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Jahresausblick 2022: "Durchhalten und Weitermachen"

Nach rund zwei Jahren, in denen die Pandemie ihre Spuren in allen Lebens­bereichen hinterlassen hat, wollte MusikWoche von ausgewählten Akteur:innen ­wissen, mit welchen Hoffnungen sie nun ins neue Jahr starten.

14.01.2022 13:23 • von Jonas Kiß
Immer noch ein Kraftakt: das Arrangieren mit der "neuen Normalität" (Bild: Imago/Jochen Tack)

Nach rund zwei Jahren, in denen die Pandemie ihre Spuren in allen Lebens­bereichen hinterlassen hat, wollte MusikWoche von ausgewählten Akteur:innen ­wissen, mit welchen Hoffnungen sie nun ins neue Jahr starten.

Birgit Böcher, Geschäftsführerin Deutscher Musikverleger-Verband (DMV): Ich hoffe, dass Musikverlage und ihre Urheber:innen auch das nächste Jahr wirtschaftlich überleben. Ohne diese Vielfalt wäre die Musikwelt einfach sehr langweilig.

Ich hoffe, dass wir gemeinsam mit der neuen BKM zur Bewältigung der Krise weitere Förderprogramme für alle Musikverlage auf den Weg bekommen. Und vor allem hoffe ich, dass die Musikwirtschaft eines Tages wieder ohne Fördermittel aus eigener Kraft wirtschaften kann. Die neue Regierungskoalition steht hier vor hohen Erwartungen.

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit unserem neuen Vorstand und auf neue spannende Verbands­projekte. Und ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit im Forum Musikwirtschaft, K3D mit der GEMA und mit allen anderen Partner:innen.

Frank Brandmaier, Head Of Corporate Communications CTS Eventim: 2022 werden wir als Unternehmen den eingeschlagenen Expansionskurs weiter fortsetzen. Die Branche muss dringend in die Lage versetzt werden, Veranstaltungen wieder wirtschaftlich durchzuführen, das heißt: ohne Kapazitätsbeschränkungen. Es ist zu hoffen, dass die Impfquote in der Bevölkerung rasch steigt und so der Weg zu einer Rückkehr zur Normalität für uns alle geebnet wird. Sollten es aus Gründen des Infektionsschutzes dauerhaft Kapazitätsbeschränkungen geben, müssten die staatlichen Hilfen verlängert werden, um dem weiteren Ausbluten der Veranstaltungswirtschaft zu begegnen. Aber Stand Ende 2021 sind wir guter Hoffnung, dass wir im kommenden Jahr die Fans zu unseren großen Festivals wie Rock am Ring oder Rock im Park wieder willkommen heißen können.

Michael Brill, Geschäftsführer D.Live: Wie sehr sich unser Publikum nach Events sehnt, konnten wir auch bei Shows von Carolin Kebekus in der Mitsubishi Electric Halle und dem »Let's Dance«-Tourfinale im PSD Bank Dome deutlich spüren. Wir wünschen uns vor allem, dass in unserer Gesellschaft die Bedeutung der modernen Kultur endlich wahrgenommen wird, und unsere Branche nicht als »unerforderliches Freizeitvergnügen« abgestempelt wird. Jeder Betreiber einer Veranstaltungsstätte und jeder Veranstalter ist heute in der Lage, »corona-konforme« Abläufe und Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen umzusetzen. Die Praxis, vor allem die Erfahrungen im Ausland, haben eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass professionell durchgeführte Veranstaltungen kein erhöhtes Infektionsrisiko (etwa im Vergleich zur Nutzung des ÖPNV) auslösen. Der Wunsch nach Events ist größer denn je und wenn es nicht rasch zu einer unbeschränkten Öffnung kommt, so wird dieses unsere Gesellschaft negativ beeinflussen und anderseits einen massiven Schaden unserer Branche zur Folge haben. Die Buchungslage für die Venues in Düsseldorf ist sehr stark. Schon jetzt stehen fast 220 feste Buchungen im Eventkalender für das kommende Jahr, darunter Highlights wie Doppelkonzerte von Rammstein und Die Toten Hosen, ein Konzert von Andrea Berg und die neue Stadionshow der Ehrlich Brothers in der Merkur Spiel-Arena. Im PSD Bank Dome sind für das kommende Jahr unter anderem Sunrise Avenue, Eric Clapton und Roland Kaiser geplant. Für die Mitsubishi Electric Halle haben sich Sam Fender, Johannes Oerding, Alvaro Soler, Lea und Shindy angekündigt. Ich danke an dieser Stelle allen unseren Veranstaltern ganz herzlich für das Durchhaltevermögen. Vor allem die Veranstalter haben die Auswirkungen der Pandemie mit voller Wucht getroffen. Danke, dass sie in den schweren Zeiten durchhalten und uns das Vertrauen schenken, in 2022 endlich wieder das Leben auf die Bühnen in unseren D.Live-Venues zurückzubringen.

Frank Briegmann, Chairman & CEO Universal Music Central Europe und Deutsche Grammophon: Wir hoffen ja alle, dass wir die Pandemie endlich in den Griff bekommen. Ich hoffe auch, dass wir unsere Künstler:innen wieder auf den Bühnen erleben können und ich unser Team endlich in voller Stärke wieder hier an der Stralauer Allee begrüßen kann. Geschäftlich bin ich wie gewohnt optimistisch.

