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DG und Bayreuther Festspiele bauen Partnerschaft aus

Die Deutsche Grammophon und die Bayreuther Festspiele haben den weiteren Ausbau ihrer langjährigen Partnerschaft verkündet. Passend dazu zeigt das Portal DG Stage den kompletten "Ring des Nibelungen" in der Neuinszenierung von Valentin Schwarz als Videostream.

25.07.2022 12:53 • von Frank Medwedeff
Will in Kooperation mit den Bayreuther Festspielen "begeisterndes Musiktheater" vermitteln: DG-President Clemens Trautmann (Bild: Universal Music)

Die Deutsche Grammophon und die Bayreuther Festspiele geben den Ausbau ihrer langjährigen Partnerschaft bekannt. Clemens Trautmann, President Deutsche Grammophon, stellte die neuen Pläne im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz vor, zu der die Festspielleiterin Katharina Wagner führende Bayreuther Mitwirkende und Vertreter der Bayreuther Festspiele geladen hatte, um über das Programm auf dem Grünen Hügel für dieses und das kommende Jahr sowie künftige Vorhaben zu informieren.

Das jüngste gemeinsame Projekt der Partnerschaft sei ein absolutes Highlight, wie Trautmann betonte: die Onlinepremiere vom vollständigen "Ring des Nibelungen" in der mit Spannung erwarteten Neuinszenierung des renommierten österreichischen Regisseurs Valentin Schwarz. Richard Wagners berühmter Zyklus, bestehend aus den vier Opern "Das Rheingold", "Die Walküre", "Siegfried" und "Götterdämmerung", wird bei den diesjährigen Festspielen in Bayreuth insgesamt dreimal komplett aufgeführt, beginnend mit der "Rheingold"-Premiere am 31. Juli.

Die Premiere der "Götterdämmerung" soll bereits ab 7. August auf DG Stage zu erleben sein. Wagner-Fans seien eingeladen, sich schon jetzt online anzumelden für weitere Informationen zum neuen Ring und anderen Bayreuther Medienproduktionen.

Für das deutsche Medienpublikum kooperieren die Deutsche Grammophon (DG) und der Bayerische Rundfunk demnach "intensiv im Bereich der Produktion". Im Rahmen dieser Zusammenarbeit werde "Das Rheingold" auch zwischen dem 25. und 31. Dezember 2022 in der BR-Mediathek zu sehen sein, neben der ohnehin bereits geplanten und kommunizierten Ausstrahlung der "Götterdämmerung" im Video-Livestream am 5. August und dann im TV am 6. August um 20.15 Uhr auf 3sat. Im ARD Radiofestival präsentiert BR-Klassik live die Festspieleröffnung mit "Tristan und Isolde" am 25. Juli sowie den gesamten "Ring" ab 31. Juli.

Unter der musikalischen Leitung von Cornelius Meister treten Lise Davidsen, Iréne Theorin, Stephen Gould, Tomasz Konieczny, Andreas Schager, Klaus-Florian Vogt und Georg Zeppenfeld im "Ring des Nibelungen" auf. Die vier Musikdramen "erscheinen noch dieses Jahr weltweit in bester Bild- und Tonqualität als 4K-Video im immersiven Surround-Sound", wie die DG meldet.

"Um Musikenthusiasten und Kulturschaffenden ein Forum für innovatives Videostreaming zu eröffnen", hat das zu Universal Music gehörende Label 2020 DG Stage gestartet. Unter der Leitung von Robert Zimmermann, DG Vice President Consumer Business, entwickele man das Angebot weiter "im Hinblick auf technologischen Standard, Breite der Inhalte sowie Fan- und Nutzererlebnisse". Damit schaffe die Deutsche Grammophon "eine digitale Heimat für das umfassendste Angebot der Bayreuther Festspiele in Audio und Video".

Die Zusammenarbeit der Bayreuther Festspiele und der Deutschen Grammophon reicht zurück bis in die 1960er- und 1970er-Jahre, zu legendären Tonaufnahmen von Karl Böhm und Pierre Boulez. 2015 habe man die Partnerschaft neu begründet mit der Veröffentlichung von "Tristan und Isolde" in der Regie von Katharina Wagner. 2020 und 2021 intensivierte sich die Kooperation weiter mit den coronabedingt ersten virtuellen Bayreuther Festspielen. So wurde 2020 das Eröffnungskonzert unter Leitung von Christian Thielemann gezeigt, während 2021 neben der Eröffnungspremiere von "Der fliegende Holländer" zehn Inszenierungen der Saison sowie zuletzt aufgeführte Festspielproduktionen und exklusive Interviews mit Bayreuther Stars aus vergangenen Produktionen zu sehen waren.

Als Teil der erweiterten Partnerschaft werde die Deutsche Grammophon auf DG Stage außerdem "maßgebliche Produktionen der letzten zwei Dekaden" online ausstrahlen, darunter Christoph Marthalers "Tristan und Isolde" (2005), Tankred Dorsts "Die Walküre" (2006) und Katharina Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg" (2007). Ein weiterer Höhepunkt ist der sogenannte "Jahrhundert-Ring" von Patrice Chéreau und Pierre Boulez aus dem Jahr 1980.

Für die internationale Distribution in Kino und TV arbeitet die Deutsche Grammophon mit C Major Entertainment zusammen, damit der neue Ring und ausgewählte Bayreuther Archivproduktionen "einem weltweiten Publikum zugänglich" werden.

Katharina Wagner erklärt: "Unsere Medienpartnerschaft mit Deutsche Grammophon hat in den vergangenen Spielzeiten entscheidend dazu beigetragen, wichtige Bayreuther Produktionen einem weltweiten Publikum online zugänglich zu machen. Wir freuen uns auf die nächste spannende Etappe dieser Kooperation. Unsere Zusammenarbeit mit dem Label gibt Menschen weltweit die Gelegenheit, gemeinsam den Ring-Zyklus von Valentin Schwarz zu erleben, zugleich findet durch sie der reiche Katalog Bayreuther Produktionen eine große internationale Öffentlichkeit."

"Dass wir den Bayreuther Festspielen eine virtuelle Bühne eröffnen dürfen, die dieses einzigartige Musikerlebnis in all seinen Facetten erlebbar macht, ehrt uns sehr", bemerkt Clemens Trautmann. "Die langjährige Beziehung des Labels zu Bayreuth spiegelt sich in unseren vielfältigen Veröffentlichungen, die Querbezüge und Interpretationsvergleiche ermöglichen und vor allem begeisterndes Musiktheater vermitteln. Wir bauen auf die bisherige gemeinsame Arbeit auf, damit die fesselnden Musikdramen von Richard Wagner ein großes globales Publikum finden."