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Empfindliche Strafe für Viagogo in Italien

Die italienische Verbraucherschutz- und Kartellbehörde AGCOM hat gegen die Ticket-Resale-Plattform Viagogo eine Geldstrafe in Höhe von 23,5 Millionen Euro verhängt wegen des Verkaufs von Karten zu überteuerten Preisen.

27.06.2022 17:02 • von Frank Medwedeff
Rief auch die italienischen Wettbewerbshüter auf den Plan: Viagogo (Bild: Screenshot Viagogo)

Die italienische Verbraucherschutz- und Kartellbehörde AGCOM hat gegen die Ticket-Resale-Plattform Viagogo eine Geldstrafe in Höhe von 23,5 Millionen Euro verhängt wegen des Weiterverkaufs von Tickets weit über Wert, was in Italien illegal sei. Das berichtet das US-amerikanische Magazin "Pollstar".

Die AGCOM untersuchte dafür 131 bei Viagogo angebotene Veranstaltungen, darunter Konzerte von Måneskin, Ludovico Einaudi, Andrea Bocelli, Placebo, Pearl Jam oder Dua Lipa. Die italienischen Wettbewerbswächter:innen stellten dabei fest, dass zum Teil Karten für den sechs- bis siebenfachen Preis des Originaltickets via Viagogo veräußert wurden. Die AGCOM bescheinigt den Plattformbetreibern zudem ein großes Maß an Kontrolle und Wissen über die Inhalte auf dem Portal. Man habe Beweise, dass Viagogo aktiv "eine direkte Rolle beim Kauf und Verkauf auf der eigenen Webseite" spielt.

Viagogo zeigte sich in einem Statement "überrascht" über die Strafe, da es Zweifel gebe, ob das betreffende italienische Gesetz in puncto Ticketweiterverkauf "kompatibel mit grundlegenden Prinzipen des EU-Wettbewerbsrechts" sei. Viagogo beruft sich zudem auf ein früheres Urteil, das dem Unternehmen eine "passive", rein vermittelnde Rolle bei Zweitticket-Deals über die Plattform bescheinige. Man sei zuversichtlich, dass die AGCOM in diesem Fall, der nun an die EU gehe, noch überstimmt werde.

Die Face-Value European Alliance for Ticketing (FEAT) begrüßt derweil die "beträchtliche Strafe" für Viagogo. Wenn andere Vollzugsbehörden dem Beispiel Italiens folgen würden, gebe es Hoffnung auf einen zweckmäßigen Zweitticketmarkt und darauf, dass der Kartenwucher zum Großteil bald in die Geschichtsbücher verwiesen werden könne.