Thomas Chabin, Country Manager Germany Deezer: Wir haben alle bereits viel Durchhaltevermögen bewiesen, und die Zeichen stehen weiter auf Besserung in der Pandemie. Aber auch 2022 wird sicher wieder ein herausforderndes und arbeitsintensives Jahr. Das Streamingbusiness ist nach wie vor wachstumsstark, aber es ist auch technologiegetrieben und unterliegt einer ständigen Weiterentwicklung. Wir möchten die Beziehung zwischen Künstler*innen und Fans weiter stärken und das Unterhaltungsangebot für unsere Nutzer*innen weiter ausbauen. Dafür sind wir mit unseren in diesem Jahr getätigten Investitionen im Live-Streaming-Bereich in Unternehmen wie Dreamstage und Driift sowie unserer vor kurzem angekündigten Partnerschaft mit RTL sehr gut aufgestellt.

Udo Dahmen, Geschäftsführer & Künstlerischer Direktor, und Hubert Wandjo, Geschäftsführer & Business Direktor Popakademie Baden-Württemberg: Wir sind zuversichtlich, dass sich die Situation bis zum Frühjahr 2022 entspannt und wieder mehr Konzerte, auch mit Publikum, stattfinden können, um vor allem den Nachwuchskünstler:innen eine bessere Perspektive zu bieten und das für unsere Branche überaus entscheidende Networking in der persönlichen Begegnung stattfinden kann. Gleichzeitig sehen wir die Möglichkeiten von hybriden Veranstaltungen; der Trend digitaler Veranstaltungen wird auch in diesem Jahr anhalten. So findet auch das Future Music Camp 2022 sowohl an der Popakademie als auch online statt.

Bernd Dicks, Geschäftsführer Parookaville: Natürlich, dass wir unseren Fans wieder einzigartige Momente bereiten können. Wir brauchen im dritten Jahr der Pandemie eine abgeklärte, sachliche und optimistische Herangehensweise, sonst bleiben viele Lichter in der Kultur leider für immer aus. Auch unsere Verantwortung als Arbeitgeber und Unternehmer wollen wir unbedingt erfüllen. Was uns in unserem Team alle eint, ist der Wille, Menschen durch Emotionen zu verbinden. Wir gehen bei Parookaville gerade mit Armin van Buuren, Scooter, Alle Farben und vielen mehr wieder an den Start. Bei San Hejmo werden Marteria, Loredana, Felix Jaehn, Zoe Wees und viele mehr die Premiere mit uns feiern. Der große Zuspruch der Künstler und Fans bestätigt uns in unserer optimistischen Haltung, aber jetzt muss die Politik endlich liefern, damit nicht die nächste Enttäuschung folgt.

Christian Doll, Geschäftsführer C² Concerts: Trotz neuer Varianten habe ich die Hoffnung, dass wir mit weiter fortschreitender Impfkampagne und der parallel stattfinden Durchseuchung bis Ostern so weit sind, dass wir in einem neuen »Normal« wieder unserem Beruf nachkommen können und uns nicht mehr mit Förderung und Ausfallfonds werden beschäftigen müssen.

Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender Bundesverband Musikindustrie (BVMI): Dass sich mit Blick auf Omikron nicht die schlimmsten Befürchtungen bestätigen und alle bisherigen Impferfolge um Monate zurückwerfen. Für die gesamte Musikwirtschaft ist von enormer Bedeutung, dass das Live-Geschäft endlich wieder auf die Beine kommen kann. Musik will gehört, aber eben auch live erlebt und erfahren werden. Davon abgesehen wird mit der neuen Bundesregierung ein neues politisches Kapitel aufgeschlagen. Ich hoffe diesbezüglich, dass sich dadurch ein neuer Dialog findet. Besonders spannend ist hier selbstverständlich, dass die neue Kulturstaatsministerin Claudia Roth als Bandmanagerin bekanntlich selbst einige Jahre Teil der Musikwirtschaft war.

Götz von Einem, Managing Director Peermusic GSA: Aufgrund der andauernden Pandemie-Lage sind unsere Erwartungen für das Jahr 2022 vorsichtig optimistisch; weitreichende Prognosen sind derzeit kaum möglich. Auch im kommenden Jahr werden die GEMA-Ausschüttungen noch von den ausgefallenen Konzerten und geschlossenen Bars, Restaurants und Diskotheken beeinträchtigt sein. Die Verabschiedung des neuen Rechtsrahmens für Online-Plattformen weckt Hoffnungen, dass die Vergütung der Autorinnen und Autoren insbesondere im Streaming-Bereich gerechter gestaltet werden könnte. Sicher ist in jedem Fall, dass wir wieder viel »gute« Musik zu hören bekommen werden - und das ist zumindest schon mal ein Lichtblick!

Christoph Enzinger, Chief Operating Officer Rebeat Digital: Wie alle in der Branche hoffen auch wir bei Rebeat auf ein frühes Ende der Pandemie, um unsere Partner im In- und Ausland wieder besuchen zu können, neue Connections und Geschäftsmöglichkeiten auf Messen aufzubauen; und natürlich hoffen wir auch für die Musiker als auch für uns als Privatpersonen, dass die Livekonzerte wieder beginnen, um die Einnahmen der Künstler wieder zu erhöhen und die Musik unter Leuten zu zelebrieren.

