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Musikindustrie peilt prozentual zweistelliges Plus an

Die pandemische Lage bereitet der deutschen Musikwirtschaft in ihrer ganzen Vielfalt weiter Sorgen. Im Geschäft mit Recorded Music aber steuert die Branche offenbar dank weiterer Zuwächse im Streaming auf ein Umsatzplus zu, wie der BVMI-Vorstandsvorsitzende Florian Drücke durchblicken lässt.

20.12.2021 16:25 • von
Zuversichtlich fürs Gesamtjahr 2021, was das Geschäft mit Recorded Music angeht: der BVMI-Vorsitzende Florian Drücke (Bild: Christoph Söder, BVMI)

Die pandemische Lage bereitet der deutschen Musikwirtschaft in ihrer ganzen Vielfalt weiter Sorgen, wie erst jüngst wieder das Forum Veranstaltungswirtschaft deutlich machte. Im Geschäft mit Recorded Music aber steuert die Branche offenbar dank weiterer Zuwächse im Streaming auf ein Umsatzplus zu, wie Florian Drücke als Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI) durchblicken lässt.

"Wir gehen derzeit grundsätzlich davon aus, dass das sehr gute Wachstum im Streamingbereich weitergeht", bestätigte Drücke im Gespräch mit der "dpa" aus dem unter anderem die "FAZ" und die "Zeit" zitieren. Auch das Vinyl werde seine Fans wohl weiter an sich binden, prophezeit Drücke, der zudem darauf hofft, dass sich das Geschäft mit der CD "nicht mehr so stark rückläufig" entwickele. All das könne unterm Strich "dann in der Tat zu einem guten Geschäftsjahr 2021 führen, für das die Branche auf ein zweistelliges Wachstum hoffen kann".

Drücke betont aber auch, dass vor allem die Entwicklung des Digitalmarkts dafür gesorgt habe, dass die Musikindustrie nun besser durch eine Krise wie die Corona-Pandemie kommen könne: "Wäre das Ganze vor fünf bis zehn Jahren passiert, hätte es uns zerlegt, die Branche wäre in der damaligen Krisensituation im physischen Tonträgermarkt komplett ins Trudeln geraten", wie der BVMI-Vorstandschef gegenüber der "dpa" einräumte.

Zuletzt hatte die deutschen Musikunternehmen im Bereich Recorded Music Zuwächse melden können - mit zunehmender Dynamik: So setzte die Plattenfirmen hierzulande laut BVMI-Zahlen von Anfang Januar bis Ende Juni 2021 mit der Vermarktung von Musik 903,8 Millionen Euro um - ein Umsatzplus in Höhe von 12,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Gesamtjahr 2020 hatte die Musikindustrie noch mit einem Plus von neun Prozent gegenüber 2019 abgeschlossen, zum Halbjahr 2020 lagen die Zuwächse noch bei knapp fünf Prozent.

Zum Halbjahr 2021 verbuchte das Audiostreaming im Vorjahresvergleich ein Umsatzplus von 19,9 Prozent und kam auf einen Umsatzanteil von 70,6 Prozent. Im physischen Bereich brachen die CD-Umsätze in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um 16,4 Prozent ein, während das Vinyl ein Umsatzplus von 49,5 Prozent erlebte und die Schallplatte zu einem Marktanteil von 5,9 Prozent führte.

Text: Knut Schlinger