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Stabil: Rating-Agenturen Moody's und S&P bewerten Kreditwürdigkeit von Universal Music

Erstmals seit dem Börsengang von Universal Music veröffentlichen die Rating-Agenturen Moody's und S&P ausführliche Analysen über die Bonität und die weiteren Zukunftsaussichten des Unternehmens.

01.06.2022 10:28 • von
Flagge gezeigt: im September 2021 ging die Universal Music Group an der Euronext in Amsterdam an die Börse (Bild: Universal Music Group)

Erstmals seit dem Börsengang von Universal Music im vergangenen September veröffentlichen die Rating-Agenturen Moody's und S&P Global Ratings ausführliche Analysen über die Bonität und die weiteren Zukunftsaussichten des Unternehmens.

Das Fazit von Moody's für die Universal Music Group (UMG) lautet "Baa 1" für langfristige Verbindlichkeiten sowie "Prime-2" für kurzfristige Kapitalaufnahmen. Auch wenn sich die Bezeichnungen unterscheiden, fällt die Bewertung von S&P (vormals Standard and Poor's) mit "BBB" sowie "A2" für den Musikmulti nahezu identisch aus.

Sichtlich zufrieden kommentiert dementsprechend Boyd Muir, Executive Vice President und UMG-Finanzchef, die Resultate der Analysten: "Wir freuen uns, dass die Rating-Agenturen bei den ersten Ratings seit unserer Börsennotierung unsere starken Kreditmerkmale anerkannt haben." Beide Agenturen hätten die führende Position von UMG in der Musikindustrie sowie "den erstklassigen Katalog, unsere wiederkehrenden und gut diversifizierten Einnahmequellen ebenso wie unseren geringen Verschuldungsgrad" als Hauptfaktoren für diese soliden Ratings hervorgehoben, betont Muir.

Laut einer Pressemitteilung begründet Agustin Alberti, Moody's Vice President, Senior Analyst und leitender Analyst für UMG das Resultat wie folgt: "Das Baa1-Rating spiegelt die starke operative Dynamik des Unternehmens wider, die durch die langfristigen Wachstumsaussichten der Musikindustrie unterstützt wird, die durch die zunehmende Akzeptanz von On-Demand-Musik-Streaming-Plattformen, Social-Media-Apps und anderen aufkommenden digitalen Plattformen zu erwarten sind."

Ebenso heißt es dazu auf Seiten von S&P, UMG könne: "dank eines hohen Anteils an Abonnementeinnahmen durch Streaming sowie aufgrund des einzigartigen Musikkatalog des Unternehmens stabile und vorhersehbare Umsätze, Erträge und Cashflow generieren."

Mit von Moody's "Baa" bewertete Schuldverschreibungen werden als mittelmäßig eingestuft und unterliegen einem moderaten Kreditrisiko, können allerdings bestimmte spekulative Merkmale aufweisen. Die Ziffer "1" wiederum indiziert, dass die Kapitalaufnahme im oberen Bereich der generischen Rating-Kategorie rangiert. Das Rating "Prime-2" hingegen stehe für eine starke Fähigkeit, kurzfristige Verbindlichkeiten begleichen zu können.

Unternehmen, die von S&P mit "BBB" bewertet werden, verfügen nach Ansicht der Agentur über ausreichende Kapazitäten, um finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Gleichwohl gelte es für Kapitalgeber zu berücksichtigen, dass die Fähigkeit des Schuldners seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, durch ungünstige wirtschaftliche Bedingungen oder sich ändernde Umstände beeinträchtigt werden könnte. In Bezug auf die Einordnung "A2" für kurzfristige Verbindlichkeiten seien diese zwar anfällig für ungünstige wirtschaftliche Bedingungen, die Fähigkeit des Schuldners, seine finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen, sei jedoch zufriedenstellend.

Nach Einschätzung von Moody's verfügt UMG über eine gute Liquidität, gestützt zum Jahresende 2021 durch liquide Mittel in Höhe von 585 Millionen Euro. Ferner habe UMG Zugriff auf ein Kreditvolumen in Höhe von zwei Milliarden Euro, von dem zum Ende letzten Jahres noch 533 Millionen Euro verfügbar waren. Die Analysten erwarten zudem eine verbesserte Generierung des Cashflows, da ab 2023 mit reduzierten Ausgaben für die Akquisition von Inhalten zu rechnen sei. Die Ankündigung einer Emission des Unternehmens in Höhe von einer Milliarde Euro soll zur Refinanzierung bestehender Schulden verwendet werden. Zum Jahresende 2021 betrug die Netto-Verschuldung von UMG zwei Milliarden Euro.

Text: Manfred Tari