Timo Feuerbach, Geschäftsführer EVVC: Dass wir die Corona-Pandemie weltweit in den Griff bekommen und parallel die Klimakrise nicht aus den Augen verlieren, ist von zentraler Bedeutung für unsere gesamte Gesellschaft. Dabei können Veranstaltungen eine wichtige Rolle spielen. Wir arbeiten daran, dass der kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Wert von Veranstaltungen mehr Beachtung findet. Wir hoffen, dass die Bundesregierung uns eine echte Perspektive bietet und eine/n Beauftragte/n für die Veranstaltungswirtschaft einsetzt. Für unsere Branche ist ein vernünftiger Plan der Bundesregierung und der Länder für einen wirklichen Restart elementar. Um wieder Vertrauen aufzubauen, muss der kurzfristige Aktionismus von einer langfristigen und bundeseinheitlichen Vorgehensweise abgelöst werden. Und unabhängig von Corona werden in 2022 wichtige Weichen im Bereich der Nachhaltigkeit gestellt: Die Vergabekriterien für das neue Umweltzeichen Blauer Engel für Veranstaltungen werden erarbeitet. Daran mitzuwirken und das in Einklang mit dem EU Green Deal zu bringen, ist unser Ziel. Wenn wir noch mehr Menschen und Unternehmen begeistern können, aktiv mitzuarbeiten, im EVVC oder unseren Partnerverbänden, dann haben wir gute Chancen, diese Herausforderungen zu meistern.

Thorsten Freese, Managing Director Believe Germany: Auch ich hege die Hoffnung, dass wir im Jahr 2022 eine neue Normalität nach Corona erleben. Uns liegen unsere Künstler und Labels sehr am Herzen, und wir wollen miterleben, wenn sie endlich wieder auf Bühnen performen und ihre Passion leben können. Das wäre ein bedeutender Schritt hin zu einer Normalisierung der gesamten Kultur- und Kreativbranche mit seiner Vielzahl an Freelancern und Kleinstunternehmen, die zuletzt so arg gelitten haben. Im neuen Jahr wollen wir den Rückenwind unseres Börsengangs nutzen und unseren Wachstumskurs weiter beschleunigen. Für unser Unternehmen und besonders für Töchter wie unseren Direktvertrieb TuneCore wird dabei die wachsende Creator Economy weiter an Bedeutung gewinnen.

Tilo Gerlach und Guido Evers, Geschäftsführer Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL): Auch wir hoffen von ganzem Herzen, dass die Pandemie endlich überwunden wird, und die Kreativbranche sich wieder erholen kann. Wir denken dabei vor allem an die Veranstaltungsindustrie, an die Clubs und Bühnen und an die zahlreichen Kulturbetriebe, die es während der Lockdowns sehr hart getroffen hat. Das sollte sich so nicht noch einmal wiederholen. Hier ist vor allem die neue Bundesregierung gefragt, das Vertrauen in die Wissenschaft, in die Medizin und auch in die Politik selbst zu stärken. Das Ziel der Ampelkoalition, Kultur im Grundgesetz zu verankern, ist aus unserer Sicht ein bedeutender Schritt, um dem immens hohen Stellenwert einer gesunden und nachhaltigen Kulturlandschaft Ausdruck zu verleihen.

Der schwierigen Situation zum Trotz haben die vergangenen ­Pandemiejahre ein außergewöhnliches Maß an Kreativität hervorgebracht. Die Kreativbranche hat trotz einer vermeintlich ausweglosen ­Situation beispiellose Ideen entwickelt, um Kultur am Leben zu halten und wiederzubeleben. Wir hoffen, dass diese Innovationskraft auch über die Pandemie hinaus erhalten bleibt.

Jillian Gerngross, Direktorin von Amazon Music Europa, Australien und Neuseeland: Auch im Jahr 2022 wird Amazon Music die Musik- und Podcast-Fans in den Mittelpunkt unserer Entscheidungsfindung stellen. Wir werden in ihrem Namen innovativ sein, um den Service weiter zu verbessern und mehr aufregende Inhalte zu schaffen, um ihnen die Künstler, die sie kennen und lieben, näher zu bringen und um ihnen die Möglichkeit zu geben, neue Favoriten zu entdecken. Ich hoffe, dass wir im Jahr 2022 mehr Live-Musik erleben können und dass wir die Möglichkeit haben werden, unsere Kolleg:innen und Partner:innen häufiger in Person sehen zu können.

Jonas Haentjes, CEO Edel: Unsere Hoffnung liegt auf einer möglichst baldigen Rückkehr zur Normalität, und dass insbesondere der Veranstaltungsbereich stärker anläuft und wir uns auf dem einen oder anderen Konzert oder einer Party begegnen können. Für den Rohstoffmarkt hoffen wir auf eine stärkere Planbarkeit im Einkauf. Wir freuen uns auf viele tolle Produkte, die wir in 2022 vermarkten, vertreiben und fertigen dürfen!

