Handel

Nächster Börsengang im Entertainment-Markt

Wenn es zuletzt um millionenschwere Deals ging, standen oft Kataloge zum Verkauf, manchmal aber strebten auch Musikkonzerne oder im Digitalbereich aktive Unternehmen an die Börse. In den USA bekommt das Thema Börsengang derzeit jedoch einen etwas anderen Twist: Schließlich strebt dort nun Alliance Entertainment aufs Parkett - ein Großhändler aus dem physischen Markt.

27.06.2022 11:07 • von
Strebt aufs Börsenparkett: der Großhändler Alliance Entertainment (Bild: aent.com, Screenshot)

Wenn es im Musikgeschäft zuletzt um große Transaktionen und millionenschwere Deals ging, standen oft Rechtekataloge zum Verkauf, manchmal aber strebten auch Musikkonzerne oder im Digitalbereich aktive Unternehmen an die Börse.

In den USA bekommt das Thema Börsengang derzeit jedoch einen etwas anderen Twist: Schließlich strebt dort nun Alliance Entertainment den Gangs aufs Parkett an - ein traditioneller Großhändler aus dem physischen Musikmarkt, der auch Produkte aus dem Video- und aus dem Gamesbereich sowie Merchandising-Artikel führt und ausliefert und zudem den Musikvertrieb Amped betreibt.

Alliance Entertainment bringt mehr als 35 Jahre an Branchengeschichte mit, inklusive einer Insolvenz aus dem Jahr 2009, soll nun aber - ganz modern - über einen sogenannte SPAC-Merger an die New York Stock Exchange gehen. Bei dieser Art von Deal schlüpft der Übernahmekandidat in einen bereits an der Börse gehandelten Unternehmensmantel. Den Mantel hält in diesem Fall die Adara Acquisition Corp. bereit, die nach einem erfolgreichen Zusammenschluss den Namen des Börsentickers von ADRA auf AENT ändern soll. Das derzeitige Spitzenmanagement von Alliance Entertainment, Chairman Bruce Ogilvie und CEO Jeff Walker, soll die Geschicke des Unternehmens auch weiterhin lenken.

Der Deal soll ein Volumen von rund 115 Millionen Dollar haben und taxiert Alliance Entertainment auf eine Unternehmensbewertung von rund 480 Millionen Dollar. Nach dem Zusammenschluss sollen die derzeitigen Eigner weiterhin rund 78 Prozent der Unternehmensanteile halten, die Investoren von Adara kommen derweil auf einen Anteil von rund 22 Prozent an der neu positionierten Firma. Die jeweiligen Unternehmensspitzen haben den Merger-Plänen bereits zugestimmt, bei Adara steht nun noch das Plazet verschiedener Anteilseigner aus. Mit einem Abschluss sei bis zum vierten Quartal des laufenden Jahres zu rechnen, heißt es.

In den zwölf Monaten bis Ende März 2022 kam Alliance Entertainment bei Umsätzen in Höhe von 1,465 Milliarden Dollar auf EBITDA-Vorsteuererträge von 76 Millionen Dollar. Nach eigenen Angaben beliefert Alliance Entertainment unter anderem mehr als 2000 unabhängige Händler aus dem Musik-und Videobereich, ist im E-Commerce als Fulfillment-Dienstleister aktiv, liefert im D2C-Geschäft jährlich mehr als 21 Millionen Bestellungen aus und kommt international auf mehr als 1200 Mitarbeitende.

Text: Knut Schlinger