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Herbert Grönemeyer: Die Geschichte hinter einem ikonischen Album

Das im August 2002 veröffentlichte Album "Mensch" von Herbert Grönemeyer zählt zu den meistverkauften Longplayern dieses Jahrtausends in Deutschland. Die Schriftstellerin und Autorin Arezu Weitholz beschäftigt sich in ihrem Buch "Zu Mensch" detailliert mit der Entstehungsgeschichte dieses außergewöhnlichen Werks.

05.07.2022 09:22 • von Norbert Schiegl
Arezu Weitholz gewährt mit dem Buch "Zu Mensch" einen tiefen Einblick in den kreativen Entstehungsprozess von Herbert Grönemeyers Album "Mensch" (Bild: Verlag Antje Kunstmann)

Das im August 2002 veröffentlichte Album "Mensch" von Herbert Grönemeyer zählt zu den meistverkauften Longplayern dieses Jahrtausends in Deutschland. Die Schriftstellerin und Autorin Arezu Weitholz beschäftigt sich in ihrem Buch "Zu Mensch" (Verlag Antje Kunstmann) detailliert mit der Entstehungsgeschichte dieses außergewöhnlichen Werks.

Im Mittelpunkt des Buchs stehen grundsätzlich Fragen kreativer Arbeit: Wie entsteht Musik, wie ein Album? Und wie war das bei Herbert Grönemeyers Album "Mensch"? Welche Songtexte wurden verworfen? Wie war das im Studio? Das ist die Ausgangslage für dieses Werk, in dem Arezu Weitholz, die 2022 für ihr Buch "Beinahe Alaska" mit dem Hans-Fallada-Preis ausgezeichnet wurde, die Ideengeschichte hinter dem Album zu ergründen sucht.

"Alles beginnt mit dem Klang der Stimme von Freunden" sagt Herbert Grönemeyer. Vor zwanzig Jahren hat der Musiker diese für seine weitere Karriere entscheidende Platte aufgenommen. Nach einer sehr schweren persönlichen Zeit, nachdem innerhalb weniger Tage seine Frau und sein Bruder gestorben waren.

Arezu Weitholz, die seit dieser Zeit mit Herbert Grönemeyer zusammenarbeitet, gelingt mit "Zu Mensch" eine beeindruckende Innenaufnahme. Das liegt vor allem daran, weil Weitholz mit fast allen beteiligten Protagonisten ausführlich gesprochen hat, natürlich auch mit Herbert Grönemeyer selbst. Zudem ist die Autorin selbst seit den 90er Jahren eine enge Freundin der Familie Grönemeyer. Sie lernte den Musiker damals durch Interviews kennen und wurde gebeten, bei der Platte "Bleibt alles anders" (1998) erstmals mit ihm zusammenzuarbeiten. Seit dem Album "Mensch" fungiert Arezu Weitholz bei seinen Texten als Dramaturgin, verbale Anspielstation und Ergänzerin. Sie hat den Entstehungsprozess dieser Platte, die sich 96 Wochen in den deutschen Charts halten konnte, aus nächster Nähe verfolgt und begibt sich auf eine spannende Spurensuche. Und so fügen sich Erinnerungen und Anekdoten, Zufälle und sonderbare Irrtümer aus zahlreichen Interviews zu einem reichhaltigen Panoptikum.

Das Buch gewährt einen tiefen Einblick in den kreativen Prozess. Für die gelungenen Illustrationen zeichnet Katrin Funke verantwortlich.