Giwar Hajabi, Geschäftsführer Goldmann Entertainment: Wir freuen uns, wenn wir zu unseren neuen Business-Wegen, auch wieder zu den Ursprüngen des Musikgeschäftes zurückkehren - den Live-Auftritten. Unsere Hoffnung ist es, dass unsere Künstler ihre neue Musik wieder face to face zeigen und gemeinsam mit ihren Fans feiern können.

Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA: Auch wenn uns mit der aktuellen Corona-Welle erneut ein schwerer Winter bevorsteht: Für das kommende Jahr sehen wir realistische Chancen auf eine nachhaltige Besserung der Lage. Musikschaffende sowie Künstlerinnen und Künstler wünschen sich nichts sehnlicher, als dass der Kulturbetrieb wieder Fahrt aufnimmt, und Planungssicherheit für sie gewährleistet ist.

Deutschland wird sich hoffentlich in einem solidarischen Kraftakt endlich aus dem Klammergriff dieser Pandemie befreien, sodass auch die öffentliche Musiknutzung wieder in Schwung kommt. Der Live-Kunst das Überleben zu sichern, wird eine der großen kulturpolitischen Aufgaben der neuen Bundesregierung sein.

Birgit Heuzeroth, General Manager Beggars Germany: Ich hoffe, dass ich meine Karte für das Patti-Smith-Konzert in Hamburg von 2020 doch noch nutzen kann. Und dass Karl Lauterbach die Pandemie beendet.

Adrian Hillekamp, A&R Manager Concord Music Publishing: Wir haben viele spannende Sachen geplant, die im neuen Jahr weiter Form annehmen werden. Zudem steht der Umzug in unser neues Büro in Kreuzberg an, was nicht nur ein schönes Zuhause ist, sondern auch ein neuer Anlaufpunkt für unsere Sonwgriter:innen lokal und aus der ganzen Welt. Wenn alles glatt läuft, dann können wir dort wieder persönlich in voller Besetzung unseren bestehenden und neuen Autor:innen zu erfolgreichen Projekten gratulieren. Ansonsten funktioniert die enge Zusammenarbeit im internationalen Concord A&R Team sowieso bestens online.

Walter Holzbaur, Inhaber Wintrup Musikverlag: Für 2022 hoffen wir, dass es ab dem Frühsommer zu einem einigermaßen geregelten Konzertleben kommt, im Einklang mit den entsprechenden Veröffentlichungen.

Ein ganz anderes Thema für die Verlage wird die Verarbeitung der neuen GEMA-Anteilsregeln sein, eine durchaus spannende Anforderung an die Administration. Hier gehört durchaus eine Portion Hoffnung dazu, dass die Umsetzung »smooth« über die Bühne geht.

Der überwiegend durch Investoren ausgelöste Kaufwahn von Musikverlagen wird alle Teilnehmer der Copyright-Welt, auch Urheber und Verwertungsgesellschaften, mehr und mehr herausfordern. Es wird vermutlich bald nur noch »Massen- oder Boutique-Verlage« geben. Aber wie heißt es doch so schön: »Die Hoffnung stirbt zuletzt«.

Holger Hübner, Geschäftsführer WOA Festival Gesellschaft: Ganz klar: Wir setzen auf eine Rückkehr der Live-Musik. Für uns bedeutet das natürlich vorrangig, dass wir Anfang August wieder Metalheads in Wacken begrüßen dürfen, um mit ihnen nachzuholen, was die letzten Monate so sehr gefehlt hat. Dafür ist vieles nötig, dass wir nicht direkt in der Hand haben. Wir bauen darauf, dass die Impfquote stark verbessert wird, und wir auch etwaigen neuen Mutanten mit medizinischen Mitteln erfolgreich begegnen können. Zudem setzen wir darauf, dass die Veranstaltungsbranche in der Politik nicht aus dem Blick gerät, und wir zu gegebener Zeit unter sinnvollen und sicheren Rahmenbedingungen wieder Events umsetzen können, bei denen die Menschen einfach mal wieder unter Gleichgesinnten ausgelassen sein können. Das wünschen wir uns doch alle zurück: richtig, richtig laute Live-Musik!

Maik Klokow, CEO Mehr-BB Entertainment: Natürlich hoffen wir auch in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen, dass wir unseren Spielbetrieb wie geplant und unter wirtschaftlich sinnvollen Voraussetzungen fortsetzen können. Wir prüfen laufend und auf Basis der einzelnen konkreten Verordnungen, welche Möglichkeiten es für jede Produktion und jedes Theater gibt. Für uns steht die Sicherheit aller im Theater anwesenden Personen an oberster Stelle, deshalb sind unsere Hygienevorkehrungen an allen Standorten nach den höchstmöglichen Standards ausgearbeitet. Mit Blick auf das Publikum braucht es vor allen Dingen Zuversicht - und die kann nur mit guten Nachrichten von der Impf- und Boosterkampagne kommen. Aber wir blicken optimistisch nach vorne und haben auch wieder große Pläne für 2022: Ab Oktober bringen wir die preisgekrönte Ausnahmeproduktion «Moulin Rouge! Das Musical« als deutschsprachige Erstaufführung in den Kölner Musical Dome.

