chartwoche.de

IFPI rechnet YouTube-Streams mit in die Musikcharts ein

Seit 2022 fließen Daten von YouTube bei der Ermittlung der Single-Auswertung der Offiziellen Deutschen Charts mit ein. Die Regelung tritt auch in einigen weiteren Ländern wie Australien, Spanien und Mexiko in Kraft, wie die internationale IFPI-Dachorganisation bekannt gab.

05.01.2022 13:17 • von Jonas Kiß
Sind nun in einigen Ländern relevant für die Musikcharts: die Aufrufe bei YouTube (Bild: YouTube)

Seit 2022 fließen Daten von YouTube bei der Ermittlung der Single-Auswertung der Offiziellen Deutschen Charts mit ein, wie der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) und GfK Entertainment am 4. Januar bekannt gaben.

Die Regelung tritt auch in einigen weiteren Ländern in Kraft, dafür hat die internationale IFPI-Dachorganisation das Regelwerk für die Chartsermittlung neu justiert. Das Rahmenwerk sieht vor, dass in den Charts nur Aufrufe von eingeloggten YouTube-Nutzern und offiziellen Musikvideos gezählt werden, und die Aufrufe länger als 30 Sekunden sein müssen. "Aufrufe von offiziellen Inhalten, die durch Werbekampagnen auf der Plattform generiert wurden", sollen hingegen nicht berücksichtigt werden, wie es bei der IFPI heißt.

Die Methodik gilt neben Deutschland ab Januar 2022 auch für die Charts in Australien, Spanien, Brasilien, Mexiko, Indonesien, die Philippinen und Südafrika. In anderen Ländern wurden YouTube-Streams schon länger neben physischen Verkäufen, Downloads, Premium-Musik-Streams und Radio-Plays mit einberechnet.

Hierzulande gab es lange Überlegungen, wie die Aufrufe auf der Videoplattform von Google gegenüber den bezahlten und kostenlosen Streams von Audiodiensten gewichtet werden sollen. Nun zählen neben Premium-Musik-Streams zusätzlich Streams aus den "werbefinanzierten, kostenfrei zugänglichen Musik-Angeboten von Audio- und Video-Streaming-Services".

Lewis Morrison, der Leiter der globalen Charts bei der IFPI, bezeichnet die neue Regelung als "wichtigen Schritt nach vorn für die Branche und für die Arbeit der IFPI, um sicherzustellen, dass die Charts weltweit relevant bleiben und die Art und Weise, wie Fans heute mit Musik umgehen, genau widerspiegeln".