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FEAT sieht große Auswirkungen auf Zweitmarkt dank EU-Urteil

Der von der EU-Kommission beschlossene Digital Services Act schreibt laut der Ticketingallianz FEAT das digitale Regelbuch neu. Der Zusammenschluss, der gegen den unautorisierten Ticketzweitmarkt kämpft, sieht "große Auswirkungen" des Beschlusses für den Sekundärmarkt.

05.07.2022 15:22 • von Dietmar Schwenger
Begrüßt den Digital Services Act: FEAT-Director Neo Sala (Bild: Nalda)

Der von der EU-Kommission beschlossene Digital Services Act schreibt laut der Face-Value European Alliance For Ticketing (FEAT) das digitale Regelbuch neu. Der Zusammenschluss, der gegen den unautorisierten Ticketzweitmarkt kämpft, sieht "große Auswirkungen" des Beschlusses für den Sekundärmarkt. So muss der Onlinehandel künftig professionelle Wiederverkäufer kenntlich machen und verifizieren. Auch dürfen Zweitmarktplattformen künftig keine "dunklen Muster" mehr beim Weiterverkauf von Tickets einsetzen, mit denen Ticketkäufe über Manipulatioen gesteuert werden.

Auch müssen solche Unternehmen jährliche Reports vorlegen, die die iliegalen Aktivitäten ausweisen - etwa wenn die Plattformen gezwungen wurden, bestimmte Ticketangebote zu entfernen. Die EU-Länder sollen sogenannte Digital Services Coordinators ernennen, die die neuen Regeln umsetzen sollen. Den von der FEAT begrüßten Beschlüssen sei eine zweijährige Lobby-Arbeit vorausgegangen, teilt die Allianz mit.

Zu den Folgen der Beschlüsse gehört auch, dass Zweitmarktplattformen immer klar zu erkennen geben müssen, wenn Tickets von Dritten verkauft werden.

Die FEAT weist darauf hin, dass der Wert des unautorisierten Zweitmarkts trotz der Pandemie im Jahr 2021 auf 1,83 Milliarden Euro geschätzt wurde. Bis 2023 hätte er einen Wert von 2,29 Milliarden Euro erreicht, wenn er nicht gestoppt wird. All diese Gelder würden der Kultur- und Sportbranche fehlen, wenn die Ticketsummen statt für reguläre Anbieter für Zweitmarkthändler ausgegeben werde. Auch wenn die Allianz erfreut sei über die endlich erfolgte Gesetzgebung, so betont sie, dass der Gesetzestext hätte weiterreichen können. Deswegen werde man auch künftig für härtere Gesetze gegen den Zweitmarkt kämpfen

Neo Sala, Director FEAT und Gründer & CEO Doctor Music, führt aus, dass die FEAT den neuen Digital Services Act begrüßt. Er sei ein Meilenstein in der Online-Gesetzgebung. "Wir hoffen, dass er hilft, die manipulativen und ausbeuterischen Praktiken der Resale-Webseiten zu verhindert, und zu einem System führt, von dem alle profitieren."