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Rechtepoker kommt in der Indie-Szene an

Zuletzt spielten im Millionenpoker um Musikrechte meist Namen wie Bob Dylan, Bruce Springsteen, David Bowie oder auch mal Luis Fonsi eine Rolle. Nun aber geht es auch um Acts wie Sleater-Kinney, Bikini Kill oder Bratmobile. Schließlich hat das Unternehmen Exceleration Music die beim US-Label Kill Rock Stars liegenden Rechte übernommen.

02.02.2022 11:25 • von
Sieht im Team und in den Zielen von Exceleration Music ein "perfektes Match" für sein Label: Kill-Rock-Stars-Gründer Slim Moon (Bild: Exceleration Music)

Zuletzt spielten im Millionenpoker um Musikrechte meist Namen wie Bob Dylan, Bruce Springsteen, David Bowie oder auch mal Luis Fonsi eine Rolle. Nun aber geht es auch um Acts wie Sleater-Kinney, Bikini Kill oder Bratmobile. Schließlich hat das Unternehmen Exceleration Music die bei Kill Rock Stars liegenden Rechte übernommen. Das 1991 in Olympia im US-Bundesstaat Washington gegründete Label brachte mit seinen Veröffentlichungen einst Bewegung in das Riot Grrrl Movement. Nun rückt Kill Rock Stars unters Dach von Exceleration Music, wo man zuvor bereits strategische Partnerschaften mit SideOneDummy, Alligator Records, Candid Records, Bloodshot Records oder der Ray Charles Foundation angeleiert hatte.

Exceleration Music wurde Anfang 2021 gegründet. Hinter dem Unternehmen stehen als Partner Glen Barros, der über viele Jahre lang Concord Music lenkte, der Merlin-Gründer Charles Caldas, Amy Dietz, die unter anderem in leitenden Positionen für ADA und Ingrooves aktiv war, John Burk, der ebenfalls eine langjährige Concord-Historie vorweisen kann, und Dave Hansen (unter anderem einst bei Epitaph und Anti-, heute Merlin-Chairman und Mitbegründer von Independent Record Pressing). Ziel des als Investmentgesellschaft aufgestellten Exceleration Music ist es, unabhängigen Labelbetreiber:innen entweder zu den nötigen Mitteln für deren Wachstumspläne zu verhelfen, oder Exit-Strategien zu offerieren.

Im Falle Kill Rock Stars hat Exceleration Music nun den Katalog des Labels gekauft, zugleich aber mit dem Labelmitbegründer Slim Moon eine Partnerschaft lanciert, die neue Veröffentlichungen ermöglichen soll, samt neuen Signings und Künstleraufbau. Von 2006 bis 2019 hatte mit Portia Sabin die Ehefrau von Slim Moon die Geschicke des Labels geleitet, inzwischen fungiert sie als President beim US-Handelsverband, der Music Business Association. 2019 hatte dann Moon das Ruder übernommen.

Text: Knut Schlinger