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Universal Music schließt NFT-Pakt mit LimeWire

Im Frühjahr kündigte LimeWire sein Comeback an. Die neuen Eigner kommen aus Österreich und wollen die einstige P2P-Plattform als NFT-Marktplatz neu beleben. Die Universal Music Group ist als Lizenzpartner mit an Bord.

17.05.2022 12:22 • von
Soll das Thema der NFTs auch an den Mainstream heranführend: die neue Partnerschaft zwischen LimeWire und der Universal Music Group (Bild: UMG)

Bei der Nennung des Namens LimeWire klingen im Musikbusiness Erinnerungen an die Hochzeiten der Musikpiraterie an. Schließlich brachten klagende Musikunternehmen das erste große LimeWire-Verfahren bereits 2006 auf den Weg. Seitdem ist reichlich Zeit vergangenen, das Musikgeschäft sieht heute anders aus - und auch LimeWire steuert seit dem Frühjahr 2022 ein Comeback an.

Die neuen Eigner von LimeWie kommen aus Österreich: Dort hatten die Brüder Julian und Paul Zehetmayr bereits zuvor Start-ups wie Mobfox oder zuletzt Apilayer gegründet - und auch verkauft - und wollen die einstige P2P-Plattform nun als NFT-Marktplatz neu beleben.

Erst kürzlich gaben die Unternehmer bekannt, bei einer privaten Finanzierungsrunde über den Verkauf sogenannter Tokens rund 10,4 Millionen Dollar - umgerechnet knapp zehn Millionen Euro - eingesammelt zu haben. Die Gelder sollen von Beteiligungsfirmen stammen, aber auch von Akteuren aus dem Musikbiz, wo sich Deadmau5 über seine Gesellschaft 720Mau5 einkaufte, oder Acts wie Steve Aoki als Teil der Investorengruppe DAO Jones.

Als erster Lizenzpartner aus den Reihen der Musikmajors kommt nun die Universal Music Group bei LimeWire mit an Bord, wie die beiden Unternehmen am 17. Mai bestätigten. Universal Music will damit all seinen Künstler:innen auf internationaler Basis Zugang zum Geschäft mit digitalen Sammlerstücken auf der neuen LimeWire-Plattform verschaffen, egal, ob es nun um den Verkauf von ausgewählten Aufnahmen, audiovisuellen Inhalten, Bildern oder Artworks geht.

Bei LimeWire sehen die beiden Co-CEOs Paul und Julian Zehetmayr die Partnerschaft mit Universal Music als Beleg für die Geschwindigkeit, mit dem die Musikwirtschaft sich des Themas Web3 annehme: "Wir freuen uns sehr, das NFT-Ökosystem von LimeWire für Künstler:innen der Universal Music Group und deren Fans zu öffnen und können es kaum erwarten, die ersten kreativen Projekte auf den Markt zu bringen."

Bei Universal Music wertet Jonathan Dworkin, Executive Vice President Digital Business Development & Strategy, NFTs als eine spannende Möglichkeit, die Beziehung zwischen Künstler:innen und ihren Fans weiter auszubauen. Deshalb freue man sich über die Partnerschaft mit LimeWire, wo man sich darauf fokussiere, neuen Nutzer:innen einen Weg in die neuen Möglichkeiten des Web3 zu weisen.

Aus Berlin steuert zudem Holger Christoph als Senior Vice President of Digital Business der Universal Music Group Central Europe ein Zitat bei: "Die Universal Music Group und unsere Labels nehmen den aufregenden Web3-Bereich voll und ganz an und werden mit unserem neuen Partner LimeWire, unseren Künstler:innen und ihren Communities daran arbeiten, spannende NFT-Projekte mit echtem Nutzen und coole Erlebnisse für Fans zu schaffen und gleichzeitig Mainstream-Konsumenten die Möglichkeit zu geben, in einer sicheren und vertrauenswürdigen Umgebung mit niedrigen Einstiegshürden teilzunehmen."

Text: Knut Schlinger