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Grüne setzen sich im Kulturhaushalt für mehr Popförderung ein

Bei den Haushaltsberatungen der Ampelkoalition in Berlin setzte die Grünen-Fraktion einige Akzente im Kulturhaushalt. So soll es unter anderem einen Preis für Plattenläden geben, 500.000 Euro für eine Streaming-Studie und mehr finanzielle Ausstattung für c/o-Pop, jazzahead! und Popkultur Berlin.

20.05.2022 15:44 • von Jonas Kiß
Freut sich, dass im Haushalt Gelder für die Grundlagenforschung für "progressive Kulturpolitik" bereitgestellt werden: Awet Tesfaiesus (Bild: Grüne im Bundestag, S. Kaminski)

Am 20. Mai 2022 fanden in Berlin die abschließenden Beratungen des Haushaltsausschusses der Ampelkoalition in Berlin statt.

Zum Kulturhaushalt äußert sich die AG Kultur und Medien der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, bestehend aus Erhard Grundl (MdB, Sprecher für Kultur und Medien), Awet Tesfaiesus (MdB, Obfrau im Ausschuss für Kultur und Medien) und Luise Amtsberg (MdB, Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien).

So sollen etwa 500.000 Euro für eine Streaming-Studie bereitgestellt werden, die "wissenschaftlich die Verteilungsmodelle von Musikstreaminganbietern untersucht". Das Ziel sei "eine bessere Vergütung der Künstler*innen", wie es bei den Grünen heißt. Zudem soll es künftig einen Preis für Plattenläden geben. Mit bis zu 2,1 Millionen Euro soll demnach "das Kulturgut Schallplatte" in den nächsten Jahren gefördert werden, und für den Ausbau von Proberäumen will die Partei zwei Millionen Euro bereitstellen.

Die Popkultur stärken wollen die Grünen auch, indem das Bündnis D-PopKultur mit 200.000 Euro in ihrem Aufbau unterstützt wird. Die Festivals c/o-Pop, Popkultur Berlin und jazzahead! sollen 2022 und 2023 besser ausgestattet werden, insgesamt mit rund 310.000 Euro.

"Der Haushalt atmet den Geist der im Koalitionsvertrag der Ampel ausgedrückten neuen Wertschätzung für bisher nicht im Fokus stehende Kulturorte", sagt Erhard Grundl: "Mit einem bundesweiten Preis werden wir unabhängige Plattenläden als Orte der Begegnung und als Partner:innen einer vielfältigen Musikszene ins Blickfeld rücken. Wir wollen den Wettbewerbsvorteil großer internationaler Versandhändler gegenüber diesen Oasen des kulturellen Austausches nicht einfach hinnehmen."

Awet Tesfaiesus begrüßt es, dass im Haushalt Gelder für die Grundlagenforschung für "progressive Kulturpolitik" bereitgestellt werden: "Denn unsere diverse Gesellschaft ist im Wandel und braucht eine innovative Kulturpolitik, die das abbildet. Grüne Kulturpolitik setzt sich genau dafür ein und arbeitet entschieden für mehr Sichtbarkeit von Minderheiten. Auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit, rückt sie in den Fokus. Die Aufarbeitung unserer kolonialen Vergangenheit beginnt erst, drückt sich aber schon jetzt im Haushalt aus."

Auch Luise Amtsberg, freut sich, "dass wir weitere Schritte für die notwendige finanzielle Förderung dieser vielfältigen Branche unternehmen". Gerade nach "zwei Coronasommern" sei dies "ein wichtiges Zeichen zum Erhalt unserer vielfältigen Festivallandschaft in Deutschland".

Durch Kulturstaatsministerin Claudia Roth setze der Haushalt zudem "weitere grüne Akzente" wie fünf Millionen Euro für eine Green Culture Anlaufstelle, 5,1 Millionen Euro für Maßnahmen gegen Rechtsextremismus und Rassismus sowie 6,5 Millionen Euro für das vorgesehene Programm "Globaler Süden".

Der Bundestag will den Haushaltsentwurf in der Woche vom 30. Mai bis 3. Juni verabschieden.