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Ticketing-App Dice kommt nach Deutschland

Zum Deutschlandstart von Dice hat die 2014 in Großbritannien gegründete Ticketingplattform strategische Partnerschaften mit den Liveagenturen Z'art und Goodlive Artists sowie dem Club Uebel & Gefaehrlich geschlossen. Das Berliner Büro soll bis Ende 2022 eine Teamstärke von 60 Personen erreichen.

24.05.2022 11:31 • von Dietmar Schwenger
Kommt mit Dice nun auch nach Deutschland: CEO und Gründer Phil Hutcheon (Bild: Dice)

Zum Deutschlandstart von Dice hat die 2014 in Großbritannien gegründete Ticketingplattform strategische Partnerschaften mit den Liveagenturen Z'art und Goodlive Artists geschlossen. Dadurch sind auf der Plattform zum Launch laut eigenen Angaben Tickets für mehr als 350 Veranstaltungen in Berlin, München, Hamburg, Köln und Frankfurt verfügbar, darunter Konzerte von Little Simz, Fred Again.., PinkPantheress, Years & Years, Sam Fender, Toro Y Moi und Marc Rebillet sowie das Sacred Ground Festival.

Eine weitere Partnerschaft ist Dice mit dem Uebel & Gefaehrlich eingegangen. Zu den kommenden Konzerten in dem Hamburger Club, die bereits in der Dice-App verfügbar sind, gehören unter anderem Animal Collective, Ibeyi und Ben Klock.

Das Berliner Dice-Büro soll bis Ende 2022 eine Teamstärke von 60 Personen erreichen, derzeit arbeitet dort eine vierköpfige Mannschaft um die einstige Beatport-Managerin Susan Gloy-Kruse. Als Schlüsselmarkt in Europa nehme Deutschland für das Wachstum von Dice eine ganz besondere Rolle ein, teilt das Unternehmen mit.

"Ich freue mich unglaublich, mit Dice jetzt auch in Deutschland vertreten zu sein", sagt Phil Hutcheon, Gründer und CEO von Dice. "Das Land ist die Heimat einiger der weltbesten Künstlerinnen und Künstler - und definitiv der besten Fans. Dice ist für die Fans gemacht und wir geben alles dafür, es für sie einfacher zu machen, Tickets zu kaufen, mehr großartige Veranstaltungen zu entdecken und ihre Freunde dazu einzuladen. Unsere Mission ist es, die Menschen wieder mehr zum Ausgehen zu bringen und ich bin stolz, dass wir dafür mit Goodlive Artists und Z'art zwei großartige Partner für den Start in Deutschland gefunden haben."

Als Partner betonen Max Wentzler und Hauke Steinhof, die beiden Geschäftsführer der Z'art Agency, dass sie an Dice die Liebe zur Musik, zur Technik und zur Innovation am meisten begeistere. "Alles dreht sich darum, Künstlerinnen und Künstler mit ihren treuen aber auch mit neuen Fans zusammen zu bringen. Das Team von Dice hat den gleichen Spirit wie wir bei der Z'art Agency. Die Warteliste der App ist die beste Antwort gegen den Zweitmarkt, die wir je gesehen haben."

So liegt den Dice-Macher:innen besonders ein autorisierter Zweitmarkt am Herzen. Bei ausverkauften Events soll eine Warteliste den "einfachen und fairen Weiterverkauf" sichern. So kann man Tickets bei ausverkauften Veranstaltungen über eine Warteliste retournieren, "sodass der transparente Weiterverkauf von Last-Minute-Tickets zu fairen Preisen und im sicheren Rahmen der Plattform und gleichzeitig eine hundertprozentige Auslastung der Veranstaltung möglich ist".

"Insbesondere vor dem Hintergrund eines wieder erwachenden Live-Entertainment-Marktes 2022 wird eine sicherere und fairere Art des Ticketverkaufs, wie sie Dice bietet, in Deutschland immer wichtiger", heißt es aus Berlin. Dice setze deshalb "nicht nur auf transparente Preise ohne versteckte Gebühren", sondern auch auf eine Mobile-First-Technologie: "So werden die personalisierten und animierten QR-Code-Tickets erst kurz vor dem Event versendet und sind fest an das Smartphone des angemeldeten Nutzenden gekoppelt. Zudem unterbindet eine KI-gestützte Technologie Betrugsversuche."