Maximilian Kolb, Executive Vice President Repertoire & Marketing Continental Europe BMG: Wir befinden uns nach wie vor in dem größten Umbruch unserer Industrie, und ich wünsche mir, dass sich alle Markteilnehmer:innen diesem Wandel öffnen, und wir fairere Strukturen zu Gunsten der Menschen schaffen können, ohne die wir unsere Arbeit nicht tätigen könnten - nämlich alle Künster:innen und Autor:innen.

Katja Lucker, Geschäftsführerin Musicboard Berlin: Die aktuelle Situation zeigt es deutlich: Die Pandemie ist noch lange nicht vorbei! Wir hoffen, dass die Menschen, Orte und die kreativwirtschaftlichen Strukturen, die unser Musikleben möglich machen, durchhalten und weitermachen - auch wenn die Resilienz sinkt. Zukünftige Hilfen sollten auch die langfristigen Folgen der Pandemie in Betracht ziehen, und es sollte mehr in die Grundsicherung der Leute investiert werden, wie es die neue Bundespolitik auch schon auf dem Plan hat.

Ralf Lülsdorf, Head of International Music Marketing Deutsche Telekom: Ich hoffe, dass wir eine gute, neue Normalität erschaffen, und ich wünsche mir, Musik auch wieder häufiger und stärker physisch spüren zu können: Mir fehlt dieses Erlebnis, wenn der Bass einer fetten Soundanlage deinen Magen massiert und man gleichzeitig Teil einer Masse ist, die ihre Leidenschaft für eine spezielle Musik oder für die Artists teilt. Auch bei Electronic Beats können wir es nicht abwarten, wieder im direkten Austausch mit der Crowd in Clubs und bei Konzerten zu sein. Denn dann fühlen wir diese einzigartigen und zutiefst menschlichen Momente, die uns als Gruppe auch körperlich verbinden umso mehr. Ich vermisse die Zeit vor Corona, wo wir hunderte von Konzerten, Festivals und Clubgigs veranstaltet haben und unsere Marke auch so erlebbar machen konnten.

Lutz Mastmeyer, Labelchef Glitterhouse Records: Wir blicken da relativ illusionslos auf das nächste Jahr und müssen es eh nehmen, wie es kommt. Wenn man Hoffnungen allerdings mehr in Richtung Wünsche definiert, dann ganz klar: Weltfrieden und Ende der Pandemie sowie Klassenerhalt von Arminia Bielefeld.

Jens Michow, Präsident & Geschäftsführer BDKV: Das ist eine ganz einfach zu beantwortende Frage: Wie wohl die meisten Menschen auf der Welt und ganz sicher alle Unternehmen des von mir repräsentierten Wirtschaftszweigs wünsche ich mir, dass wir schnell die sogenannte Herdenimmunität erreichen, die dann zwangsläufig eine Rückkehr zur Normalität ermöglichen MUSS. Denn es wird immer Menschen geben, die nicht geimpft sein werden - aus welchen Gründen auch immer. Wenn aber hoffentlich endlich 80 Prozent unserer Bevölkerung geimpft sein werden, kann es aus meiner Sicht auch kein plausibles Argument mehr dafür geben, weshalb die Menschen und insbesondere unsere Wirtschaft weiterhin mit derartig erheblichen pandemiebedingten Einschränkungen leben müssen. Ich hoffe also, dass wir Corona im kommenden Jahr so in den Griff bekommen, dass ein wirtschaftlicher Restart in unserer Branche endlich möglich gemacht wird. Corona hat auch bei vielen Nicht-Erkrankten mentale und sogar gesundheitliche Spuren hinterlassen. Ich wünsche mir sehr, dass wir uns davon bald erholen können.

Patrick Mushatsi-Kareba, CEO Sony Music GSA: Wir hoffen auch in 2022 auf eine Rückkehr zur Normalität, hoffen auf eine prosperierende Rückkehr des Live-Geschäfts, sowohl für unsere Künstler:innen als auch für unsere zahlreichen Partner aus der Live-Branche. Gleichzeitig entdecken Künstler:innen mehr und mehr die Chancen der digitalen Präsenz und Vermarktung - ein Weg, auf dem wir sie weiter mit voller Kraft unterstützen werden. Auch für letzteres bleibt es absolut notwendig, dass politische Entscheidungsträger in der neuen Regierung die Bereitschaft unserer Branche und die der gesamten Kultur-und Kreativwirtschaft zum Dialog positiv aufnehmen. Einige Themen der Musikbranche, wie zum Beispiel das Urheberrecht, mögen zu komplex wirken, doch es wäre für alle Beteiligten von Nachteil, Entscheidungen zu treffen, ohne sich zuvor auch mit der Labelseite ausgetauscht zu haben. Sony Music wird diesem Dialog weiter offen gegenüberstehen.

Ken Otremba, Geschäftsführer Telamo Musik & Unterhaltung: Vor allem hoffe ich, dass wir gemeinsam die Corona-Pandemie baldmöglichst hinter uns lassen können, dass alle gesund bleiben, und sich möglichst alle impfen lassen. Nur so bekommen wir unser »normales Leben« zurück, und nur so werden unsere Partner im Livegschäft, im Veranstaltungsbereich und damit auch unsere Künstler wieder voll angreifen können. Desweiteren freue ich mich auf tolle neue Alben unserer Topstars Daniela Alfinito, Eloy de Jong, Marianne Rosenberg, Thomas Anders, den Amigos, Calimeros, Hansi Hinterseer, den Schlagerpiloten, Vincent Groß, Giovanni Zarrella sowie auf spannende neue Projekte!

