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Charts: Duos dominieren doppelt

"Deutschrap brandneu" zelebrieren die Genrestars Farid Bang und Capital Bra auf ihrem ersten gemeinsamen Album und schnappen sich damit sogleich das Zepter in den Top 100 Longplay vor dem Bremer Sludge-Metal-Zweiergespann Mantar. Und auch bei den Singles liegen zwei Duos vorn: DJ Robin & Schürze bleiben ganz oben vor der bewährten Rapkombination Bonez MC und Raf Camora.

22.07.2022 16:09 • von Frank Medwedeff
Bei den Alben im Duett auf dem Chartsgipfel: Farid Bang (links) und Capital Bra (Bild: Warner Music)

"Deutschrap brandneu", das erste gemeinsame Studioalbum der Genrestars Farid Bang und Capital Bra, entert die Top 100 Longplay der Offiziellen Deutschen Charts sogleich auf der Pole Position. Farid Bang verbucht damit (inklusive seiner Kollaborationen mit Kollegah) bereits seine siebte Nummer eins in der deutschen Longplayhitliste und Capital Bra seine fünfte.

Auch den zweiten Platz belegt ein frisch eingestiegenes Zweierteam - nämlich das norddeutsche Sludge-Metalduo Mantar mit seinem Werk "Pain Is Forever And This Is the End".

Rammstein verharren mit "Zeit" an der dritten Stelle, während sich Harry Styles mit "Harry's House" von Rang acht der Vorwoche auf vier zu verbessern weiß. Als Wiedereinstieg kommt "Vol. 3 (The Subliminal Verses)" von Slipknot aufgrund einer limitierten Vinylneuauflage auf Platz fünf.

Auch Sarah Connors "Muttersprache" gelangt im Zuge der Wiederveröffentlichung des Albums als Doppel-LP auf gelbem Vinyl als Reentry auf den sechsten Rang.

Neueinsteiger sind auf sieben Alan Parsons mit "From The New World" und auf der Acht die New Yorker Band Interpol, deren frisch erschienenes Album "The Other Side Of Make-Believe" heißt. City profilieren sich mit "Die letzte Runde" als Aufsteiger der Woche durch einen Satz von 98 auf neun - zurückführen auf neue Editionen mit einem Buch über die Band als zusätzlicher Kaufanreiz. Und als Wiedereinstieg auf dem zehnten Platz taucht "Show Us Your Hits" auf, der auf Schallplatte nochmals aufgelegte Sampler der Bloodhound Gang von 2010.

Direkt in die Top 20 als Neuzugänge schlüpfen die Metaller Sinner, die auf Rang zwölf für "Brotherhood" werben, einen Rang dahinter Gitarrenvirtuose Jeff Beck und der musizierende Schauspieler Johnny Depp und deren Kooperation "18" sowie die angesagte US-Sängerin, Rapperin und Songschreiberin Lizzo mit "Special" an 18. Stelle.

40,0 Prozent Marktanteil weist Universal Music als führende Company in der Distributorenrangliste zu den Longplaycharts auf. Warner Music nimmt den zweiten Rang ein (29,7 Prozent). Auf den Positionen drei bis fünf platzieren sich Sony Music (14,0 Prozent), Believe/GoodToGo (7,1 Prozent) und Kontor/Edel (4,5 Prozent).

DJ Robin & Schürze behaupten mit ihrem polarisierenden Ballermann-Schlager "Layla" die Führung in den Top 100 Singles in der fünften Woche - und konnten dabei in der aktuellen Erhebungswoche laut GfK Entertainment die Abrufzahlen "abermals deutlich steigern".

Wie bei den Alben belegen auch in der Singlesauswertung zwei Duos die ersten beiden Plätze, denn Bonez MC und Raf Camora avancieren mit "Letztes Mal", dem ersten Vorboten ihrer für September angekündigten neuerlichen Albumkollaboration "Palmen aus Plastik 3", zu Vizemeistern der Woche.

Liaze nimmt eine Rangstufe nach unten, bleibt mit "'Paradise" als Dritter aber weiterhin auf dem Podium. Für Luciano und sein "Beautiful Girl" geht es um eine Position nach oben auf die Vier, während "Follow", die gemeinsame Aufnahme von Kontra K, Sido & Leony, von drei auf fünf sinkt.

Rin rappt sich als zweitbester Neueinsteiger der Woche mit "Commitment Issues" auf Listenplatz neun.

Universal Music siegt auch einmal mehr in der Vertriebswertung bei den Singles per Wochenanteil von 48,4 Prozent und distanziert Sony Music (25,7 Prozent), Warner Music (16,6 Prozent), Believe/GoodToGo (7,1 Prozent) sowie Kontor/Edel (2,2 Prozent).

Die "Ballermann Hits 2022" lassen in den Top 30 Compilations der gesamten Konkurrenz nochmals das Nachsehen. "Die ultimative Chart Show - Die besten Sommer-Hits" klettert von drei auf zwei und vollzieht somit einen Platztausch mit den "Bravo Hits 117".

"Dream Dance - Best Of 41 - 44" hält hier Einzug auf Rang vier und ist einzige erstmals aufgeführte Kopplung unter den ersten Zehn.

Universal Music verfehlt als nach wie vor marktbeherrschender Vertrieb im Bereich Compilations die Zweidrittelmehrheit nur knapp angesichts eines Anteils von 64,4 Prozent. Zweistellige Werte vor dem Komma weisen sonst nur die anderen Majors Sony Music (18,0 Prozent) sowie gerade noch Warner Music (10,1 Prozent) auf. Kontor/Edel (4,2 Prozent) und Believe/GoodToGo (1,3 Prozent) belegen die Plätze vier und fünf.