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Britische Regierung plant Abschaffung der BBC-Rundfunkgebühren bis 2027

Die öffentlich-rechtliche BBC ist Premier Boris Johnson schon länger ein Dorn im Auge. Jetzt gibt es konkrete Pläne für die Abschaffung der Rundfunkgebühr. Erste Schritte treffen das Programm jetzt schon.

17.01.2022 09:13 • von Michael Müller
BBC-Chef Tim Davie steht vor schwierigen Entscheidungen (Bild: BBC)

Eine Anpassung des Finanzierungsmodells der BBC war vom britischen Premier Boris Johnson schon länger angekündigt. Jetzt liefert die Regierung erste harte Fakten für diese Pläne: Ab dem Jahr 2027 sollen die Rundfunkgebühren ganz abgeschafft werden. 2022 und 2023 wird es keine Gebührenerhöhung der jährlichen 159 Pfund (rund 190 Euro) für jeden Bürger geben. Für die Folgejahre ist dann nur eine leichte Anhebung vorgesehen.

Kulturministerin Nadine Dorries (Conservative Party) sagte zu den Schritten: "Diese Gebühren-Ankündigung wird die letzte sein. Die Tage, in denen Älteren mit Gefängnis und Türgeklopfe gedroht werde, sind vorbei. Jetzt ist die Zeit für Diskussionen und Debatten für neue Finanzierungsmodelle, um großartige britische Inhalte zu finanzieren, zu unterstützen und zu verkaufen."

Für 2027 muss die BBC jetzt neu mit der Regierung verhandeln. Als Alternativen stehen eine Abo-Gebühr, wie sie ein Streamingdienst wie Netflix erhebt, eine Teilprivatisierung oder direkte Regierungsfinanzierung im Raum, die Konflikte bei der politischen Unabhängigkeit heraufbeschwören dürfte. Die Ministerin wird mit dem Satz in den britischen Zeitungen zitiert: "Die Zeit der BBC, wie wir sie kennen, ist vorbei."

Aktuell erhält die BBC über eingesammelte Gebühren der Bürger jährlich 3,2 Milliarden Pfund (rund 3,83 Mrd. Euro). Durch die Inflation und die gestiegenen Seh-Ansprüche durch die internationale Streamer-Konkurrenz bedeutet die aktuelle Entscheidung der Regierung, dass jährlich Hunderte von Millionen Pfund im Programm eingespart werden müssen.