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Sony Music und Bob Dylan besiegeln Millionen-Deal

Vor gut einem Jahr trat Bob Dylan bereits die Verlagsrechte an seinem Katalog an Universal Music Publishing ab. Inzwischen hat der Künstler auch die Masterrechte an seinen Aufnahmen veräußert. Hier kommt Sony Music zum Zug, der langjährige Plattenfirmenpartner der Songwriterikone.

25.01.2022 07:57 • von
Bleibt Sony Music und Columbia Records treu: Bob Dylan (Bild: Sony Music)

Vor gut einem Jahr trat Bob Dylan bereits die Verlagsrechte an seinem Katalog an Universal Music Publishing ab. Inzwischen hat der Künstler auch sämtliche Masterrechte an seinen Aufnahmen veräußert. Hier kommt Sony Music zum Zug, der langjährige Plattenfirmenpartner der Songwriterikone. Auch wenn der Deal bereits seit Juli 2021 fix sein soll, bestätigte der Musikkonzern den Abschluss nun am 24. Januar 2022 - und spricht von einem "Meilenstein".

Demnach habe Sony Music den vollständigen Katalog aller Aufnahmen von Bob Dylan seit 1962 übernommen. Der Künstler hatte im Oktober 1961 bei Columbia Records unterschrieben und dann sein Debütalbum veröffentlicht, das schlicht seinen Namen trägt. Zuletzt erschien 2020 das Album "Rough And Rowdy Ways" von Bob Dylan. Zudem habe man sich die Rechte an allen künftigen Einspielungen gesichert, betont man bei Sony Music, lässt aber zunächst Bob Dylan selbst zu Wort kommen: "Columbia Records und Rob Stringer sind über viele, viele Jahre und eine ganze Menge Platten nur gut zu mir gewesen. Ich bin glücklich, dass nun alle meine Aufnahmen dort bleiben können, wo sie hingehören", gab der Künstler zu Protokoll.

Als Chairman der Sony Music Group sprach Rob Stringer von einer von Anfang an ganz speziellen Beziehung zwischen Columbia Records und Bob Dylan. Nun sei man "enorm stolz" und freue sich darauf, die seit rund 60 Jahren bestehende Partnerschaft fortzuführen und auszubauen: "Bob ist eine der größten Ikonen der Musikwelt und ein Künstler von unvergleichlichem Genie", sagte Stringer. Man freue sich, dass Dylan nun ein festes Mitglied der Sony-Music-Familie bleibe, aber auch darauf, mit Dylan und seinem Team weiter daran zu arbeiten, die Musik des Künstlers heutigen Fans ebenso wie künftigen Generationen zugänglich zu machen.

Mit Details zum Kaufpreis hielten sich die Partner bei der offiziellen Bestätigung des Deals zurück. Das US-Branchenblatt "Billboard" taxiert den Abschluss derweil auf ein Volumen von 200 Millionen Dollar und die jährlichen Umsätze des Aufnahmekatalogs auf rund 16 Millionen Dollar pro Jahr. Bei "Music Business Worldwide" gibt man sich - ungewöhnlich genug - ein wenig bescheidener, und rechnet mit einem Kaufpreis von über 150 Millionen Dollar.

Der Verlagskatalog von Bob Dylan soll Universal Music Publishing rund 400 Millionen Dollar wert gewesen sein. Sony Music hatte zuletzt bereits die Master- und Verlagsrechte von Bruce Springsteen gekauft. Der Deal sollte einen Wert von rund 500 Millionen Dollar haben.

Bob Dylan gilt als einer der einflussreichsten Künstler der Folk-, Rock- und Popkultur. Zu seinen berühmtesten Songs zählen unter anderen "Like A Rolling Stone", "The Times They Are A-Changin'", "Lay Lady Lay," "Forever Young", "Knockin' On Heaven's Door," "Tangled Up In Blue" oder der Oscar-Gewinner "Things Have Changed". Er verkaufte im Lauf seiner Karriere mehr als 125 Millionen Tonträger und gab vor Corona noch an die 100 Konzerte jährlich rund um den Erdball. Als erster Songwriter erhielt er 2016 den Literaturnobelpreis.

Text: Knut Schlinger