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Serie Nachhaltigkeit: Allgäu Concerts wird grüner

Jüngst richtete Allgäu Concerts die ersten Sommer Open Airs auf dem Schlossplatz Meersburg aus. Die Veranstaltungen bildeten zugleich den Auftakt für umfangreiche Maßnahmen, mit denen der Veranstalter nachhaltiger werden will.

20.06.2022 10:49 • von Dietmar Schwenger
Bildeten den Auftakt der Sommer Open Airs von Allgäu Concerts: die Konzerte auf dem Schlossplatz Meersburg. (Bild: Allgäu Concerts)

Am 3. und 4. Juni richtete Allgäu Concerts die ersten Sommer Open Airs auf dem Schlossplatz Meersburg aus. Die Veranstaltungen bildeten zugleich den Auftakt für umfangreiche Maßnahmen, mit denen der Veranstalter nachhaltiger werden will.

"Wir haben bereits in den letzten Jahren Überlegungen angestellt, wie wir unsere Open Airs mit einem nachhaltigeren Konzept veranstalten können und hierfür auch schon bei den vergangenen Open-Air-Events die Basis dafür gesetzt", sagt Michaela Schneider, Geschäftsführerin Allgäu Concerts. Man setze bei den in diesem Jahr anstehenden Freiluftveranstaltungen verstärkt auf gezielte Maßnahmen, um den ökologischen Fußabdruck der Open-Air-Events so gering wie möglich zu halten. Dazu gehören Tickets, die digital über den eigenen Onlineshop erworben werden können. Diese kann man direkt nach dem Kauf mittels einer PDF-Datei auf sein Smartphone laden und sie auf diese Weise am Einlass scannen lassen, wodurch sich die Konzertbesucher:innen auch die Versandkosten für die Ticketbestellungen sparen würden, heißt es aus dem Unternehmenssitz in Buchenberg.

_____Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen

Auch lege man bei der Auswahl der Catering-Partner:innen und der Technik-Lieferanten:innen besonderen Wert auf eine Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen, um die durch die Anfahrt entstehenden CO2-Emissionen so gering wie möglich zu halten. Zudem setzt das Team um Michaela Schneider bei den Getränken auf biologisch abbaubare Mehrwegbecher aus nachwachsenden Rohstoffen sowie auf ein Pfandsystem zur Vermeidung von Müll. Da die größte Belastung für die Umwelt die Anreise der Besucher zu den einzelnen Veranstaltungen sei, bietet der Allgäuer Konzertveranstalter schon seit mehreren Jahren einen kostenlosen Bus-Shuttle-Service an, um den Besuchern eine echte Alternative zur Anreise mit dem eigenen PKW anzubieten. Es werden mehrere Linienbusse organisiert, die diverse Orte im Umkreis der Open-Air-Location anfahren und die Besucher ebenso nach den Konzerten wieder auf demselben Weg zurückbringen. "Für die Besucher bedeutet dies nicht nur einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, sondern ebenso eine Ersparnis an Benzinkosten und Zeit für die Parkplatzsuche", informiert der Veranstalter.

Dabei greift Michaela Schneider aus Erfahrungen der Vor-Corona-Zeit zurück. "Den kostenfreien Bus-Shuttle bieten wir bereits seit mehreren Jahren an - dieser Service wurde sehr gut angenommen. Ab diesem Jahr wollen wir den Bus-Shuttle noch mehr ausbauen und noch aktiver bewerben. Die Entscheidung kam also nicht über Nacht." Auch wirtschaftlich sind die durch die verstärkten Maßnahmen entstandenen Mehrkosten vertretbar, findet Schneider: "Die Budgets hatten wir bereits eingeplant. Zudem sind wir ein recht junges Team, was auch bei der Erstellung und Realisierung neuer Konzepte von erheblichem Vorteil ist." Finanziellen Hilfen aus den Fördertöpfen der Politik für diese Maßnahmen habe es dabei nicht gegeben, betont Schneider.

Ideen für die Konzepte und die anschließende Umsetzung haben sich Schneider und ihr Team auch von anderen Festivals geholt: "Wir haben uns für das Nachhaltigkeitskonzept für unsere Open-Air-Konzerte durch andere nachhaltige große Festivals inspirieren lassen. Zudem hatten wir viele Gespräche mit unseren regionalen Partnern, die uns bei der Umsetzung des Konzeptes unterstützt haben. Zum anderen konnten wir bereits in den letzten Jahren einige Erfahrungen mit Maßnahmen wie dem Bus-Shuttle sammeln, worauf wir nun aufbauen konnten. Wir planen, die Maßnahmen in den kommenden Jahren noch zu erweitern und auszubauen."

_____Konzertsommer hat bereits begonnen

Grundsätzlich freut sich die Agentur aber auch darüber, dass nach zwei Jahren Zwangspause die von Allgäu Concerts ausgerichteten Sommer Open-Airs überhaupt wieder stattfinden. Den Auftakt machten am 3. und 4. Juni Konzerte von Ben Zucker und Max Giesinger auf dem Schlossplatz Meersburg, zu denen zusammengezählt 7000 Fans kamen. Weiter geht es dann ab dem 23. Juli mit den Schloss Salem Open Airs. "Das einmalige Schlossgelände mit seinem prachtvoll historischen Ambiente verbindet auf einzigartige Weise das Lebensgefühl der vergangenen Jahrhunderte mit der heutigen Kultur", wirbt der Veranstalter für die dort geplanten Konzerte von Hubert von Goisern (23. Juli), Sarah Connor (28. Juli), Jonas Kaufmann (4. August) und James Blunt (5. August). Die 2005 ins Leben gerufene Konzertreihe vor "romantischer Kulisse" ziehe nicht nur Besucher aus dem Umkreis an, sondern begeistere auch Konzertliebhaber aus der angrenzenden Schweiz, Österreich und anderen Teilen Baden-Württembergs sowie Bayerns.

Insgesamt habe Allgäu Concerts für die eigenen Open Airs in Neu-Ulm, Ulm, Füssen, Salem, in der Innenstadt von Kempten, Buchenberg bei Kempten, Biberach und Meersburg bislang gut 90.000 Tickets verkauft. Einige Veranstaltungen, vor allem jene, die bereits vor der Pandemie im Verkauf waren, sind ausverkauft. "Andere, vor allem jene, die während Corona in den Verkauf gegeben wurden, hinken noch hinterher", räumt Schneider ein.