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Veranstaltungswirtschaft befürchtet Kündigungswelle

Weil die Kurzarbeitregelung nach zwei Jahren ausläuft, erwartet Jan Kalbfleisch von fwd: Bundesvereinigung Veranstaltungswirtschaft, dass "mehr als drei Viertel der Veranstaltungsunternehmen im März 2022 ihre Mitarbeiter kündigen".

24.01.2022 11:53 • von Dietmar Schwenger

Weil die Kurzarbeitregelung nach zwei Jahren ausläuft, erwartet Jan Kalbfleisch von fwd: Bundesvereinigung Veranstaltungswirtschaft, dass "mehr als drei Viertel der Veranstaltungsunternehmen im März 2022 ihre Mitarbeiter kündigen". Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bezog sich Kalbfleisch auf die von der Bundesvereinigung angestrengte Umfrage, an der sich laut eigenen Angaben mehr als 800 Betriebe beteiligt haben.

Demnach seien in zwei Dritteln der Betriebe seit mehr als 20 Monaten Beschäftigte in Kurzarbeit. Bei knapp der Hälfte der Befragten liege der Kurzarbeiteranteil über 80 Prozent. Müssten die Betriebe die Gehälter und Sozialbeiträge wieder voll selbst tragen, fehle der Mehrheit der Veranstaltungsunternehmen das Kapital für den Neustart, so Kalbfleisch gegenüber dpa. "Sie müssen dann Mitarbeiter entlassen, weil sie ihre Kosten nicht decken können. Die Unternehmen verlieren so wertvolle Fachkräfte."

Kritisch sieht Kalbfleisch das Verhalten der Politik. "Die Bundesregierung opfert die Veranstaltungsbranche." Derzeit seien wieder nahezu alle Veranstaltungen storniert. Für die mehr als 100.000 Betriebe gebe es keine Besserungsperspektive.