Petr Pandula, Geschäftsführer Magnetic Music: Hätte man mich vor einem Jahr gefragt nach dem Prinzip Hoffnung, dann hätte ich das bejaht. Jetzt tue ich es in Bezug auf 2022 nicht mehr. Ich bin in der Realität angekommen. Ich merke es auch im Gespräch mit den Künstlern, örtlichen Veranstaltern, Hallenbetreibern, Technikern. Um Hoffnung zu haben, müsste man auf Fundamente bauen können, die Lösungen anbieten, und man müsste zumindest kleine Trends sehen, dass es besser wird. Ich sehe diese nicht. Solange man Hoffnung hat, hat man auch die Kraft, Probleme zu lösen, Mitarbeiter und Geschäftspartner zu motivieren. Wie man sich für das Jahr 2022 neu motiviert, dieses mentale Doping muss ich erst über die Feiertage zu finden versuchen.

Wir werden unser »Kulturleben« wohl neu definieren müssen. Die kalte Jahreszeit wird für Jahre noch unter dem Damoklesschwert des Virus sein. Also weniger Angebot in Stadthallen und Theatern mit Künstlern aus dem Ausland und mehr aus dem Inland. Der Sommer wird mehr an Bedeutung bekommen auch für die klassischen Themen, die bisher in der kalten Jahreszeit stattgefunden haben. Also, wer zum Beispiel unsere Danceperados Of Ireland als irische Stepptanzshow wird sehen wollen, der wird sich wohl bei 35 Grad im Schatten ein Ticket für ein Theater kaufen müssen. Ob es aber auch die Fans tun werden, das wird man noch sehen müssen. Und wenn dem so wäre, dann würde es auch keine klassischen Theaterferien im Sommer mehr geben. Und jetzt mache ich einen Punkt und über­lasse den Platz auf dem Papier meinen anderen Kollegen:innen. Ein besseres und fröhlicheres neues Jahr uns zu wünschen, hat schon einen leicht zynischen Beigeschmack, aber ich tue es trotzdem. Keep jigging, Folks!

Marit Posch, General Manager IDOL Germany: Wir hoffen sehr, dass der Live-Sektor endlich wieder auf die Beine kommen kann, und Veranstaltungen wie gewohnt stattfinden können. Es ist eine, wenn nicht DIE essenzielle Einnahmequelle für die große Mehrheit der Independent-Künstler*innen, die es ihnen ermöglicht, von ihrer Musik zu leben. Live-Musik oder DJ-Sets sind ein entscheidender Faktor in der nachhaltigen Entwicklung eines/r Künstler*in und damit auch für uns als Digitalvertrieb, der wir versuchen, langfristig zusammen mit den Labels diese Entwicklung voranzutreiben.

Und auch für die Musikkonsumenten sind Veranstaltungen eine wichtige Art und Weise, Musik zu entdecken und mit anderen zu teilen, ein sozialer Treffpunkt. Wir hoffen also sehr, dass wir 2022 endlich wieder viele Konzerte und Festivals besuchen können!

Andrea Rothaug, Geschäftsführerin RockCity Hamburg: Meine Hoffnung hat erhöhte Temperatur: einerseits steht bei ihr alles auf Aufschwung, auf Neubeginn, auf Absage und wieder frisch vorn anfangen - was uns alle elastisch und solidarisch macht und dem Improvisationsvermögen recht dienlich ist. Wir sind endlich krisenerprobt. Dann wieder lassen steigende Preise, Lieferengpässe, verschnittene oder fehlende Hilfsprogramme, Planungsunsicherheit, fehlende Perspektiven, reihenweise Auflagen, Personalmangel, verstaubtes Verwaltungsrecht, aber auch lineare Denker_innen mit Hut sie mit Fieber zurück. 2022 stehen deshalb Geld sammeln, digitale Transformation, Kulturpolitik, Nachhaltigkeit, ­Diversität und eine Zukunftsplattform auf der Agenda, um der Musikszene auch 2022 aus dem Schlamassel zu helfen.

Rudi Schedler, Geschäftsführer Schedler Music: In 2022 erwarten wir nochmals einen weiteren Rückgang, in Summe sind wir aber recht gut darauf eingestellt.

Alexander Schulz, CEO Reeperbahn Festival, und Detlef Schwarte, Director Conference Reeperbahn Festival: Aus heutiger Sicht müssen wir leider feststellen, dass die viel beschworene Annäherung an die Normalität 2021 längst noch nicht in dem Maße möglich geworden ist wie erhofft. Die aktuelle Lage lässt jetzt schon erkennen, dass uns die Pandemie wohl auch 2022 einiges abverlangen wird. Wir hoffen sehr, dass insbesondere die im Teilmarkt Live-Entertainment entstandenen Schäden mit Unterstützung der Politik reparabel sind, und der Sektor nicht mit bleibenden Strukturproblemen konfrontiert sein wird, die sich aktuell allerdings mit einen Mangel an Fach- und Nachwuchskräften sowie einem zurückhaltenderen Konsumverhalten bereits andeuten.

