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Sony Music rechnet mit weiteren Zuwächsen und weitet Fairness-Programme aus

Der Sony-Konzern lud kürzlich zu einer Strategie-Sitzung nach Tokio. Dabei ging es um das jüngste Abschneiden und die mittelfristigen Geschäftserwartungen. Für Sony Music hatte Rob Stringer eine Präsentation im Gepäck.

27.05.2022 11:58 • von
Weitere Zuwächse fix eingeplant: im Streaming rechnet man bei Sony Music bis Ende 2025 auf internationaler Basis mit durchschnittlichen Umsatzzuwächsen im prozentual zweistelligen Bereich (Bild: Sony-Music-Präsentation, basierend auf Zahlen von IFPI und music & copyright, Screenshot)

Der Sony-Konzern lud jüngst zu einer Strategie-Sitzung nach Tokio. Dabei ging es um das jüngste Abschneiden und die mittelfristigen Geschäftserwartungen der einzelnen Bereiche. Für Sony Music hatte Rob Stringer am 26. Mai 2022 eine Präsentation im Gepäck.

So bilanzierte der Chairman der Sony Music Group und CEO von Sony Music Entertainment in seiner "Performance And Strategy Presentation" (pdf) für den Zeitraum von 2017 bis 2021 unter anderem Zuwächse von durchschnittlich pro Jahr gut 15 Prozent bei den Umsätzen, von durchschnittlich fast 27 Prozent bei den Streamingeinnahmen, von einem beinahe ebenso hohen Plus bei den operativen Erträgen und von Zuwächsen von gut 23 Prozent bei den EBITDA-Vorsteuergewinnen.

Im Recorded-Music-Bereich verwies Stringer unter anderem auf die Erfolge mit Adele im vergangenen Jahr, während er Sony Music Publishing nach Umsätzen als weltweite Nummer eins im Musikverlagsgeschäft seit 2012 bezeichnete. Für den Zeitraum bis Ende 2025 rechnet man bei Sony Music in beiden großen Geschäftsfeldern auf internationaler Basis mit durchschnittlichen Umsatzzuwächsen im prozentual mittleren bis höheren einstelligen Bereich, nimmt man allein den Streamingmarkt, so sei hier weiterhin mit Wachstum im prozentual zweistelligen Bereich zu rechnen.

Um diese Ziele zu erreichen, setzt man bei Sony Music unter anderem auf eine Strategie, die potenziellen Partner:innen möglichst viele unterschiedliche Türen zur Zusammenarbeit mit dem Konzern öffnen soll - egal, ob Künstler:innen sich nun für eine Zusammenarbeit mit den einzelnen Repertoirgesellschaften des Hauses entscheiden, für Dienstleistungen im Bereich der Label Services (zum Beispiel via The Orchard), der Artist Services (AWAL) oder der DIY-Sparte. Mögliche Wachstumsfelder identifizierte man bei Sony Music unter anderem in sozialen Netzwerken mit Videoinhalten wie TikTok oder Snapchat, im Gaming, in Fitness-Anwendungen oder auch in Web3-Plattformen der nächsten Generation.

Aber auch im Umgang mit Künstler:innen wolle man die Position von Sony Music weiter ausbauen: So kündigte Rob Stringer unter anderem an, die bereits lancierten Initiativen Artists Forward und Songwriters Forward im kommenden Jahr ausbauen und erweitern zu wollen. Bei diesen "Legacy Artists Unrecouped Balance"-Programmen geht es darum, ausgewählten Künstler:innen die Möglichkeit zu eröffnen, an aktuellen Geldflüssen vor allem aus dem Streaming zu partizipieren, auch wenn aus alten Verträgen noch Rechnungen offen sind.

Text: Knut Schlinger