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Matt Schwarz ist dabei, "die Festivals zu modernisieren"

Vom 3. bis 5. Juni finden nicht nur die ersten Ausgaben von Rock am Ring und Rock im Park seit 2019 statt, sie sind zugleich die ersten unter der Leitung von DreamHaus. Im Gespräch mit MusikWoche erläutert CEO Matt Schwarz, was sich bei dem Traditionsfestival ändert.

27.05.2022 11:13 • von Dietmar Schwenger
Mit DreamHaus nun erstmals für Rock am Ring und Rock im Park verantwortlich: Matt Schwarz. (Bild: DreamHaus)

Vom 3. bis 5. Juni 2022 finden nicht nur die ersten Ausgaben von Rock am Ring und Rock im Park seit 2019 statt, sie sind zugleich die ersten unter der Leitung vonDreamHaus. Im Gespräch mit MusikWoche erläutert CEO Matt Schwarz, was sich bei dem Traditionsfestival ändert.

MusikWoche: Wie ist der aktuelle Stand für Ticketverkäufe bei Rock am Ring und Rock im Park? Rechnen Sie mit ausverkauft?

Wir gehen von einem ausverkauften Rock am Ring aus, ja! Der Großteil der Besucher:innen hat ihre Tickets aus den letzten zwei abgesagten Editionen übertragen. Das freut uns sehr und beweist die enge Verbundenheit der Fans. Wir haben bislang über 85.000 Wochenend-Tickets für Rock am Ring verkauft und stehen in Nürnberg beim Park ebenfalls bereits bei knapp 70.000 Weekend Tickets. Analog zu Rock im Park haben wir aufgrund der hohen Nachfrage dieses Jahr auch am Ring Tagestickets eingeführt.

MusikWoche: Kann man die gestiegenen Kosten für Mehraufwand bei Sicherheit, Hygiene, Personal und sonstigen Dienstleistern beziffern?

Die Kostenexplosion der Produktion ist massiv angestiegen und liegt bei etwa 25 bis 30 Prozent. Auch die Akquise von Personal war eine Herausforderung. Durch die Pandemie haben leider viele Soloselbstständige die Branche verlassen.

MusikWoche: Arbeiten Sie noch mit örtlichen Partnern? Ist Argo Konzerte in Nürnberg noch dabei?

Ja, traditionsgemäß kümmert sich bei Rock im Park Argo Konzerte um die örtliche Durchführung.

MusikWoche: Was macht DreamHaus bei den Traditionsfestival anders oder neu im Vergleich zur Marek-Lieberberg-Ära?

Wir sind dabei, die Festivals zu modernisieren. Erstmalig gibt es ein nachhaltiges Geschirr- und Bechersystem für einen Großteil der angebotenen Food Angebote. Auch der Strombedarf wird, wo es möglich ist, über den Feststrom des Nürburgrings gedeckt. Unser komplettes Merchandise ist organic und nachhaltig hergestellt. Wir haben Recycling-Stationen eingeführt, und der Müll wird vom Entsorger maschinell sortiert, um möglichst viel Abfall in den Kreislauf zurückzuführen. Das Backstage-Catering ist bio und regional, auf Plastik wird bestmöglich verzichtet. Auch die Festivalerfahrung der Besucher:innen soll optimiert werden. Wir nutzen erstmalig Cashless Payment, es gibt eine neue Festival-App und auch unsere Homepage hat einen Neuanstrich erhalten.

MusikWoche: Das Festival trägt ja "Rock" im Namen. Wie viel musikalische Diversität verträgt das Festival?

Rock am Ring und Rock im Park standen schon immer für ein breit gefächertes, musikalisches Portfolio auf drei Bühnen. Daran halten wir weiterhin fest. Dazu gehört auch, dass wir in Zukunft das Programm diverser gestalten werden. Der Großteil des Programms ist natürlich Alternative, Rock und Metal - aber unser Spektrum reicht auch von Hip Hop bis hin zu Elektro.