Campsite. Parookaville ist das größte, friedlichste und einzigartigste elektronische Musikfestival in Deutschland und wir können die Rückkehr im Jahr 2023 kaum erwarten."

Der Streamer Knossi berichtete auf seinem seinen Twitch-Kanal live vom Festival. Dabei fuhr er mit dem "San Hejmo"- Zug, mit das Festival für das Festival San Hejmo wirbt, dessen Premiere am 20. August 2022 an gleicher Stelle über die Bühne geht. Der Parookaville-Livestream, präsentiert von der Bank ING, wurde im vertikalen 9:16 Format auf TikTok sowie im 16:9-Format auf weiteren Plattformen übertragen. "Die 21 Stunden Live-Sendung steigerten ihre Reichweite über die drei Showtage im Vergleich zu 2019 nochmals deutlich", heißt es aus Weeze, wobei keine absolute Zahlen genannt werden, nur dass es gut fünf Millionen Likes allein auf TikTok gegeben habe.

Gut angenommen wurde auch zwei Penny-Supermärkte auf dem Gelände, wie Marcus Haus, Bereichsleiter Marketing Penny ausführt: "Penny ist gemeinsam seit 2015 mit dem Parookaville gewachsen: Wir betreiben in diesem Jahr zwei Festivals Stores im Base Camp: Zum einen den größten Penny Markt Deutschlands und noch einen weiteren: Unseren AzubiStore, in dem unsere Auszubildenden ein Gefühl dafür bekommen, was es bedeutet einen Markt zu leiten noch dazu einen so besonderen."

Die Besucherzahl von 260.000 bei Das Fest ergibt sich, weil die veranstaltende KME Karlsruhe Marketing und Event GmbH auch die Menschen mitgezählt hat, die vom 21. bis 24. Juli auch die kostenlosen Bereiche der Veranstaltung besucht haben. "Wir freuen uns zu sehen, mit welcher Liebe die Leute zurückkehren und mit welcher Rücksichtnahme", erklärt Geschäftsführer Martin Wacker. Bis auf einen mutmaßlichen Fahrraddieb und Wespenstiche habe es keine Vorfälle gegeben. Für das kostenpflichtige Musikprogramm waren unter anderem Seeed gebucht.

In Norddeutschland pilgerten 60.000 Deichbrand-Fans nach Nordholz, wo vom 21. bis 24. Juli die 17. Ausgabe des Festivals anstand. "Alle in der Crew tragen ein Lächeln auf den Lippen und genießen diese Auszeit vom Alltag in vollen Zügen, und wenn es nach uns geht, dürfte das Festival noch ein paar Tage länger andauern», sagte Marc Engelke von der veranstaltenden Agentur ESK Events & Promotion. An den vier Tagen traten unter anderem Steve Aoki, Dropkick Murphys oder Nightwish und Kraftklub auf.

Vom 14. bis zum 23. Juli fand auf dem Parkplatz vor dem Hamburger Volksparkstadion das von STP Hamburg Konzerte ausgerichtete Open Air am Volkspark statt, das insgesamt 90.000 Personen anzog. Die Fläche sei mit ihrer Infrastruktur geübt in der Umsetzung von Großveranstaltungen und verkehrstechnisch gut angebunden", heißt es aus der Hansestadt.

Die Kapazität der Fläche liegt bei 20.000 pro Veranstaltung. Drei der fünf Konzerte waren ausverkauft, weswegen das Team um Diak Haring mitteilt. "Die Abende am Volkspark waren ein voller Erfolg." Den Anfang machten die Toten Hosen am 14. Juli, weitere Acts waren Marteria, Jan Delay & Disko No.1 und Trailerpark. Die Band Broilers sorgte am 23. Juli für das Finale.

Diak Haring, Geschäftsführer von Hamburg Konzerte, und sein Team sind froh, die besonderen Herausforderungen aufgrund der Pandemie so gut gemeistert zu haben: "So etwas ist nur möglich durch kooperative und gut koordinierte Zusammenarbeit der verschiedenen Dienstleister und Produktionen."

