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Rekordandrang beim Montreux Jazz Festival

Die 56. Ausgabe des Montreux Jazz Festivals verzeichnete vom 1. bis 16. Juli 2022 mit mehr als 250.000 Besucher:innen eine neue Rekordzahl.

19.07.2022 11:58 • von Frank Medwedeff
Zog mehr Besucher:innen an denn je: das Montreux Jazz Festival 2022 (Bild: Montreux Jazz Festival Foundation)

Die 56. Ausgabe des Montreux Jazz Festivals, die vom 1. bis 16. Juli 2022 am Genfer See über die Bühne ging, verzeichnete mit rund 250.000 Besucher:innen eine neue Rekordzahl. Bei den kostenpflichtigen Konzerten sei eines der besten Resultate der letzten zehn Jahre erzielt worden: Die Auslastung lag hierbei bei 85 Prozent, und 17 Shows waren demnach komplett ausverkauft. Das Organisationsteam meldet zudem, dass der Absatz an Essen und Getränken die Erwartungen übertroffen habe.

Zu den Höhepunkten zählte der Auftritt des britischen Hiphop-Stars Stormzy im Montreux Jazz Lab, der mit einer Gospel-Rap-Performance zusammen mit einem sechsköpfigen Chor und einer Blechbläsergruppe überraschte und sich in live von ihm noch nie zuvor dargebrachten Stücken in einen Crooner verwandelte.

Radiohead-Sänger Thom Yorke spielte mit dem neuen Bandprojekt The Smile einen brandneuen Song, den er erst am Tag des Auftritts in Montreux geschrieben hatte.

Diana Ross zelebrierte beim Montreux Jazz Festival den Abschluss ihrer Europatournee und lud dabei ihre ganze Familie zum Finale der Show auf die Bühne. Der Gig von Nick Cave & The Bad Seeds wurde von 17 Kameras für eine spätere Veröffentlichung gefilmt.

Zum Künstleraufgebot gehörten in diesem Jahr unter anderem auch Jamie Cullum, Van Morrison, John Legend, Robert Plant & Alison Krauss, Magma, Jacques Dutronc, Melody Gardot, Lady Blackbird, Juanes, Robert Stillman oder Måneskin.

Sehr gut angenommen worden vom Publikum seien neue Austragungsorte für kostenfreie Programmpunkte wie das ambitionierte Projekt Lake House mit acht Räumlichkeiten auf drei Stockwerken im Petit Palais. Hier gab es rund um die Uhr etwa Konzertmitschnitte auf einer Kinoleinwand, man konnte "Live At Montreux"-Vinylplatten in der Montreux-Bibliothek anhören, Flipper-Automaten und Jukeboxen nutzen oder Jam-Sessions und Konzerten junger Jazzmusiker:innen beiwohnen.

Auch wenn das Festival wie die Rückkehr zur Normalität nach der Absage 2020 und den coronabedingten Einschränkungen 2021 ausgesehen habe, habe es das Veranstalterteam der Montreux Jazz Festival Foundation doch mit "unzähligen Herausforderungen" hinsichtlich der Ressourcen, der Versorgungslage und der Logistik zu tun gehabt. Ein Problem sei die tägliche Absage von Flügen gewesen, so dass auch für Major-Headliner zum Teil Last-Minute-Lösungen gefunden werden mussten, um sie rechtzeitig auf die Bühnen in Montreux zu bringen. Bei 450 kostenfreien Events und 70 kostenpflichtigen Konzerten habe indes nur "eine Handvoll" der engagierten Künstler:innen letztlich absagen müssen.