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VUT bringt Reformen zu den zehnten VIA Awards

Im zehnten Jahr zeichnet der VUT bei den VIA Awards "unabhängige Großartigkeit" aus und will dabei - unabhängig vom kommerziellen Erfolg - "außergewöhnliche Talente ins Rampenlicht" stellen. Damit das auch künftig gelingt, legt der Indie-Verband nun zum Jubiläum ein Reformpaket vor.

05.04.2022 11:01 • von
Verspricht sich von den neu eingeführten Fachjurys "eine große Anzahl buntester Nominierungen": Birte Wiemann (Bild: VUT)

Im zehnten Jahr zeichnet der Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT) bei den VIA (VUT Indie Awards) "unabhängige Großartigkeit" aus und will dabei - unabhängig vom kommerziellen Erfolg - "außergewöhnliche Talente ins Rampenlicht" stellen. Damit das auch künftig gelingt, legt der Indie-Verband nun zum Jubiläum ein Reformpaket vor.

Im Frühjahr 2013 hatte der VUT die neuen Preise initiiert, im September stieg dann die Premiere der Verleihung, damals noch im Rahmen der Berlin Music Week. Unter den Sieger*innen fanden sich Modeselektor, DJ Koze und das Label City Slang. Dessen Team um Gründer Christof Ellinghaus zählte auch bei der bislang jüngsten VIA-Verleihung im Herbst 2021, inzwischen im Rahmen des Reeperbahn Festivals, wieder mit zu den Preisträger*innen, was wohl den bereits zuvor leise anklingenden Wunsch nach ein wenig mehr Varianz im Auswahlprozess der Nominees und Sieger*innen noch einmal befeuert haben dürfte.

Und so stellt der VUT nun zum Jubiläum der Kritiker*innenpreise der unabhängigen Musikbranche in sieben Preiskategorien neue Fachjurys und ein "umfassend umgestaltetes Abstimmungsverfahren" vor.

"So ein Awards-Jubiläum erlaubt mindestens drei verschiedene Blickwinkel", erläutert die VUT-Vorstandsvorsitzende Birte Wiemann, und zählt auf: "Den leise nostalgischen, der ein wenig bedauert, dass das knietiefe Glitzerkonfetti nach dem VIA-Auftakt im Berliner Postbahnhof nie wieder zum Einsatz kam; den rückblickend stolzen, mit Preisträger*innen wie Noga Erez, Audiolith, The Notwist, Staatsakt, Danger Dan, Kat Frankie oder Aldous Harding unsere starke unabhängige Musikwirtschaft abgebildet zu haben; und den freudig zukünftigen, mit einer vielfältig und transparent besetzten Fachjury neue unabhängige Großartigkeit zu entdecken." Wiemann ergänzt: "Wir möchten die Jurymitglieder herzlichst an Bord des VIA begrüßen und freuen uns schon jetzt auf eine große Anzahl buntester Nominierungen, die Shortlists und darauf, den neu designten Jubiläums-VIA an großartige unabhängige Preisträger*innen zu übergeben."

Zum Jubiläum soll nun die Gesamtjury - hierbei handelt es sich um eine große Akademie bestehend aus allen Mitgliedern des VUT sowie weiteren 250 Profis aus allen Bereichen der Musikbranche - zunächst über die Longlists der einzelnen Preiskategorien bestimmen. Die finale Entscheidung über die Shortlists und die Preisträger*innen aber treffen nun bei der zehnten VIA-Ausgabe die neu gebildete Fachjurys, bestehend aus jeweils sieben bis neun vorab ausgewählten Expert*innen. Diese Gremien sollen "repräsentativ für die Vielfalt der unabhängigen Musikbranche ein breites Spektrum an Genres, Hintergründen, Businesserfahrungen und Geschäftsbereichen vertreten", wie es aus den Reihen des VUT heißt. Die zusammen rund 50 Personen in den sieben Fachjurys sollen zudem "aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit für die Mission des Preises" stehen, nämlich für "Qualität, Unabhängigkeit und Neuartigkeit".

Beim VUT zeigt man sich zuversichtlich, dass die VIA Awards, die seit 2013 außergewöhnliches und innovatives Schaffen im Independent-Sektor auszeichnen, sich "zu einem der wichtigsten deutschen Musikpreise entwickelt" haben. Schließlich leiste die Independent-Branche "mit einem Anteil an jährlichen Neuveröffentlichungen von über 80 Prozent" auch "einen essenziellen Beitrag zur vielfältigen Kulturlandschaft in Deutschland". Auch vor diesem Hintergrund solle der VIA ein Kritiker*innenpreis bleiben, "der Künstler*innen und ihre Partner*innen aufgrund von Qualität, Originalität und Neuartigkeit auszeichnet - unabhängig vom kommerziellen Erfolg".

Das zehnte VIA-Jubiläum will der VUT 2022 bei der Preisverleihung im Rahmen des Hamburger Reeperbahn Festivals im September feiern. Die Shortlists sollen bereits im Sommer bekanntgegeben werden.

Der VUT kann bei der VIA-Verleihung erneut auf die Unterstützung der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg, von Merlin und der GVL als den Hauptförderern der Awards bauen. Unterstützung kommt zudem vom Reeperbahn Festival, der GEMA und Phononet sowie "allen VUT-Freund*innen und Unterstützer*innen". Zu den Medienpartnern zählt neben ByteFM, DIFFUS und Kaput Mag erneut auch MusikWoche; das MusikWoche-Redaktionsteam ist zudem in einer der Fachjury vertreten.

Text: Knut Schlinger