Der vom Concertbüro Oliver Forster (COFO) ausgerichtete Raiffeisen Kultursommer in Tüßling bei Altötting hat mit 27.000 Menschen einen neuen Besucherrekord aufgestellt. Dazu konnten Schirmherrin Stephanie Gräfin Bruges von Pfuel, Veranstalter Oliver Forster und Reinhard Frauscher, Vorstandsmitglied der meine Volksbank Raiffeisenbank als Sponsor gleich zweimal einen Sold-Out-Award vergeben:

Jeweils 8500 Fans waren dabei, als Sarah Connor am 21. Juli und einen Tag später Sting dort auftrat. Bei Toto am 20. Juli waren es gut 3500. bei Wanda und Josh. am 23. Juli rund 6500 Später folgen noch die Auftritte von Rainhard Fendrich, Hubert von Goisern (26. August) in Altötting, sodass es am Ende über 32.000 sein könnten, wie COFO erwartet.

Allgäu Concerts zieht derweil eine positive Bilanz des ersten Wochenendes der beiden Open Air Reihen. Am 23. Juli starteten die Königswinkel Open Airs mit Roland Kaiser und die Schloss Salem Open Airs mit Hubert von Goisern. Zum Open Air Konzert von Roland Kaiser im Barockgarten am Festspielhaus Neuschwanstein in Füssen kamen über 8000 Besucher

"Die Kulisse im Barockgarten ist aber auch einfach malerisch. Die Bühne steht zum Teil im Wasser des Forggensees, im Hintergrund eine Bergkette der Allgäuer Alpen mit den Königsschlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau", teilt Allgäu concerts mit.

Weiter geht es am 29. Juli mit Sarah Connor (8500 Besucher erwartet), Sido am 30. Juli (7000 Besucher erwartet) und Wincent Weiss am 31. Juli (5000 Besucher erwartet).

Und auch in Salem wurden die Open Air Reihe mit einem Konzert von Hubert von Goisern am Samstag eröffnet. Vor Ort erlebten 3500 Menschen den Künstler live im Schlosshof. Auch hier folgt am 28. Juli Sarah Connor mit einem ausverkauften Konzert (6500 Besucher). Im August geht es dann weiter mit Jonas Kaufmann (4. August) und James Blunt (5. August).

"Bei beiden Konzerten lief die Organisation am Samstag reibungslos. Die Zusammenarbeit mit dem Festspielhaus Neuschwanstein und der Verwaltung von Schloss Salem war freundschaftlich, eingespielt, unkompliziert und effizient", teilt der Veranstalter mit. "Wir sind sehr froh auf die einspielten Abläufe, Strukturen und die treuen Partner in Salem und Füssen zurückgreifen zu können. Das hilft uns sehr, unsere Open Air Konzerte relativ reibungslos abzuwickeln trotz der allseits bekannten Herausforderungen der Corona-Krise", so Geschäftsführerin Michaela SchneiderMit 22.000 meist jugendlichen Gästen war das Oben Ohne Open Air auf dem Münchner Königsplatz bereits vorab ausverkauft. Gebucht hatte der Kreisjugendring der Stadt unter anderem Badmómzjay, Provinz, Becks, Felly und Jeremias.

Am 23. und 24. Juli ging das Amphi Festival wieder am Kölner Tanzbrunnen über die Bühne. "Ein grandioses Wochenende liegt hinter uns", schreibt die veranstaltende Amphi Festival GmbH um die beiden Geschäftsführer: Kai Lotze und Marco Goethel auf der Festivalwebsite. "12.500 von euch haben den Weg nach Köln gefunden, geniale Konzerte erlebt, gescherzt, gelacht, getanzt und nach der langen Zeit eine Extraportion Sonne getankt."t.

Rund 10.000 Techno- und HipHop-Fans besuchten vom 22. bis 24. Juli 07.22 die Nation of Gondwana in Grünefeld. Das Festival hatte im Vorfeld für Schlagzeilen gesorgt, weil es vor dem Zutritt einen negativen Coronatest verlangte.