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Mandoki Soulmates und Kamaliya spielen für ukrainische Flüchtlinge

Die Mandoki Soulmates geben am 26. April mit der ukrainischen Sängerin Kamaliya in der Xperion e-Arena in Köln ein Benefizkonzert zugunsten von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine. Ein weiteres Charity-Event ist für München in Planung.

26.04.2022 16:45 • von Frank Medwedeff
Für ukrainische Flüchtlinge im Einsatz: Leslie Mandoki (links), Kamaliya (Mitte) und die Soulmates, hier auf der Bühne in Burghausen (Bild: Mandoki Soulmates)

Die Mandoki Soulmates geben am 26. April mit der ukrainischen Sängerin Kamaliya in der Xperion e-Arena in Köln ein Benefizkonzert zugunsten von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine. Der Gig im Rahmen der "Saturn Moments"-Reihe ist verbunden mit einem "großflächigen" Spendenaufruf. Die Mandoki Soulmates werden dabei ihr Album "Utopia For Realists" aufführen.

Bei der 51. Jazzwoche Burghausen setzten die Mandoki Soulmates am 25. März mit ihrem Konzert ein Zeichen gegen Spaltung und Krieg. Gemeinsam mit Mastermind Leslie Mandoki und den Soulmates Bill Evans, Randy Brecker, Mike Stern, Tony Carey und Max Merseny stand auch dort bereits die vor Kurzem aus Kiew geflohene Sängerin Kamaliya Zahoor, eine der bekanntesten Künstlerinnen der Ukraine, auf der Bühne - unter anderem mit gemeinsamen Interpretationen des ukrainischen Volkslied "Misyats Na Nebi (The Moon in the Sky)", ihrem eigenen Song "Freedom Is My Destiny" und John Lennons "Imagine".

"Haben wir denn gar nichts dazugelernt?", fragt Leslie Mandoki. "Wenn ich heute die schrecklichen und bestürzenden Bilder aus der Ukraine sehe, nur zwei Flugstunden von uns entfernt, werden zwangsläufig Erinnerungen an längst überwunden Geglaubtes geweckt und ich frage mich: Haben wir nicht unseren Vätern und Großvätern versprochen, die Lehren aus den schrecklichen Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs zu ziehen? Und nun gibt es nach den Jugoslawienkriegen ein weiteres Mal mitten in Europa ein fürchterliches Gemetzel. Und wieder wird von grauenvollen Kriegsverbrechen berichtet, die die russische Armee jetzt in der Ukraine an unschuldigen Zivilisten begeht. Wer hätte jemals gedacht, dass heute im Jahr 2022 diese Brutalität und Unmenschlichkeit, dieser absolute Zivilisationsbruch hier mitten in Europa wiederkehren könnte? Deshalb müssen wir alles dafür tun, dass das Töten, das Sterben, die Zerstörung wirklich heute zu einem Ende kommt."

Die Mandoki Soulmates planen deshalb Benefizauftritte zur Unterstützung und Aufnahme aus der Ukraine geflüchteter Menschen. "Wir Künstler müssen unsere Stimme erheben. Wir können Lieder schreiben und singen, wir können Stellung beziehen und die Menschen ermutigen, Geflüchtete zu unterstützen und zum Spenden aufrufen durch unsere Benefizkonzerte zugunsten der Flüchtlinge aus der Ukraine."

Der bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, besuchte kürzlich in Tutzing am Starnberger See Leslie Mandoki, seine Soulmates aus den USA und Kamaliya in Mandokis Red Rock Studios. Im Namen des Ministerpräsidenten und der Bayerischen Staatsregierung lud Blume die Künstler ein, auch in München ein Benefizkonzert zugunsten der Hilfe für ukrainische Flüchtlinge in der Residenz zu geben, für das der genaue Termin aber noch nicht feststeht.

Nach dem Konzert in Burghausen beschlossen Leslie Mandoki und Kamaliya, die als Tochter eines sowjetischen Besatzungssoldaten selbst sechs Jahre in Mandokis Geburtsland Ungarn gelebt hat, außerdem, sich gemeinsam an der ungarisch-ukrainischen Grenze für die Flüchtlingshilfe zu engagieren und den Geflüchteten, den Helfern und Freiwilligen vor Ort Mut zuzusprechen.

Für Leslie Mandoki, der schon als Kind die Brutalität der sowjetrussischen Roten Armee 1956 in Budapest erleben musste und Jahre später selbst als Flüchtling nach Deutschland kam, sei das Thema Flucht eine Herzensangelegenheit: "Der Überfall auf die Ukraine erinnert mich auch an den Volksaufstand der Ungarn 1956, das Streben der Menschen nach Freiheit und Demokratie, das von der russischen Armee blutigst mit Panzern niedergeschlagen wurde. Zerstörung, Kugelhagel und Sterben machten auch vor unserer Wohnung nicht halt. Ich war zwar damals noch keine vier Jahre alt, aber Sterben ist nicht leise, und die Wunden, die diese schreckliche Zeit hinterlassen hat, sind tief. Mein Vater nahm selbst die Maschinenpistole eines in unserer Wohnung verstorbenen Studenten in die Hand und wurde so vom pazifistischen Geigenspieler zum Straßenkämpfer. Er bekämpfte mit seinen Freunden sowjetrussische Panzer, die in die Altstadt einrollten, mit Molotow-Cocktails."

Nach der Flucht nach Deutschland sei Mandoki sehr dankbar dafür gewesen, hier herzlich aufgenommen worden zu sein und sich willkommen fühlen zu können.

Nun gelte es, den ukrainischen Flüchtlingen zu helfen, " indem wir weiter unser Bestes tun, um dem Frieden eine Chance zu geben. Denken Sie an die Millionen Menschen, die noch auf der Flucht sind. Sie alle brauchen unsere Unterstützung, aber auch menschliche Achtsamkeit, Herzenswärme, Verständnis und Zuspruch."

Die Einnahmen aus den Benefizkonzerten in Köln und München sollen deshalb der Soforthilfe für Flüchtlinge an der ukrainischen Grenze und für Hilfsaktionen für Flüchtlinge in Deutschland zugute kommen.

Das Kölner Konzert am 26. April ist auch per Livestream zu verfolgen. Zur Spendenplattform gelangt man über diesen Link.