Unternehmen

Warner Music startet Fairness-Initiative

Die Warner Music Group legte am 1. Februar ihren ersten Transparenzbericht vor. Als eine Maßnahme für mehr Fairness kündigt der Konzern im "Environment Social Governance"-Report an, offene Rechnungen aus vergangenen Zeiten nicht mehr länger gegen aktuelle Einnahmen aus dem Streaming aufrechnen zu wollen.

02.02.2022 10:02 • von
Transparenzbericht in Sachen Nachhaltigkeit und Fairness: die Warner Music Group legte Anfang Februar erstmals einen"Environment Social Governance"-Report vor, und kündigte dabei unter anderem ein "Legacy Unrecouped Advances"-Programm an (Bild: wmg.com, Präsentation, Screenshot)

Die Warner Music Group legte am 1. Februar ihren ersten Transparenzbericht zum Stand der Dinge in Sachen Nachhaltigkeit sowie sozialer und gesellschaftlicher Verantwortung in der Unternehmensführung vor. Schließlich spielen Fragen nach diesen sogenannten ESG-Kriterien für Investor:innen im weltweiten Finanzgeschäft längst eine bedeutende Rolle.

Als CEO der Warner Music Group bezeichnete es Steve Cooper denn auch bei der Vorlage des Berichts als eine "moralische, kommerzielle und kreative Verpflichtung", dass Unternehmen gerechter und nachhaltiger aufzustellen. Dabei gehe es unter anderem darum, zu verstehen, wie eine Veränderung hin zum Besseren für das in heute in mehr als 70 Nationen aktive Unternehmen selbst, vor allem aber auch für seine Mitarbeiter:innen und die Musikschaffenden weltweit ausgestaltet werden sollte. "Wir haben bereits einige Fortschritte gemacht, aber dieser Bericht soll nicht nur eine Momentaufnahme dessen sein, was wir schon getan haben - er ist vielmehr eine langfristige Verpflichtung für verantwortungsbewusstes Handeln."

So listet der Bericht auf zusammen 40 Seiten (hier, pdf) zum Stichwort Klimawandel unter anderem die in der Fertigung von LPs durch den Einsatz von Recycling-Materialien bereits erreichten Einsparungen von immerhin 46 Tonnen an neu produzierten Kunststoffen auf und verweist im Bereich " Diversity, Equity and Inclusion" (DEI) auf verschiedene Aktivitäten in Sachen Gleichstellung.

Als eine erste Maßnahme für mehr Fairness im Musikbiz kündigt der Konzern in seinem "Environment Social Governance"-Report zudem auf Seite 25 an, offene Rechnungen aus längst vergangenen Zeiten, etwa für Vorschüsse sowie anteilige Produktions- oder Marketingkosten, nicht mehr länger gegen aktuelle Einnahmen zum Beispiel aus dem Streaming aufrechnen zu wollen.

Dieses "Legacy Unrecouped Advances"-Programm soll im Juli 2022 starten und sich an Künstler:innen richten, die noch vor dem Jahr 2000 einen Vertrag bei Warner Music unterzeichnet und nach der Jahrtausendwende keine Vorschüsse mehr erhalten haben. Ebenfalls abgedeckt sein sollen Produzenten, Toningenieure oder Remixer.

Zuvor hatten bereits der Plattenfirmenarm von Sony Music Mitte Juni 2021 und wenige Wochen später auch dessen Musikverlagssparte vergleichbare Fairness-Initiativen gestartet.

Text: Knut Schlinger