Peter Schwenkow, CEO DEAG: Dass der ganze Spuk im Frühsommer vorbei ist, und wir wieder tanzen und singen können!

Gudrun Schweppe, Head of Music YouTube Germany: Gesamtgesellschaftlich habe ich die Hoffnung, dass wir uns im neuen Jahr wieder verstärkt schöneren Themen widmen können. Und, dass wir das Miteinander wieder mehr und bedenkenloser genießen können, ganz besonders, dass wir Musik gemeinsam live auf der Bühne erleben dürfen. Bis es soweit ist, werden wir mit YouTube auch weiterhin besondere Momente im digitalen Raum schaffen, um die Verbindung von Künstler:innen und Fans aufrechtzuerhalten und die Branche zu stärken. Zudem möchten wir auch im neuen Jahr wieder eng mit der Musikindustrie zusammenarbeiten und unseren Abo-Dienst weiter wachsen lassen, um in den kommenden Jahren stetig mehr Lizenzerträge an die Musikbranche ausschütten zu können. Alles in allem blicke ich optimistisch ins neue Jahr und freue mich darauf, einige der tollen Veröffentlichungen aus 2021 endlich live auf der Bühne hören und sehen zu können.

Marc Seemann, Director ­Strategy & Business Development DreamHaus: Wir hoffen, dass ­spätestens im Sommer 2022 Konzerte und Festivals wieder unter normalen Bedingungen stattfinden können.

Frank »Steini« Steinert, Geschäftsführer Supersteini: Ich hoffe, dass möglichst viele Überzeugungstäter aus dem Musikbusiness diese schweren Zeiten überleben, und vor allem die Konzertveranstalter bald wieder bessere Zeiten erleben. Außerdem hoffe ich, dass das Musical »Ku'damm 56« nach der gefeierten Premiere Ende November trotz Corona bis Ende April weiter im Theater des Westens aufgeführt werden kann. Und ich hoffe, dass sich weiterhin immer mehr von den wichtigen Entscheidern der Musikbranche mit unserem Angebot beschäftigen und sich für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis entscheiden.

Christof Strimitzer, Leitung Marketing und Kommunikation Messe Congress Graz Betriebsgesellschaft (MCG): Die wohl größte Hoffnung haben wir in Bezug auf die Durchführbarkeit der kommenden Veranstaltungen. Unser Jahr 2022 ist unglaublich gut gebucht, und wir haben einige Highlights im Programm, die Graz begeistern werden - unter anderem Nico Santos, Sarah Connor, Zucchero, Wanda, Slipknot, Toto, David Garrett oder auch Die Ärzte und Simply Red, um nur einige zu nennen. Die Produktionsplanungen laufen somit auf Hochtouren, und wir freuen uns schon sehr auf die Umsetzungen der Events. Wir sind bereit für emotionsreiche Live-Momente und viel Gänsehaut-Gefühl!

Patrick Strauch, Managing Director Sony Music Publishing: Ich hoffe, dass Corona endlich überwunden wird. Alles andere wird sich fügen. It's not a trick, it's a Impfung.

Stefan Strüver, General Manager PIAS Germany: Die Release Schedules bei uns lassen ein sehr gutes 2022 erwarten. Einige unserer Künstler haben die letztjährigen Lockdowns genutzt, um das jeweils beste Album ihrer Karriere aufzunehmen ­(Beach House, Eels, Father John Misty, Spiritualized etc.), und dazu kommt ein ganzer Sack voller toller Newcomer (Bilbao, Monako, Sophia Blenda etc). Wenn wir für unsere Releases auch pünktlich die Vinyle am Start haben, könnte es ein echt gutes 2022 werden. Unserer neuen Regierung wünsche ich ein glückliches Händchen bei der Bewältigung der Pandemie, damit es in 2022 wieder Sex, Drugs und Rock'n'Roll in gewohntem Maße gibt.

Maurice Summen, Geschäftsführer Staatsakt: Die Hoffnungen liegen auch bei uns erstmal ganz klar in unserer neuen Bundesregierung. Gemeinsam die pandemische Lage so weit wie möglich in den Griff zu bekommen. Vor allem wünschen wir uns natürlich, dass der Livemarkt bald wieder unter vernünftigen Bedingungen stattfinden kann. Ohne Livekonzerte fühlt sich das Musikgeschäft doch mehr und mehr an wie eine Werbeveranstaltung für ein Produkt, das es in Wirklichkeit gar nicht mehr gibt.

Stephan Thanscheidt, Geschäftsführer FKP Scorpio Konzertproduktionen: Das kommende Jahr wird für uns mit Shows von Künstlern wie den Foo Fighters, Ed Sheeran, Shawn Mendes, Céline Dion, James Blunt und unserem neuen Hauptstadt-Festival, Tempelhof Sounds, etwas sehr Besonderes. 2022 kann das Jahr der Rückkehr zur Normalität werden, wenn wir jetzt alle an einem Strang ziehen. Damit der kulturelle Neustart gelingt, muss die Politik jetzt die Impfungen voranbringen und einen klaren Weg vorgeben, der unser Land sicher und vorhersehbar durch die letzten Phasen der Pandemie führt.

