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Charts KW 7: 90-jähriger Jubilar John Williams an der Spitze

Der amerikanische Filmkomponist John Williams erobert wenige Tage nach seinem 90. Geburtstag Platz eins der deutschen Longplaycharts: "The Berlin Concert" ist hier nicht nur für ihn, sondern auch für die Berliner Philharmoniker und das Traditionslabel Deutsche Grammophon der erste Spitzenreiter. Die Metalbands Korn und Saxon holen die weiteren Podestplätze, während bei den Singles Gayles Dominanz mit "abcdefu" anhält.

11.02.2022 16:18 • von Frank Medwedeff
Lassen die gesamte Konkurrenz hinter sich: John Williams und die Berliner Philharmoniker (Bild: Stephan Rabold)

Drei Tage nach seinem 90. Geburtstag, den er am 8. Februar 2022 beging, katapultiert sich John Williams mit dem Live-Mitschnitt "The Berlin Concert" nach dessen erster Verkaufswoche direkt an die Spitze der Top 100 Longplay in den Offiziellen Deutschen Charts. Dies ist hier nicht nur der erste Spitzenreiter für den unter anderem durch seine Scores für die "Star Wars"-, "Jurassic Park"- und "Indiana Jones"-Filmreihen berühmten Hollywood-Komponisten, sondern auch für die 1882 ins Leben gerufenen Berliner Philharmoniker, die er für "The Berlin Concert" dirigierte, und für das 1898 gegründete Traditonslabel Deutsche Grammophon. Wie GfK Entertainment anmerkt, führt damit zum ersten Mal seit Schillers "Opus" vor achteinhalb Jahren wieder eine Klassik-Produktion die Top 100 an.

Stanley Dodds, Geiger sowie Medien- und Stiftungsvorstand der Berliner Philharmoniker, kommentiert: "Die symphonische Filmmusik von John Williams hat weltweit die Herzen und die Fantasie von Generationen von Filmliebhabern berührt. Wir gratulieren John Williams zu seinem 90. Geburtstag und danken ihm für die gemeinsame Woche in Berlin. Die Zusammenarbeit war die reinste Freude!"

"Dass der 90. Geburtstag von John Williams von solchem Erfolg gekrönt wird, überrascht uns nicht, aber es freut uns riesig", sagt Clemens Trautmann, President Deutsche Grammophon. "Der Platz, den seine großartige Musik seit Langem in unserem kollektiven Bewusstsein und vor allen in unseren Herzen hat, wird in dieser Spitzenplatzierung erstmals öffentlich sichtbar. Es ehrt uns, dass John Williams der Deutschen Grammophon seine Aufnahmen mit so führenden Klangkörpern wie den Berliner und Wiener Philharmonikern, dem Boston Symphony Orchestra und natürlich mit Anne-Sophie Mutter anvertraut. Unser Team konnte dieses Vertrauen rechtfertigen - herzlichen Glückwunsch!"

Sam Bittner, Senior Vice President des Mediapartners Seven One Starwatch, ergänzt: "Es erfüllt uns mit Stolz, ein solch außergewöhnliches Werk begleiten zu dürfen. John Williams lässt uns eintauchen in eine Welt seiner größten Kompositionen. Die Synergien aus plattformübergreifendem Marketing und Content-Maßnahmen zwischen DG und Starwatch zeigen, welche Chancen im aktuellen und zukünftigen Musikmarkt möglich sind. Gratulation an alle Beteiligten zu diesem tollen Release-Start."

Und Frank Briegmann, Chairman & CEO Universal Music Central Europe und Deutsche Grammophon, erklärt: "Mit dem ersten #1-Album in den Offiziellen Deutschen Charts hat John Williams gemeinsam mit den Berliner Philharmonikern sich selbst ein fantastisches Album zum Geburtstag und uns allen ein sensationelles Hörerlebnis geschenkt. Herzlichen Glückwunsch an John, die Berliner Philharmoniker und das gesamte Team einschließlich unserer Partner bei Seven.One Starwatch."

Zwei renommierte Metalbands sichern sich derweil die weiteren Podestpositionen: Die US-Formation Korn entert die deutsche Albumhitliste mit "Requiem" auf Rang zwei und verbucht hierzulande ihre zweithöchste Platzierung nach der Pole Position mit "Untouchables" im Jahr 2002. Und die einst zu den Initiatoren der "New Wave of British Heavy Metal" gezählten Saxon schnellen mit "Carpe Diem" von null auf drei - eine neue Rekordmarke für die Band um Sänger Biff Byford in Deutschland.

