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ESC-Songs gern gestreamt

Laut einer Sonderauswertung von GfK Entertainment hat das Kalush Orchestra im Zuge seines Siegs beim Eurovision Song Contest für die Ukraine auch die europäischen Streaming-Hitlisten vom Wochenende aufgemischt. Ansonsten verzeichnen in den ausgewerteten Ländern zumeist die eigenen nationalen Beiträge viele Aufrufe.

17.05.2022 16:22 • von Frank Medwedeff
Auch in den Streamingcharts diverser europäischer Länder gut vertreten: das Kalush Orchestra (Bild: eurovision.tv_EBU_Corinne Cumming)

"Europa zeigt sich solidarisch - auch beim Musikkonsum", meldet GfK Entertainment. Wie eine Sonderauswertung der Chartsermittler aus Baden-Baden zeigt, habe das Kalush Orchestra im Zuge seines Sieges beim Eurovision Song Contest für die Ukraine auch die Streaming-Hitlisten vom Wochenende aufgemischt. Zwar seien in diesem "sehr konkurrenzreichen Segment" keine Spitzenpositionen zu holen, aber in immerhin sechs von neun untersuchten Ländern ging das Gewinnerlied "Stefania" direkt in die Top 100.

In sieben Nationen stelle "Stefania" den zweitbeliebtesten ESC-Titel - jeweils nach dem nationalen Beitrag beziehungsweise in der Schweiz nach dem italienischen Kandidaten. Am höchsten hinaus ist es für den ukrainischen Siegersong in Österreich (Platz 42), den Niederlanden (47) und Belgien (50) gegangen.

Großen Zuspruch gibt es nach Angaben von GfK Entertainment europaweit "für den jeweils eigenen Teilnehmer": Während Jérémie Makiese aus Belgien ("Miss You", Platz zwei), Malik Harris aus Deutschland ("Rockstars", neun), Mahmood & Blanco aus Italien ("Brividi", zwei), Lumix feat. Pia Maria aus Österreich ("Halo", sechs; im ESC-Halbfinale ausgeschieden), Maro aus Portugal ("Saudade, Saudade", vier) und Chanel aus Spanien ("SloMo", sechs) in ihren Ländern allesamt die Top 10 erreichen, stellt die Sängerin S10 mit "De Diepte" in ihrer niederländischen Heimat sogar den meistgestreamten Titel der vergangenen Tage überhaupt dort. Deutschlands Malik Harris, der beim ESC-Finale auf dem letzten Platz landete, könne als aktuell drittbeliebtester ESC-Kandidat in Österreich und achtbeliebtester Eurovision-Act in der Schweiz zumindest Achtungserfolge in den südlichen Nachbarländern verbuchen.

Die größte "Eurovision"-Stimmung verbreite Gastgeberland Italien, wo alle 25 Finalsongs in den Top 1000 der Streaming-Trends vertreten seien. Auch in Belgien und den Niederlanden (jeweils 24 ESC-Songs) sowie der Schweiz und Spanien (je 21 ESC-Titel) sitzen demnach viele Fans des Songwettbewerbs. Bei den Franzosen sei die Begeisterung dagegen "eher verhalten". Hier schafft es selbst der eigene Beitrag "Fulenn", dargeboten von Alvan feat. Ahez, nicht mal in die Top 1000.

Grundlage der Sonderauswertung waren kostenpflichtige und werbefinanzierte Streams für den Zeitraum von 13. bis 15. Mai 2022 in Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Österreich, Portugal, der Schweiz und Spanien.