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Deezer beim Börsendebüt unter Druck

Am 5. Juli war es soweit: Deezer gab sein Debüt an der Börse. Allerdings gerieten die Papiere des Streamingdienstes an der Pariser Euronext gleich unter Druck.

05.07.2022 16:00 • von
Legt mit Deezer ein durchwachsenes Debüt hin: CEO Jeronimo Folgueira, hier bei einer Präsentation im März 2022 (Bild: Imago, Federico Pestellini, Panoramic)

Den ersten Anlauf für einen Börsengang hatte Deezer im Herbst 2015 noch abgeblasen - und zur Begründung dafür damals das schwierige Marktumfeld angeführt. Mitte April 2022 fiel dann, trotz steigender Inflationszahlen und Putins Angriffskrieg auf die Ukraine, der Startschuss für den zweiten Anlauf.

Der von CEO Jeronimo Folgueira geleitete Streamingdienst schlüpft bei einer Bewertung von rund 1,05 Milliarden Euro in einen bereits an der Pariser Wertpapierbörse gelisteten Firmenmantel: Diese sogenannte Special Purpose Acquisition Company (SPAC) hörte zunächst auf den Namen I2PO und wurde gegründet von Investmentbanker Matthieu Pigasse (Centerview Partners) und Iris Knobloch (Lazard, Ex-Warner Media), mit an Bord ist zudem Milliardär Francois Pinault (Artemis, Kering). Mit dem Zusammenschluss wurde I2PO inzwischen in Deezer umbenannt.

Am 5. Juli war es soweit: Deezer gab sein Debüt an der Börse. Allerdings gerieten die Papiere des Streamingdienstes an der Pariser Euronext gleich unter Druck: Lag der Eröffnungspreis noch bei 8,50 Euro, so fiel der Kurs im Laufe des Vormittags zwischenzeitlich um bis zu 35 Prozent auf einen Tiefstwert von 5,52 Euro, pendelte sich dann gegen Mittag aber bei gut 6,50 Euro ein, was einem Minus von immer noch rund 24 Prozent entsprach. Am Nachmittag, gegen 15.30 Uhr, rangierten die unter dem Kürzel DEEZR gehandelten Aktien des Unternehmens bei 6,20 Euro, rund 27 Prozent unter dem Wert vom Handelsbeginn.

CEO Jeronimo Folgueira bezeichnete den Börsengang in einem Beitrag auf den Blog-Seiten von Deezer dennoch als "Meilenstein" sowie als "ersten Schritt" einer Entwicklung, die dem Unternehmen einen "noch größeren" Anteil am weiter wachsenden Streamingmarkt bescheren soll.

Bei der Bekanntgabe der aktuellen Börsenpläne im April hatte man bei Deezer das Ziel ausgegeben, binnen drei Jahren die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro zu erreichen. Für 2021 nannte der Börsenprospekt noch Umsätze von rund 400 Millionen Euro und eine Gesamtzahl von 9,6 Millionen Abos.

Text: Knut Schlinger