Die Erinnerung an Falco, der am 19. Februar 65 Jahre alt geworden wäre und am 6. Februar 1998 gestorben ist, beschwört der zu diesem Anlass veröffentlichte Sampler "The Sound Of Musik", der auf Rang vier in die deutsche Longplayhitliste einsteigt. Wieder rauf von 13 auf fünf geht es für Abbas "Voyage".

Alexa Feser bringt ihr neues Werk "Liebe 404" auf Anhieb auf Rang sechs. Jethro Tull rutschen um drei Stellen ab: "The Zealot Gene" findet sich nun auf der Sieben.

Die Rückkehr in die Top Ten gelingt sowohl Helene Fischer (mit "Rausch" von 14 auf acht) als auch Santiano (mit "Wenn die Kälte kommt" von 17 auf neun). Neuzugang auf Rang zehn ist "Ants From Up There" von der angesagten britischen Indie-Band Black Country, New Road.

Die Deutsche Grammophon kann sich außer über den Coup von John Williams auch über den Einstieg von Daniel Hopes "America"-Album mit dem Zürcher Kammerorchester auf Platz zwölf freuen. Nächstes erstmals gelistetes Album ist auf Rang 15 "Give Me The Future" von Bastille.

Frank Zander, der am 4. Februar 80 Jahre alt geworden ist, bringt "Meine coolsten Hits" auf Rang 21. Und unter den ersten 30 debütieren außerdem noch "Jetzt oder nie" von Schlagersängerin Maria Voskania (Platz 23) sowie "Laurel Hell" von der hoch gehandelten amerikanisch-japanischen Sängerin und Songschreiberin Mitski (28).

Universal Music verfügt mit 51,2 Prozent Marktanteil über die absolute Mehrheit in der Vertriebsrangliste zu den Longplaycharts. Warner Music kommt auf Rang zwei anhand von 22,4 Prozent, gefolgt von Sony Music (16,9 Prozent), Believe/GoodToGo (5,7 Prozent) sowie 375 Media (2,0 Prozent).

In den Top 100 Singles kontrolliert Gayle weiterhin das Geschehen: "abcdefu", der Smash-Hit der Newcomerin aus den USA, weist hier nun insgesamt fünf Wochen auf dem Thron aus. Die Glass Animals weichen mit ihrem Renner "Heat Waves" nicht von Rang zwei zurück, während sich Sidos "Mit Dir" von sieben auf drei verbessert und Ed Sheeran und dessen Hit "Shivers" auf den vierten Platz verdrängt.

1986zig, der nach Angaben von Universal Music mit seinen Tracks insgesamt schon mehr als 28 Millionen Streams generieren konnte, steigert sich mit seiner neuesten Kreation "Kopf aus" in dieser Woche von Rang 13 auf fünf.

Der höchste Neuzugang in der Singleshitliste ist auf Rang 20 "Quit", eine Kollaboration von Capital Bra mit Mvna und Art.

Universal Music genügt im Segment Singles ein Wochenanteil von 43,9 Prozent für die komfortable Führung in der Vertriebsrangliste vor Sony Music (24,3 Prozent), Warner Music (21,6 Prozent), Believe/GoodToGo (5,6 Prozent) und Kontor/Edel (2,6 Prozent).

"Club Sounds - Best Of 25 Years" bleibt Primus in den Top 30 Compilations, wo mit "Kontor - Top Of The Clubs Vol. 92" eine weitere Dance-Kopplung direkt an zweiter Stelle landet. "Bravo - The Hits 2021" belegt wie in der Vorwoche den dritten Platz.

Sofort in die Top 10 schaffen es zudem "The Disco Boys Vol. 21", die auf Rang fünf ankommen, sowie "Die Hit-Giganten - Romance" (sieben).

Sony Music bleibt in der Distributorenwertung zu den Compilations mittels eines Marktanteils von 33,5 Prozent on top, knapp vor Universal Music (31,4 Prozent). Dahinter rangieren Kontor/Edel (19,5 Prozent) und Warner Music (10,8 Prozent) auf den Rängen drei und vier.