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Clubkommission warnt vor erneuten Clubschließungen

In Vorbereitung auf eventuell wieder steigende Infektionszahlen betont die Clubkommission: "Die Lösungen für den Herbst sind da!" Der Verband denkt dabei vor allem an ein Einlasssystem, das auf PCR-Tests basiert.

27.06.2022 16:45 • von Dietmar Schwenger
Will mit PCR-Tests Clubbesuche auch bei steigenden Inzidenzen ermöglichen: Pamela Schobeß von der Clubkommission (Bild: Clubkommission)

In Vorbereitung auf eventuell wieder steigende Infektionszahlen betont die Berliner Clubkommission: "Die Lösungen für den Herbst sind da!" Der Verband denkt dabei vor allem an ein Einlasssystem, das auf PCR-Tests basiert.

Um im Falle eines erhöhten Infektionsgeschehens gut vorbereitet zu sein, beraten Bund und Länder wieder über mögliche Corona-Maßnahmen. "Die Clubcommission begleitet seit Anfang 2021 verschiedene wissenschaftliche Projekte, die durch Verbesserung der Luftqualität und Hygiene sowie durch konsequentes Testen, Kultur- und Sportveranstaltungen auch bei steigendem Infektionsgeschehen ermöglichen", informiert der Verband.

"Im Herbst 2021 kam es zu großen Einschränkungen im Kultur- und Freizeitbereich, ein Tanzverbot wurde sowohl in Innenräumen als auch unter freiem Himmel erlassen, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen", erinnert die Clubkommision. Tausende Konzerte, Tourneeveranstaltungen und DJ-Auftritte hätten storniert oder verschoben werden müssen, Tickets rückerstattet und Personal sei entlassen worden. "Mit entsprechendem Planungsvorlauf hätte das verhindert werden können, denn die Lösungen waren da", weiß man bei dem Verband.

So hatte die Clubcommission bereits im Juli 2021 gemeinsam mit der Charité und Laboren verschiedene Testveranstaltungen mit PCR-Tests und optimierter Lüftung durchgeführt. "Das Pilotprojekt war sehr erfolgreich. Es konnten im Vorfeld mehreren Covid-19 Infizierte identifiziert und in Quarantäne geschickt werden. Bei den Veranstaltungen kam es zu keinen Ansteckungen. Dennoch wurden Veranstaltungen unter PCR-Bedingungen in keiner SARS-CoV-2-Infektionsschutzmaßnahmenverordnung berücksichtigt, da vermutet wurde, dass bei der geringen Vorlaufzeit die PCR Kapazitäten nicht ausreichend seien", klagt der Verband.

Die Clubcommission begrüßt daher, dass sich Bund und Länder noch vor der Sommerpause mit Strategien für den Herbst beschäftigen. Der Verein habe bereits mit Laboren einen "Kultur-PCR-Test" vorbereitet, mit dem der sichere Zugang zu Kulturveranstaltungen gewährleistet werden könnte.

Personen, die das Angebot wahrnehmen möchten, können sich dann bis zum Freitagnachmittag vor dem jeweiligen Club-Wochenende in einem von 20 Teststationen testen lassen und erhalten bis zum Abend ihr Ergebnis als QR-Code über die Anwendung BärCode. "Mit diesem QR-Code können sie am Wochenende Clubs und andere Kulturveranstaltungen besuchen, ohne Angst davor haben zu müssen, unwissend infektiös zu sein. 30.000 Menschen könnten so auch bei hohen Inzidenzen Kultur erleben und Clubs besuchen. Die Testkapazität kann abhängig von der Nachfrage auf bis zu 70.000 Tests pro Tag gesteigert sowie um andere Wochentage erweitert werden."

"Wir dürfen den Kopf jetzt nicht in den Sand stecken. Die Lösungen für den Herbst sind da", bekräftigt die 1. Vorsitzende der Clubcommission Pamela Schobeß. "Wer allerdings meint, nur auf Abstand und Masken im Kulturbereich zu setzen, der nimmt auch wieder Schließungen in Kauf. Das wäre leichtfertig und eine Katastrophe für die Berliner Spielstätten. Wir brauchen jetzt eine langfristige Lösung, um nicht mit jeder Welle unser kulturelles Leben zum Stillstand zu bringen. Sicherheit bieten gute Lüftungsanlagen und PCR-Tests."

"Erneute Schließungen hätten nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale und gesellschaftliche Auswirkungen, die die Szene nicht noch einmal verkraften kann", ergänzt Lutz Leichsenring, Pressesprecher der Clubcommission. "Die Clubkultur hat in den vergangen zwei Jahren mit großem Verständnis auf die Schließungen reagiert, um vulnerable Gruppen zu schützen und das Gesundheitssystem nicht unnötig zu belasten. Wissenschaftliche Erkenntnisse um Luftqualität, die entwickelten Impfstoffe sowie PCR-Testmöglichkeiten haben die Situation verändert und sollten einen erneuten Club-Lockdown verhindern."