Zu den weiteren Features von Dice gehören personalisierte Empfehlungen, die Interessierte basierend auf dem eigenen Musikgeschmack erhalten. Zudem kann man neue Musik hören, sich mit Freunden über die App vernetzen und verabreden. Laut eigener Definition versteht sich Dice als "All-in-One-App", die auf persönliche Bedürfnisse von Fans zugeschnitten sei.

Auf Nachfrage von MusikWoche zu den bisherigen Erfolgen von Dice erläutert Phil Hutcheon: "Um einmal eine Zahl zu nennen: In New York haben wir im vergangenen Monat eine Million Tickets verkauft. Unser Geschäftsmodell basiert unter anderem darauf, dass wir zwar von den Kunden keine Gebühren verlangen, wohl aber von den Veranstaltern und Spielstätten, die mit uns arbeiten."

Dice sei seit dem Jahr 2014 aktiv und seitdem beständig gewachsen, "auch wenn wir anfangs nicht auf starkes Wachstum aus waren, sondern ganz genau geschaut haben, was die Fans wollen, was sie von einem modernen Ticketinganbieter erwarten", so der Dice-Gründer gegenüber MusikWoche. "Darauf haben wir reagiert und unsere App beständig ausgebaut und verbessert. Es ging uns vor allem darum, das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen - mit einer App, die schnell, einfach und ohne Kosten für sie zu den gewünschten Resultaten führt." Er betont: "Datenschutz und Vertraulichkeit stehen bei uns an oberster Stelle, die Kundendaten bleiben bei uns."

Angesprochen auf die Expansionspläne führt er aus: "Wir haben in europäischen Märkten wie Italien, Frankreich oder Spanien gute Erfahrungen gemacht. Dabei haben wir genauso wie in Großbritannien und London in den großen Städten angefangen und dann Stadt für Stadt erschlossen. Nun freuen wir uns auf den Start in Deutschland. Wir wissen, dass das ein sehr kompetitiver Markt ist, aber wir setzen darauf, dass wir auch hier das Vertrauen der Ticketkäufer gewinnen können, weil sie bei uns eine andere Erfahrung machen werden als bei sonstigen Anbietern. Bei Dice steht der Fan immer an erster Stelle. Und was auch für uns spricht: Dice ist ein völlig unabhängiges Unternehmen, wir gehören nicht irgendeiner Tech-Plattform, die einem dann irgendwelche Vorgaben macht."

Bei Dice sei man sehr froh, mit Susan Gloy-Kruse eine perfekte Besetzung gefunden zu haben, die nun bis Ende des Jahres das deutsche Team in Berlin aufbauen soll. "Sehr wichtig ist für uns, dass wir mit Goodlive Artists und Z'art zwei deutsche Unternehmen als Partner gewonnen haben, die genau wissen, was in ihren Bereichen passiert und die eine sehr enge Beziehung zu den Fans haben. Auf diese Weise können wir das kuratierte Ticketingsystem, mit dem Dice von Anfang an arbeitet, auch in Deutschland zur Anwendung bringen."

Nachdem Dice anfangs vor allem im Bereich der elektronischen Musik aktiv war, sei der Horizont nun größer: "Beim musikalischen Spektrum kennen wir keine Berührungsängste, denn großartige Musik gibt es natürlich überall. Aber uns ist klar, dass man erst einmal in der Tiefe an einem bestimmten Punkt ansetzen muss, bevor man sich größere Felder erschließt. Wir konzentrieren uns bei Dice auf den mittleren Bereich, also Shows mit einer Kapazität von 200 bis 10.000 Personen."

Andererseits habe Dice bereits Tickets für Stadionshows von Adele oder das Primavera Festival verkauft, so Hutcheon im Gespräch mit MusikWoche. "Und während der Pandemie haben sich Live-Streamingshows für Dice als ein Erfolg erwiesen, besonders gern denke ich etwa an das Konzert von Nick Cave im Alexandra Palace, das war eine kinohafte Erfahrung. Auch das wollen wir künftig weiterverfolgen." Dem Unternehmen gehe es letztlich "um die Verbindung zwischen Livemusik, digitaler Technologie und der Leidenschaft der Fans."

Abschließend sinniert der Dice-Manager: "Schon seit Jahren fragen sich die Menschen, wie es wäre, ein Leben im Digitalen zu führen. Mit der Pandemie haben wir es nun erlebt und es war nicht gut. Im Leben geht es darum, bleibende Erinnerungen zu schaffen und dabei ist die Energie eines Live-Events durch nichts zu ersetzen. Wir machen es einfach, die Menschen wieder weg von ihren Bildschirmen und mitten hinein ins Live-Erlebnis zu bringen."