Patrick Thomas, Geschäftsführer ALV Digital: Dass wir den Mut haben, inhumanen gesellschaftlichen Trends wie Home Office, Lieferdiensten und übermäßiger Digitalisierung entgegenzutreten. Und dass mehr Genesene und bessere Therapien uns aus der staatlichen Umklammerung befreien, damit die Quantität und Qualität »echter« menschlicher Kontakte wieder zunimmt. Als ALV wollen wir unseren kleinen Beitrag unter anderem durch Internationalisierung dazu leisten.

Jörg Timp, Geschäftsführer Starkult Promotion: Planungssicherheit in allen Bereichen ist sicherlich ein großer Wunsch; wir hoffen, dass sich die allgemeine Unruhe ein wenig legt, und vernunftgesteuertes Denken das Handeln übernimmt. Wir erwarten ein sehr turbulentes Jahr, hoffen aber, dass es unterm Strich trotz Pandemie, allgemeinen Preiserhöhungen etc. eine positive Entwicklung nimmt.

Thomas Vidovic, Managing Director Germany & Senior Vice President Austria & Switzerland Universal Music Publishing: Wir blicken trotz der gegenwärtigen unsicheren pandemischen Lage voller Neugier und Zuversicht in das neue Jahr. Wir gehen davon aus, dass der Musikmarkt in Deutschland seinen Wachstumskurs dank steigender Streamingzahlen auch in 2022 fortsetzen wird. Mit Spannung erwarten wir daher auch die Vorschläge der neu gewählten Regierung, welchen Gesetzesrahmen sie für einen fairen Interessensausgleich und eine Verbesserung der Vergütungssituation für kreative Inhalte schaffen möchte. Wir hoffen und freuen uns, mit fortschreitendem Impferfolg in 2022 möglichst viele unserer Künstler:innen auch endlich wieder live erleben zu dürfen.

Stefan Vogelmann & Holger Fleder, Geschäftsführer Broken Silence: Dass Künstler und Labels kreativ bleiben und mit den schwierigen Bedingungen auch 2022 gelassen und gut umgehen. Wir verweisen auf Rohstoffengpässe und damit verbundene Kostenerhöhungen auf Herstellungsseite - das hat weitere CD- und Vinyl- Preisanpassungen für Endverbraucher zur Folge. Wir freuen uns auf zahlreiche weitere TikTok-und YouTube-Digitalhits. Das macht Spaß. Und die größte Hoffnung ist und bleibt der Weltfrieden für alle.

Wolfgang Weyand, 1. Vorsitzender Interessenverband Musikmanager & Consultants (IMUC): Wir hoffen, dass 2022 wieder etwas Normalität zurückkehrt. Gerade aber, was das internationale Geschäft angeht, sind wir doch sehr skeptisch, dass 2022 das bringen wird. Angst und Unsicherheit sind kein guter Nährboden für ein positives Geschäftsklima.

Birte Wiemann, Vorstandsvorsitzende des Verbands unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT): Auf der ganz praktisch-persönlichen Ebene hoffe ich sehr, dass die geplante Strategietagung von Vorstand und Geschäftsstelle, die wir jetzt auf den Sommer 2022 geschoben haben, stattfinden kann. Wir haben eine ehrgeizige Agenda, die von der neuesten MIDiA-Studie zum erneut gesteigerten »wahren« Marktanteil der Independents zusätzlich befeuert wird. Wir müssen weiterhin mit Argusaugen darauf schauen, wie das Urheberrecht praktisch umgesetzt wird, und laut werden, wenn die Umsetzung jeglicher praktischen Grundlage entbehrt. Genauso gilt es, stetig mit Nachdruck zu hinterfragen, warum alles teurer wird, nur ein Streamingabo nicht. Noch einmal ganz persönlich freue ich mich auf den sachbezogenen Dialog mit der neuen Kulturstaatsministerin Claudia Roth. Und wenn es nicht zuviel verlangt ist, würde ich 2022 sehr gern eine neue Runde des europaweiten MEWEM-Mentoringprogrammes für 2023 ankündigen. Wir haben also noch Einiges vor!

Timotheus Wiesmann, Geschäftsführer Interessengemeinschaft Hamburger Musikwirtschaft (IHM): 2022 wird holprig starten, aber gut ausgehen. Die neue Bundesregierung wird aufmerksam sein, die Hamburger Regierung wird aufmerksam bleiben. Beide werden bürokratiearme Corona-Hilfen für alle im gesamten Ökosystem Musikwirtschaft zur Verfügung stellen, auch an jenen Stellen, die nicht direkt im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen und dennoch integrale Bestandteile des Systems sind. Insgesamt werden alle weiterhin alles tun, um sich selbst am Schopf aus dem Sumpf zu ziehen - und das wird auch gelingen.

Jorin Zschiesche, Geschäftsführer recordJet: Für 2022 haben wir vor allem den Wunsch, dass Livemusik im wahrsten Sinne des Wortes wieder eine Bühne bekommt, und wir kollektiv all die großartigen Recordings endlich genießen dürfen!

Zusammenstellung: Dietmar Schwenger, Frank Medwedeff, Jonas Kiss, Knut Schlinger