Livebiz

LiveKomm sieht größere Corona-Gefahren bei illegalen Partys als in Clubs

Die Einschränkungen, die Bund und Länder am 21. Dezember beschlossen haben, sehen vor, dass Clubs und Diskotheken ab dem 28. Dezember bundesweit schließen müssen. Die LiveKomm sieht jedoch eine größere Ansteckungsquote bei illegalen Partys, und fordert von der Politik "Sonderprogramme für die Branchen".

22.12.2021 14:15 • von Jonas Kiß
Stellt fest, dass die Livebranche "am härtesten" getroffen wird: LiveKomm-Chef Axel Ballreich (Bild: Concertbüro Franken)

Die Einschränkungen, die Bund und Länder am 21. Dezember 2021 beschlossen haben, sehen vor, dass Clubs und Diskotheken ab dem 28. Dezember bundesweit schließen müssen, und Tanzveranstaltungen verboten sind.

"Wir haben durchaus ein gewisses Verständnis dafür, dass solche Maßnahmen durchgeführt werden. Auf der anderen Seite stellen wir immer wieder fest, dass wir die sind, die am härtesten getroffen werden", erklärt Axel Ballreich, Vorsitzender der LiveMusikKommission (LiveKomm), im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

"Vor Kurzem konnten noch Fußballspiele vor vollen Stadien absolviert werden, während wir in einigen Bundesländern, wie beispielsweise Bayern, schon längst geschlossen waren. Auch bei Hallensportarten waren noch rund 10.000 Zuschauende zugelassen. Das ist das, was uns stört", so Ballreich weiter.

Laut LiveKomm werde nicht bedacht, "dass wir den geregelten und koordinierten Betrieb aufrecht erhalten". Bei Schließungen fänden noch mehr illegale Partys in "irgendwelchen Gruselstätten" statt als sonst. Auf diesen Feiern sei die Ansteckungsquote wahrscheinlich deutlich höher "als bei unseren Veranstaltungen", wie Ballreich wissen lässt.

Demnach würde die Situation nun für die Clubs und Musikstätten durch die Schließungen "so bedrohlich wie noch nie in der Pandemie" werden.

"Bislang sind wir einigermaßen gut durch diese existenzbedrohende Krise gefahren", erklärt Ballreich mit Verweis auf verschiedene Überbrückungshilfen und landesspezifische Unterstützungsgelder.

Dieses Mal werde es laut Ballreich "wahrscheinlich eindeutig existenzbedrohender, weil es einige der speziellen Maßnahmen nicht mehr gibt und die Überbrückungshilfe abgeschwächt wurde". Deshalb fordere die LiveKomm von der Politik "nicht mehr die allgemeinen Überbrückungshilfen, sondern Sonderprogramme für die Branchen, die es so schwer erwischt wie uns".