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Impala fordert getreue Umsetzung der EU-Urheberrechtsreform

Während mehrere Länder die EU-Richtlinie zum Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt von 2019 noch umsetzen müssen, fordert der Impala-Verband die Regierungen auf, Artikel 17 und die Bestimmungen für ausübende Künstler:innen schnell und "getreu dem Text der Richtlinie" umzusetzen.

23.06.2022 12:05 • von Jonas Kiß
Will, dass das gesamte Rechtepaket der Richtlinie berücksichtigt wird: Helen Smith (Bild: Impala)

Während mehrere Länder die EU-Richtlinie zum Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt von 2019 noch umsetzen müssen, fordert Impala die Regierungen auf, Artikel 17 und die Bestimmungen für ausübende Künstler:innen schnell und "getreu dem Text der Richtlinie" umzusetzen.

Der europäische Dachverband der Indies habe die Richtline "von Anfang an voll und ganz unterstützt", sei aber nicht damit einverstanden, dass dass zusätzliche Rechte dazu kämen, etwa neue Rechte für Verwertungsgesellschaften oder ausübende Künstler,:innen um mit digitalen Diensten über eine parallele Vergütung, die sogenannte "angemessene Vergütung", zu verhandeln.

Die "angemessene Vergütung" sei nach Ansicht von Impala nicht gerecht. Sie schränke die Fähigkeit der Labels ein, in neue Musik zu investieren, und verringere ihre Einnahmen, wie Erfahrungen in Spanien gezeigt hätten. Sie passe auch nicht zu den Geschäftsmodellen der Selbstveröffentlichung von Künstlern, die sich auf dem modernen Musikmarkt durchgesetzt habe.

Impala befürwortet derweil einen französischen Ansatz zur neuen Strukturierung der lokalen Musikindustrie. Es handle sich um eine Verhandlungslösung, die zum ersten Mal "die Wertschöpfung in der digitalen Musikkette" berücksichtigt. Das Fehlen einer "angemessenen Vergütung" in dem französischen Abkommen unterstreiche laut Impala, dass es "in einem modernen Musikmarkt keinen Platz hat, da es sich als katastrophal für den lokalen Markt erweisen würde".

Trotzdem hat das Nachbarland Belgien lMitte Juni ein Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie verabschiedet, dem in letzter Minute eine Bestimmung über die "angemessene Vergütung" hinzugefügt wurde.

"Wir haben kürzlich in Frankreich und auch in Schweden gesehen, dass die sogenannte 'gerechte Vergütung' nicht durchgesetzt werden kann", sagt Helen Smith, Executive Chair Impala: "Wir fordern die Mitgliedstaaten daher dringend auf, ihre Unterstützung für das gesamte Rechtepaket der Richtlinie zu bekräftigen, ohne zusätzliche Rechte, die dazu führen, dass Länder und damit ihre gesamte lokale Musikszene ausgegrenzt werden."