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GVL legt positiven Jahresabschluss für 2021 vor

2021 konnte die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) ihre Erlöse in allen Tarifbereichen steigern. Mit 248,6 Millionen Euro und damit einer Steigerung von mehr als 15 Prozent liegt das Jahresergebnis sogar über den allgemeinen Branchenzuwächsen.

09.06.2022 13:03 • von Dietmar Schwenger
Tagte wieder in Präsenz: die Gesellschafter- und Delegiertenversammlung der GVL bei der Sitzung am 8. Juni (Bild: Michael Reinhardt)

2021 konnte die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) ihre Erlöse in allen Tarifbereichen steigern. Mit 248,6 Millionen Euro und damit einer Steigerung von mehr als 15 Prozent liegt das Jahresergebnis sogar über den allgemeinen Branchenzuwächsen. Im Jahr 2020 hatte die GVL Einnahmen von 216,1 Millionen Euro verbucht. Planmäßig präsentierte die GVL ihren Jahresabschluss bei der Gesellschafter- und Delegiertenversammlung am 8. Juni 2022.

Zuwächse konnte die GVL in allen drei Kernbereichen der GVL - Sendung, Vervielfältigung und öffentliche Wiedergabe - verzeichnen. Ebenfalls deutlich gestiegen seien die Erlöse, die die GVL von ausländischen Verwertungsgesellschaften für ihre Berechtigten erhalten hat, heißt es aus Berlin.

"Der Beitrag der GVL an den Einkünften der Kreativen und ihrer Partner nimmt in diesen unsicheren Zeiten einen wichtigen Stellenwert ein", sagen Guido Evers und Tilo Gerlach als Geschäftsführer der GVL. "Wir sind froh, dass wir nicht nur unsere Einnahmen deutlich gesteigert haben, sondern darüber hinaus auch eine Rekordsumme an unsere Berechtigten verteilen konnten. Denn viele Kreative haben weiterhin mit Verdienstausfällen zu kämpfen. Wir wissen aus erster Hand, wie wichtig die Förderung und Unterstützung der Branche in Zeiten von Corona ist - hier einen spürbaren Beitrag zu leisten, hat für uns absolute Priorität."

2021 hat die GVL insgesamt 337 Millionen Euro an über 140.000 Berechtigte verteilt und damit nochmal 45 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Zugleich konnten damit Rückstellungen und Verbindlichkeiten ein weiteres Jahr in Folge um über 100 Millionen Euro reduziert werden.

Überdies verteilte die GVL rund 5500 Stipendien im Rahmen des Hilfsprogramms Neustart Kultur. "Damit konnten Künstler*innen ihre kreativen Vorhaben umsetzen und sich in Zeiten, in denen weiterhin viele Veranstaltungen abgesagt oder verschoben wurden, professionell weitereinwickeln", teilt die Gesellschaft mit.

Die höchsten Erträge erzielte die GVL wie bereits im Vorjahr im Bereich der Vervielfältigung. Die wahrgenommenen Vervielfältigungsrechte führten auch aufgrund von Sondereffekten zu Erlösen in Höhe von 111,3 Millionen Euro gegenüber 92,1 Millionen Euro im Vorjahr (ein Zuwachs um 20,8 Prozent).

Der am stärksten von der Pandemie betroffene Erlösbereich - die öffentliche Wiedergabe - hat sich zwar 2021 erholt, aber nach wie vor nicht das Niveau von 2019 erreicht. Im Jahr 2021 konnten Erlöse in Höhe von 30,7 Millionen Euro erzielt werden (Vorjahr: 26,5 Millionen Euro, plus 15,6 Prozent).

Dafür konnte die GVL ihre Einnahmen im Bereich des privaten Hörfunks dank eines neuen Rundfunktarifs um mehr als 25 Prozent steigern. Insgesamt liegen die Sendevergütungen im Jahr 2021 bei 92,5 Millionen Euro, vor Jahresfrist waren es nur 86,2 Millionen Euro, ein Plus von 7,2 Prozent.

Für die Einnahmen aus Repräsentationsvereinbarungen mit ausländischen Verwertungsgesellschaften wurden 8,8 Millionen Euro erzielt, das macht eine Steigerung von 67,2 Prozent (Vorjahr: 5,3 Millionen Euro). Die Steigerung liegt vor allem an Einmaleffekten - insbesondere einer hohen Nachzahlung aus der Schweiz.

Der GVL-eigene Verwaltungsaufwand belief sich 2021 auf 24,2 Millionen Euro, der Kostensatz lag aufgrund gestiegener Umsatzerlöse mit 9,7 Prozent deutlich unter dem Vorjahresniveau, als bei 23 Millionen Euro der Kostensatz 10,7 Prozent betrug. Dabei sanken die Kosten für eigenes Personal einschließlich der Sozialabgaben um 200.000 Euro leicht. Kostenneutral hingegen war der zusätzliche Personalaufwand der GVL für die Stipendienvergabe im Rahmen des Hilfsprogramms Neustart Kultur, der als Teil der Förderleistungen vollständig vom BKM übernommen wurde.

Die Zuwendungen für kulturelle, kulturpolitische und soziale Zwecke machten 3,3 Millionen Euro aus - nach 5,1 Millionen Euro im Vorjahr, wobei 2020 auch Zahlungen im Rahmen der Corona-Soforthilfe in Höhe von zwei Millionen Euro enthalten waren.

Nachdem die Mitglieder der GuDV über zwei Jahre rein virtuell getagt haben, fand die Sitzung des wichtigsten GVL-Gremiums erstmals wieder live in Berlin statt. Detlev Tiemann, Vorsitzender der Gesellschafter- und Delegiertenversammlung, freute sich über das persönliche Zusammenkommen: "Wir haben in den Sitzungen der vergangenen zwei Jahre auch über die digitalen Kanäle kompetent und effizient zusammengearbeitet. Insbesondere die neuen Delegierten, die sich in dieser Zeit ja ausschließlich über Videokonferenzen einarbeiten konnten, haben sich wunderbar integriert und mit der komplexen Themenwelt der GVL vertraut gemacht. Für dieses Engagement bedanke ich mich herzlich!"

Zugleich sei man froh, mit der Sitzung den so wichtigen persönlichen Austausch wieder aufleben lassen zu können. "Die Kultur- und Kreativbranche ist ein People-Business. Sie lebt zum großen Teil davon, dass wir uns miteinander treffen - das gilt für mich als Künstler nicht nur für die Live-Auftritte vor Publikum, sondern auch für die gemeinsame Gremienarbeit mit Kolleginnen und Kollegen."